Querschnittsaufgabe Inklusion

Nach der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention durch die nordrhein-west­fälische Landesregierung wird die allgemeine Schule zum Regelförderort für Kinder mit Behinderungen. Gleichzeitig können Eltern, die für ihr Kind eine Förderschule wünschen, weiterhin diese Schulform wählen. Für den Flächenkreis Lippe ergibt sich daraus die Herausforderung, die zu­künftige Ver­sorgung und Beschulung von Kindern mit schulischem Förder- und Unterstützungs­be­darf sowohl in der allgemeinen Schule wie auch in ver­blei­ben­den Förderschulen sicherzustellen. Ziel ist es, für alle Schülerinnen und Schüler eine wohnortnahe und bedarfs­gerechte schulische Förderung zu ermöglichen.

Der Ausbau inklusiver Beschulungsformen und die Mindestgrößenverordnung für Förderschulen führt zur Schließung vieler Förderschulen Lernen auch angesichts demographisch bedingter Schülerzahlenrückgänge. Im Auftrag der Bürgermeisterkonferenz und unter der Moderation des Kreises Lippe wurde eine Arbeits­gruppe zur Förder­schulplanung mit Vertretern der Förderschulträgerkommunen im Bereich Lernen und der Schulaufsicht ein­gerichtet. Die Ergebnisse wurden im August 2014 in den „Empfehlungen zur Entwicklung der Förderschulen Lernen im Kreis Lippe“ veröffentlicht. Parallel dazu unterstützt eine zweite Arbeitsgruppe zur Inklusionsplanung mit Vertretern aller lippischen Kommunen, der Schulaufsicht und weiteren Ak­teuren die lippischen Kommunen beim quantitativen und qualitativen Auf- und Ausbau inklusiver Beschulungsmodelle. Die Entwicklung der kreiseigenen Förderschulen mit den Förderschwerpunkten Emotio­nale und Soziale Entwicklung, Sprache sowie Geistige Entwicklung sind Gegen­stand eines gesonderten Gutachtens im Auftrag des Eigenbetriebs Schulen.

Die Förderschullandschaft wird sich im Kreis Lippe mittel- bis langfristig deutlich verändern. Der Ausbau des Gemeinsamen Lernens in allgemeinen Schulen trägt dem Elternwunsch Rechnung und ist Folge der schrittweisen Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. In allen lippischen Städten und Gemeinden wurden und werden allgemeine Schulen als sonderpädagogische Förderorte eingerichtet. Immer mehr Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf besuchen allgemeine Schulen. Für eine bedarfsgerechte Förderung soll jedoch auch ein Angebot an Förderschulen erhalten bleiben.

Der Aufgabe der Inklusion haben sich ressortübergreifend alle Beteiligten im Regionalen Bildungsnetzwerk Lippe angenommen und arbeiten gemeinsam mit den Städten und Gemeinden des Kreises an der zukünftigen Entwicklung der lippischen Förderschullandschaft.

Inklusionskoordinatoren:

Beate Busse (b.busse@kreis-lippe.de, 05231/62-4491)

Karin Metzmacher (k.metzmacher@kreis-lippe.de, 05231/62-4490)