Wirtschaftliche Jugendhilfe

Der Bereich der "Wirtschaftlichen Jugendhilfe" beschäftigt sich im Wesentlichen mit den wirtschaftlichen Folgen, die sich aus den Entscheidungen der Sozialarbeit des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) und des Pflegekinderdienstes (PKD) ergeben.

Diese Tätigkeiten sind immer dann vorzunehmen, wenn zum Wohle von Kindern und Jugendlichen Hilfen zur Erziehung oder Hilfen für junge Volljährige notwendig werden.

Sie reichen von der rein formalen Bewilligung der Leistung bis hin zur Überprüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Eltern, Kinder, Jugendlichen und jungen Volljährigen und ggf. auch deren Heranziehung zu den Kosten der Hilfe.

Art und Umfang dieser Tätigkeit hängen dabei vorrangig von der Art der Hilfeleistung ab.

Ein Spezialbereich der Tätigkeit ist die Bewilligung, Gestaltung und Abwicklung der Eingliederungshilfen für seelisch Behinderte oder junge Menschen, die von einer seelischen Behinderung bedroht sind, soweit diese Leistungen ambulant erbracht werden.

In vielen Fällen sind Hilfen erforderlich, die sich mit der Linderung oder Behebung von Teilleistungsschwächen im schulischen Lernen befassen. Teilleistungsschwächen in diesem Sinne sind besonders Lese- Rechtschreibschwächen (auch jede für sich) und Rechenschwächen.

Folgende Hilfen werden bei Bedarf auf Veranlassung der sozialen Dienste erbracht und unterliegen der Hilfeplanung gem. SGB VIII:
  • Hilfen für Kinder in Krisen- und Notsituationen
  • Gemeinsame Wohnformen für alleinerziehende Mütter oder Väter mit einem Kind bis zum sechsten Lebensjahr
  • Hilfen zur Erziehung für Kinder und Jugendliche gem. SGB VIII, insbes. §§ 27 ff.
  • Hilfen zur Erziehung und Hilfen für junge Volljährige in verschiedenen Formen und ggf. Kombinationen
  • Eingliederungshilfe für seelisch Behinderte oder von einer seelischen Behinderung Bedrohte, hier sind verschiedene Hilfeformen möglich.
  • Hilfen zur Erfüllung der Schulpflicht (z.B. Schausteller- oder Zirkuskinder)

Gebührenrahmen:

Hilfen durch das Jugendamt sind gebührenfrei, jedoch sind bei den kostenintensiveren Hilfen von den unterhaltspflichtigen Eltern Kostenbeiträge einkommensentsprechend zu leisten. Die MitarbeiterInnen der wirtschaftlichen Jugendhilfe beraten und informieren Sie gerne im Einzelfall.

Benötigte Unterlagen:

Eingliederungshilfen ambulanter Art können unmittelbar bei dem Verwaltungsmitarbeiter beantragt werden, der sich speziell mit diesen Hilfen beschäftigt (siehe Ansprechpartner). Dies geschieht im Allgemeinen durch einen formlosen Antrag, mit dem die Leistung geltend gemacht wird und weiteren Unterlagen (Gutachten), die über die Art und den Umfang der Beeinträchtigung Aufschluss geben. Diese Gutachten können von entsprechend qualifizierten Personen erstellt sein (Schulpsychologischer Dienst, FachmedizinerInnen, Kinderärzte, Psychologen Pädagogen oder andere Personen mit psychotherapeutischer Zusatzausbildung).

Alle anderen Hilfen sind mit den sozialen Diensten zu erarbeiten und über sie zu beantragen.

Öffnungszeiten:

Allgemeine Öffnungszeiten sind montags bis freitags 7.30 - 12.00 Uhr und donnerstags zusätzlich 13.30 - 16.00 Uhr sowie nach Absprache. Es empfiehlt sich eine vorherige telefonische Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Sachbearbeiter. 

Formulare:

Ein Musterantrag mit den erforderlichen Angaben und Erklärungen ist hier hinterlegt:
  • Musterantrag
  • Anspruchsvoraussetzungen

Rechtliche Grundlage:

Gesetzliche Grundlagen sind für die einzelnen Aufgaben:
  • für Hilfen für Kinder in einer Notsituation § 20 SGB VIII
  • für Hilfen zur Erfüllung der Schulpflicht § 19 SGB VIII
  • für Gemeinsame Wohnformen für Mütter oder Väter und Kinder § 19 SGB VIII
  • für Hilfen zur Erziehung §§ 27 ff. SGB VIII
  • für Hilfen für junge Volljährige § 41 SGB VIII
  • für Eingliederungshilfen für Kinder oder Jugendliche, deren seelische Gesundheit beeinträchtigt ist
oder denen eine solche Beeinträchtigung droht § 35a SGB VIII
  • für die Ermittlung des Einkommens Beitragspflichtiger, die Berechnung des Kostenbeitrages und die Heranziehung zu den Kosten der Hilfen die §§ 91 bis 97a SGB VIII, §§ 79, 84, 85, 88 und 89 Bundessozialhilfegesetz (BSHG) und §§ 1601 ff Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), soweit sie sich auf die Unterhaltspflicht und die Behandlung des Kindergeldes beziehen und § 74 Einkommenssteuergesetz (EStG)

Besonderheiten:

Ihre AnsprechpartnerInnen finden Sie in den drei Regionalbüros. Hier finden Sie die Anschriften der drei Regionalbüros und die Ansprechpartner.