Brand bei der OWL Entsorgungs GmbH in Schwalenberg
Nach dem Brand bei der OWL Entsorgungs GmbH in der Nacht
vom 11.04 auf den 12.04.2010 in Schwalenberg
liegen nun die ersten Analysewerte vor.
Wie bereits in der Pressemitteilung am 16.04.2010
bekannt gegeben wurde sind die Emmer, der Schiedersee
und die Emmer unterhalb des Stausees für Angler und
Wassersportler wieder uneingeschränkt nutzbar. Der
Lippebach und die Niese werden nach Einschätzung der
Experten in den belasteten Abschnitten sicherlich einige
Jahre brauchen, um ihre biologische Aktivität wieder
voll entfalten zu können. Die weiteren
Untersuchungen werden darüber Klarheit geben,
inwieweit die Wiederansiedlung von Fischen durch
unterstützende Maßnahmen beschleunigt werden
kann.
Stoffuntersuchungen (Rußablagerungen) des Landesamtes
für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz (LANUV) haben
ergeben, dass die Messwerte den Grenzwert um bis zu ein
20-Faches unterschreiten. Damit werden auch die Messungen
der Feuerwehr in der Brandnacht bestätigt, die
daraufhin Entwarnung für die Bevölkerung gegeben
hat.
Weitere Informationen können Sie den
nachfolgenden Untersuchungsberichten und Mitteilungen
entnehmen
Allgemein
Kurzinformation über den LANUV -
SONDEREINSATZ vom 12.04.2010
Wasser
Kurzbericht zur Untersuchung der Wasserproben
aus dem Lippebach, der Niese, der Emmer und dem Schieder
Stausee nach dem Brand der Fa. OWL Entsorgung in
Schieder-Schwalenberg des Landesamts für Natur, Umwelt
und Verbraucherschutz Nordrhein-westfalen vom 16.04.2010
Stellungnahme des Sachverständigen
"Ökologischer Schaden Lippebach, Niese, Emmer und
Emmertalsperre Löschwassereinleitung Brand Schwalenberg"
vom 15.04.2010
Luft
Der ABC-Trupp der Feuerwehr hatte nitrose Gase knapp
über der Feuerwehreinsatzschwelle für Atemschutz
der Feuerwehrleute und Salzsäure, knapp unter der
Einsatzschwelle in 50 m Abstand zum Brandherd gemessen.
Die gaschromatographische Untersuchung der Gasphase
über den Wasser- und Schlammproben im LANUV ergab ein
Gemisch aus einer Vielzahl von Kohlenwasserstoffen
(Lösemittel); der Anteil chlorierter Verbindungen ist
allerdings gering (< 1%).
Eine Wischprobe zur Analyse auf Dioxine und Furane ergab
einen Wert, der um den Faktor 8 unter dem
Reinigungsrichtwert für ständig bewohnte
Räume liegt. Dieser Wert wurde nach dem
Seveso-Unglück als Vorsorgewert für bewohnte
Räume nach einer Reinigung abgeleitet. Eine
nennenswerte PCDD/F-Emission ist vom Brand somit nicht
ausgegangen.
Boden
Die Analyse abgewehter Brandreste auf Dioxine und Furane
ergab einen Wert, der um den Faktor 20 unter dem maximal
für Spielsand von Kinderspielplätzen festgelegten
Grenzwert liegt. Es handelt sich somit um eine geringe
Konzentration, die nicht geeignet ist, Böden,
Spielplatzsande etc. nennenswert zu beeinträchtigen,
zumal die Brandreste nur als vereinzelte Flocken
vorgefunden wurden.
Untersuchung von Spielsand, Bodenproben und
Sedimentproben auf Dioxine und Furane durch das Landesamt
für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz (LANUV)
vom 22.04.2010