Gewerbeabfallentsorgung

43 Abfall Gewerbeabfallentsorgung Bild1Abfälle, die nicht aus privaten Haushalten stammen, sondern aus anderen Herkunftsbereichen, werden als Gewerbeabfälle bezeichnet. Die Entsorgung dieser Abfälle wird u. a. durch die Gewerbeabfallverordnung geregelt.
Die Gewerbeabfallverordnung sieht in erster Linie die getrennte Sammlung und weitere Entsorgung von Abfällen wie: Papier/Pappe, Glas, Metalle, Kunststoffe und Bioabfälle vor.


Gemischte Siedlungsabfälle

Gemischter Siedlungsabfall, der aus gewerblichen Betrieben stammt, ist in seiner Zusammensetzung mit den Abfällen aus privaten Haushalten zu vergleichen. Die Bezeichnung "hausmüllähnliche Gewerbeabfälle" wird vielfach auch heute noch verwendet. Damit soll lediglich verdeutlicht werden, dass dieser Abfall eben aus Gewerbebetrieben stammt.

Die Gewerbeabfallverordnung regelt grundsetzlich die getrennte Sammlung der verschiedenen Siedlungsabfälle und lässt nur in begründeten Ausnahmefällen eine gemischte Sammlung zu. Ausnahmen sind z. B. möglich, wenn die getrennte Sammlung unwirtschaftlich ist oder technisch nicht möglich. In diesen Fällen muss dann eine Sortierung der gemischten Abfälle in einer Sortieranlage efolgen. Die Sortieranlage muss ihrerseits eine Verwertungsquote von mind. 85 % erreichen.


Verwertbare Abfälle

43 Abfall Gewerbeabfallentsorgung Bild2Verwertbare Abfälle können bereits in den Betrieben getrennt gesammelt und einer Verwertung zugeführt werden. Dadurch können Kosten, die für eine Sortierung anfallen würden, gespart werden. Die direkte Verwertung in einer entsprechenden Anlage ist in der Regel kostengünstiger als eine Beseitigung bzw. Sortierung. Verwertbare Abfälle sind z.B. Verpackungsabfälle, separat eingesammelte Stoffe wie Glas, Metalle, Holz, Papier/Pappe oder Kunststoffe. Auch getrennt eingesammelte organische Abfälle sollten nach Möglichkeit verwertet werden. Eine Vermischung der v.g. Abfallstoffe ist nach der Gewerbeabfallverordnung nur noch in Ausnahmefällen (siehe oben) oder unter der Voraussetzung möglich, dass die einzelnen Abfallstoffe in nahezu gleicher Menge und stofflicher Reinheit wieder auseinandersortiert werden. Bioabfälle müssen allerdings immer getrennt gesammelt werden.

Verwertbar sind auch viele Abfälle aus der Gruppe der gefährlichen Abfälle, landläufig auch als Sonderabfall oder schadstoffhaltige Abfälle bekannt. Der bekannteste Vertreter ist wohl das Altöl, welches bei entsprechender separater Sammlung stofflich wie auch energetisch verwertet werden kann.


Abfälle zur Beseitigung

Abfälle, die nicht verwertet werden können, müssen schadlos beseitigt werden und sind hierzu den öffentlichrechtlichen Entsorgungsträgern zu überlassen. Der gewerbliche Abfallerzeuger muss für die Beseitigung der Abfälle die von der jeweiligen Kommune bereitgestellten Abfallbehälter benutzen. Die Menge und Größe der Abfallbehälter werden durch die kommunalen Abfallsatzungen vorgegeben.


Abfälle sortieren

43 Abfall Gewerbeabfallentsorgung Bild3Abfälle aus Betrieben, die nicht über die kommunale Sammlung entsorgt werden, werden im allgemeinen über die im Kreis Lippe vorhandenen Sortieranlagen entsorgt. Eine direkte Anlieferung der Abfälle zur MVA Bielefeld-Herford erfolgt nur in Ausnahmefällen wie z.B. bei Krankenhausabfällen.



Die Grafik gibt einen Überblick über die Abfälle, die in den Jahren 2014 bis 2016 angefallen sind.

43_Abfall_Grafik_Gewerbeabfallmengen


Gefährliche Abfälle

Gefährliche Abfälle, die heute noch unter dem Begriff Sonderabfälle bekannt sind, fallen in vielen Betrieben an. Es handelt sich z.B. um Altöle, Abfälle, die mit schädlichen Stoffen verunreinigt sind, Emulsionen, Farben/Lacke, Lösemittel, Chemikalien, verschiedene mit Schwermetallen belastete Schlämme, Schlämme und Flüssigkeiten aus Ölabscheidern, verschiedene Batterien/Akkumulatoren, Klebemittel, quecksilberhaltige Abfälle, infektiöse Abfälle und weitere Abfälle.

In der Regel sind die gefährlichen Abfälle vom jeweiligen Abfallerzeuger in eigener Verantwortung und durch Beauftragung geeigneter Entsorger zu beseitigen oder zu verwerten. Sie unterliegen besonderen Nachweispflichten. Als Nachweis für die Verwertung oder Beseitigung sind sogenannte Entsorgungsnachweise oder Sammelentsorgungsnachweise sowie Begleitscheine oder Übernahmescheine zu verwenden. Weitere Informationen stehen auf der Seite über die Entsorgung von gefährlichen Abfällen.

Sie sind auf der Suche nach einem Entsorger? Bitte wenden Sie sich an die Gewerbeabfallberatung des Kreises Lippe. Tel.: 05231 / 62-77513


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