Landwirtschaftliche Verwertung

Organische Düngemittel wie z.B. Gülle, Jauche, Stallmist und sog. Sekundärrohstoffdünger wie z.B. Klärschlamm und Kompost werden zur Düngung der Kulturen im Acker- und Pflanzenbau eingesetzt. Die Nährstoffe dienen zur Ernährung der Pflanzen. Art und Menge der Düngung richtet sich nach der Jahreszeit und dem Vegetationsstand.

Gesetzliche Vorgaben wie z.B. die Düngeverordnung regeln u.a. Ausbringverbote und die Pflicht, flüssige Düngemittel unverzüglich einzuarbeiten, um Emissionen zu vermeiden. Beim korrekten Umgang mit den Stoffen und bei der Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen wird eine Verunreinigung des Grundwassers und eine überhöhte Nährstoffaufbringung vermieden.

Informationen kann die Landwirtschaftskammer NRW in Brakel ( Tel.: 05272/37010) als zuständige Behörde geben.


Gülle / Jauche / Stallmist

Gülle, Jauche und Stallmist sind organische Düngemittel, die als Produkt aus der Tierhaltung auf landwirtschaftlichen Betrieben anfallen. Die Stoffe werden zur Düngung auf den Flächen des Betriebes eingesetzt. Bei der Ausbringung auftretende starke Gerüche können dabei nicht immer vermieden werden. Der Landwirt muss sicherstellen, dass keine negativen Auswirkungen z.B. auf Gewässer entstehen können.


Klärschlamm

Klärschlamm ist das Abfallprodukt aus der Abwasserreinigung aus Kläranlagen. Aufgrund der Nährstoffgehalte kann er als sog. Sekundärrohstoffdünger auf Ackerflächen zur Düngung eingesetzt werden. Je nach Herkunft des Klärschlammes beinhaltet er aber auch unterschiedliche Gehalte an Schwermetallen wie z.B. Blei, Zink, Quecksilber, Chrom, Kupfer, Cadmium und Nickel. Die gesetzliche Grundlage hierfür ist die Abfallklärschlammverordnung (AbfklärV) vom 15. April 1992. Erst nach Vorlage der Untersuchungsergebnisse auf die vorhandenen Inhaltsstoffe und Schwermetalle von Boden und Klärschlamm kann der Klärschlamm mit einer max. Menge von 5 t/TS pro Hektar in 3 Jahren landwirtschaftlich verwertet werden.

Zuständig für die Überwachung der Klärschlammverordnung ist die untere Wasser-/ Abfallwirtschaftsbehörde beim Kreis Lippe.


Kompost/Bioabfälle

Das Endprodukt aus einer Vergärung oder Kompostierung ist der Biokompost. Dabei werden organische Bioabfälle unter Mithilfe von Bakterien zu Kompost bzw. Bioabfall umgewandelt.

Im Kreis Lippe gibt es zurzeit ein Kompostwerk, drei Kompostierungsplätze und ca. fünf private Biogasanlagen. Als Ausgangsmaterial können fast alle org. Abfälle verwendet werden. Der fertige Kompost wird häufig im Garten- und Landschaftsbau, aber auch zur landwirtschaftlichen Düngung eingesetzt.
Die Bioabfallverordnung (BioAbfV) vom 21. September 1998 gib vor, welche Stoffe eingesetzt werden dürfen und welche technischen Voraussetzungen die Anlagen zum Behandeln dieser Stoffe einhalten müssen.

Weite Teile der Zuständigkeiten liegen bei der unteren Wasser-/ Abfallwirtschaftsbehörde des Kreises Lippe.