Energieatlas

Der Energieatlas bietet den lippischen Bürgerinnen und Bürgern einen detaillierten Überblick zu Energiebereitstellung und -verbrauch im Kreis Lippe. Kommunenscharf und energieträgerspezifisch enthält er insbesondere Informationen zum Stromverbrauch und zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Alle drei bislang erschienenen Ausgaben des Energieatlas' finden Sie hier als pdf-Dokument zum Download, die Daten zur 3. Ausgabe des Energieatlas' haben wir darüber hinaus im GeoPortal des Kreises Lippe für Sie aufbereitet.

 

Lippe Energieatlas - Ausgabe 3

 Energieatlas Ausgabe 3  Externer Link: Icon Geoportal

Die Zahlen zur ökologischen Stromerzeugung und den Gesamtstromverbräuchen in Lippe für das Jahr 2012 sprechen eine deutliche Sprache: Der Anteil der erneuerbaren Energien und der Kraft-Wärme-Kopplung nimmt einen immer bedeutenderen Stellenwert im Kreisgebiet ein. Das ist eines der Hauptergebnisse des dritten Energieatlas‘, den der Kreis in den vergangenen Monaten gemeinsam mit den Stadtwerken Bad Salzuflen, Blomberg, Detmold, Lage, Lemgo und Oerlinghausen sowie RWE und Westfalen Weser Energie für das gesamte Kreisgebiet erstellt hat. Auf 60 Seiten werden Zahlen, Daten und Fakten zur Energiebereitstellung sowie Informationen rund um die Themen Stromverbrauch, Stromerzeugung und Wärme in allen 16 lippischen Städten und Gemeinden präsentiert. 

So fußt die Stromerzeugung in Lippe wie in den Vorjahren auf den drei Hauptsäulen Windenergie, Kraft-Wärme-Kopplung aus dem Betrieb mit fossilen Brennstoffen und Kraft-Wärme-Kopplung aus thermischer Verwertung. Zusammen machen die drei genannten Stromgewinnungsarten drei Viertel des in Lippe insgesamt erzeugten Stroms aus. Neu ist hingegen die gewachsene Bedeutung der Bereiche Photovoltaik und Biogas, die mittlerweile jeweils einen Anteil von 10 Prozent an der Stromproduktion in der Region haben. Besonders auf dem Photovoltaiksektor konnte im Betrachtungszeitraum zwischen 2009 und 2012 ein großer Zuwachs bei der Stromerzeugung festgestellt werden. Mit einer Zunahme um 58.729 MWh wurde ein Plus von über 400 Prozent zum Vergleichswert von vor drei Jahren erreicht. Die Erhöhung der Ertragszahlen in den Bereichen Windkraft und landwirtschaftlichen Biogasanlagen verlief mit jeweils rund 40.000 MWh nahezu identisch. Zusammenfassend wurden in 15 von 16 Kommunen im Jahr 2012 – größtenteils deutlich – mehr Strom aus erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt als noch drei Jahre zuvor. Gleichzeitig wurde in der Hälfte der lippischen Städte und Gemeinden weniger Strom verbraucht als 2009, unter dem Strich waren es 0,5 Prozent weniger. Insgesamt lag der Stromverbrauch mit 1.594.000 MWh um knapp 8.000 MWh niedriger als 2009 und sogar um 116.500 MWh unter dem Wert von 2006. Gleichzeitig stieg die Stromerzeugung in den vergangenen drei Jahren von 580.421 MWh um 140.719 MWh auf nunmehr 721.140 MWh. Dies entspricht einem Plus von 24,2 Prozent, verglichen mit 2006 bedeutet dies sogar eine ökologisch vorteilhafte Mehrerzeugung von 37,6 Prozent. „Wir können mittlerweile auf einen Anteil von 45,2 Prozent dezentraler Stromerzeugung in Lippe aus erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Kopplung am Gesamtstromverbrauch blicken. Ich danke daher unseren Energieversorgern für die Region, die mit ihrem Vertrauen in diese zukunftsweisenden Technologien ein wichtiges Zeichen setzen“, sagt Landrat Friedel Heuwinkel über die Ergebnisse des dritten Energieatlas‘. „Die großen Zuwächse im Bereich der Stromerzeugung mit erneuerbarer Energie bestätigt uns darin, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen und so einen Beitrag zu einer klimafreundlichen Zukunft zu leisten“, so die Geschäftsführer der Energieversorger.

Die Wärmeversorgung durch erneuerbare Energien hat hingegen bisher noch nicht den Stellenwert der Stromerzeugung erreicht: So liegt die Gesamtnutzwärmeerzeugung im Kreisgebiet (zusammengesetzt aus den erneuerbaren Energien, Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und den Feuerstätten mit Öl- oder Gasbetrieb) bei insgesamt 5.043.728 MWh/a, wobei ein Anteil von 15,8 Prozent durch erneuerbaren Energien und die KWK abdeckt werden kann. Im Kreis Lippe lag der Anteil der aus erneuerbaren Energien erzeugten Wärme damit über dem Bundesdurchschnitt von 10,4 Prozent. Der größte Teil der Wärme wird hierbei durch biogene Festbrennstoffe erzeugt. Nach der „Studie zur Entwicklung der erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Kopplung“ im Kreis Lippe gab es im Jahr 2011 rund 54.000 Holzfeuerungsanlagen mit einer Gesamtleistung von 634.540 kWth. Die in Lippe vorhandenen Biogasanlagen hatten im Jahr 2011 eine theoretische Leistung von 10.000 kWhth. Gemäß Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) waren bis zum 31. Dezember 2010 im Kreis 3.999 Solarthermieanlagen mit einer Gesamtfläche von 33.235 m² installiert. Dies entsprach allein innerhalb eines Jahres einem Plus von 40 Prozent gegenüber der installierten Kollektorfläche im Jahr 2009. Die Zahl der Geothermieanlagen ist gegenüber dem Jahr 2009 von 440 auf 588 Anlagen (Stand: November 2013) gestiegen. „Die Energiewende hat erst begonnen. Aber die Menschen in Lippe sind bereits auf dem Weg in eine klimafreundlichere Zukunft“, fasst Landrat Friedel Heuwinkel zusammen.

Der Energieatlas liegt ab kommender Woche bei den Energieversorgern, im Detmolder Kreishaus sowie zeitnah bei den Städten und Gemeinden aus und ist hier zum Download bereitgestellt.

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Ferner finden Sie viele Daten des neuen Energieatlas' nun erstmals aufbereitet als Geoinformationen im neuen GeoPortal des Kreises Lippe.

 

Frühere Ausgaben

Lippe Energieatlas - Ausgabe 1

Energieatlas Ausgabe 1

Im März 2009 erschien der Energieatlas erstmals, die Datenbasis bezog sich dabei auf das Erhebungsjahr 2006. Ziel des Atlas', der vom Kreis Lippe mit den Stadtwerken Bad Salzuflen, Detmold, Lemgo und Oerlinghausen sowie E.On gemeinsam erstellt wurde, war es, gestützt auf die Verbrauchs- bzw. Einspeisedaten der Energieversorger aus dem Jahr 2006 Bürgern, Wirtschaft und Politik gleichermaßen einen Überblick über den Energiesektor verschaffen. Der Energieatlas sollte alle Beteiligten im Kreisgebiet für das Thema Energie sensibilisieren und ihnen Anreize für die Nutzung und den Ausbau erneuerbarer Energien liefern. Gleich­zeitig sollte der er als Planungs- und Handlungsgrundlage für die Verwaltung selbst dienen.

 

Lippe Energieatlas - Ausgabe 2

Energieatlas Ausgabe 2

Aufgrund der positiven Resonanz auf die Erstausgabe begannen im März 2010 die Gespräche des Kreises Lippe mit den Energieversorgern über die Fortschreibung des Energieatlas’. Als Datengrundlage diente diesmal das Jahr 2009. Im Gegensatz zur Erst­ausgabe konnte nun erstmals eine Entwicklung des lippischen Strommarktes ermittelt und dargestellt werden. Mit den Blomberger Versorgungsbetrieben, den Stadtwerken Lage sowie RWE konnten zudem weitere Partner für die Erstellung der zweiten Ausgabe des Energieatlas' gewonnen werden.