„Ausgezeichnet“ ist der Kreis Lippe bereits seit der Verleihung des European Energy Awards in Gold. Jetzt wird er zum Vorbild für Kommunen im gesamten Bundesgebiet: Als Masterplan-Kommune soll der Kreis künftig Maßnahmen für den Klimaschutz entwickeln, die vorbildhaft für die gesamte Bundesrepublik umgesetzt werden.

Am 19.10.2015 wurde bereits der mehrheitliche Beschluss im Kreistag gefällt, sich für das Projekt zu bewerben. Die finanzielle Förderung des Bundes wurde jetzt bewilligt. „Wir haben bereits die Ideen, jetzt bekommen wir auch die Mittel für die Umsetzung“, freut sich Dr. Ute Röder, Leiterin des Fachbereichs Umwelt und Energie beim Kreis Lippe. Unter anderem sind seit dem 01.07. bzw. 01.08.2016 drei Masterplanmanager eingestellt, um Maßnahmen in den Schwerpunkten des Masterplans umzusetzen, die sich aus den Themen „Klimaschutz im persönlichen Lebensumfeld“, „Bau und Technologie“ und „Nachhaltige Mobilität“ zusammensetzen.

Als eine von bundesweit 20 Kommunen wurde der Kreis Lippe ausgewählt, um bis 2020 umsetzungsfähige Maßnahmen zu entwickeln. Das Ziel: Bis 2050 soll der Energiebedarf halbiert und der Ausstoß von Treibhausgasen sogar um 95 % reduziert werden. „Das ist ein großes Ziel, aber wir sind im Hinblick auf den Klimaschutz schon jetzt außerordentlich gut aufgestellt. Ich bin überzeugt, dass wir dank der Unterstützung aus der Politik und von den Bürgern in den nächsten Jahren viel erreichen werden“, betont Landrat Dr. Axel Lehmann. Zu den wichtigsten Kriterien im Auswahlprozess gehörte, dass bereits vorab ein hohes Maß an Klimaschutz betrieben wurde und eine gute Infrastruktur für die Umsetzung des Projekts vorliegt. Die Förderung durch den Bund beläuft sich auf rund 750.000 Euro für eine Laufzeit von vier Jahren, der Kreis Lippe bezuschusst die Umsetzung mit ca. 190.000 Euro. Als Masterplan-Kommune hat der Kreis Lippe außerdem die Möglichkeit, eine weitere ausgewählte Einzelmaßnahme mit zusätzlich 200.000 Euro vom Bund fördern zu lassen.

„Nach der Zusage wollen wir nun nicht nur die Maßnahmen zum Klimaschutz vorantreiben, sondern vor allem auch die bisherigen Projekte bündeln, weiterentwickeln und die Maßnahmen des Kreises sowie der 16 Kommunen enger vernetzen. So können wir den Klimaschutz langfristig noch effizienter gestalten und gleichzeitig die Städte und Gemeinden bei der Umsetzung unterstützen. Damit wollen wir unter anderem auch Doppelarbeit vermeiden“, erklärt Frau Dr. Röder. Im Masterplan sollen unter anderem Partizipationsprozesse eine zentrale Rolle spielen: Unternehmen und Behörden können ihre Ideen zum Klimaschutz einbringen und auch die Bürger sind ausdrücklich aufgerufen, Anregungen und Vorstellungen mitzuteilen.

„Wir wollen den Masterplan nicht fernab der Lebenswirklichkeit unserer Bürger entwickeln und durchsetzen. Ganz im Gegenteil, jeder kann sich einbringen, jeder kann mitgestalten und seinen Teil zum Klimaschutz beitragen“, betont Olrik Meyer, Leiter des Teams Immissionsschutz und Energie des Kreises Lippe. „Schon jetzt freuen wir uns über jeden Bürger, der sich aktiv in unser KlimaPakt-Projekt einbringt. Und auch in Zukunft wollen wir eng mit allen Akteuren zusammenarbeiten.“

Für weitere Informationen zum Masterplan-Projekt, insbesondere über umgesetzte Maßnahmen nutzen die Internetseite des KlimaPakts Lippe unter www.klimapakt-lippe.de