Was sind Hochwasserrisikomanagementpläne?

Die Hochwasserrisikomanagementpläne benennen Risikobereiche, Ziele und Maßnahmen und zwar für alle Handlungsbereiche, die im Zusammenhang mit Hochwasser in der jeweiligen Region relevant sind. Die Pläne gelten jeweils für sechs Jahre (Zeitraum für den ersten Plan: 2015-2021). Die enthaltenen Maßnahmen werden mit Prioritäten, Zuständigkeiten und Umsetzungszeiträumen konkretisiert. Ziel der Hochwasserrisikomanagementplanung ist die Minimierung möglicher Schäden durch Vermeidung, Schutz und Vorsorge.

Die Pläne sind wichtig für alle

  • Personen und Institutionen, die möglicherweise von Hochwasser betroffen sind und Vorsorge treffen wollen (Privatpersonen, Unternehmen, Kulturinstitutionen)
  • Personen und Institutionen, deren Flächen aufgrund des Hochwasserrisikos möglicherweise in ihrer Nutzung eingeschränkt sind oder die zur Hochwasservorsorge umgenutzt werden sollten (Kommunen, Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz)
  • Mitarbeiter von Wasserwirtschaftsbehörden, Planungsbehörden sowie Wasser- und Deichverbänden
  • Einsatzkräfte der Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes

Die Federführung bei der Erstellung der Hochwasserrisikomanagementpläne liegt bei den Bezirksregierungen. Sie erarbeiten mit den zuständigen Akteuren (Kommunen, Kreise, Wasser- und Deichverbände) einen gemeinsamen Plan zur Minimierung der Hochwasserrisiken in der jeweiligen Region.

Die Bezirksregierungen sind dafür verantwortlich, den Prozess der Hochwasserrisikomanagementplanung in den Managementeinheiten zu organisieren, zu koordinieren und voranzutreiben. Dafür erarbeiten sie zunächst für jede Managementeinheit aus den Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten eine verbale Beschreibung der vorliegenden Risiken für die vier Schutzgüter – menschliche Gesundheit, Umwelt, Kulturerbe und wirtschaftliche Tätigkeit. Die Beteiligten in den Managementeinheiten können so bestehende Defizite und Risikoschwerpunkte identifizieren.

Der Hochwasserrisikomanagementplan enthält einen konkreten Maßnahmenplan. Er schreibt fest, welche Maßnahmen im jeweiligen Planungszeitraum ergriffen werden sollen, um die festgelegten Ziele zu erreichen.

Die Grundlage für die Maßnahmenplanung ist ein landesweit vereinbarter Maßnahmentypenkatalog. Er umfasst alle Maßnahmen des Hochwasserrisikomanagements, ordnet sie den Zielen zu und benennt die Zuständigkeiten.

Für den Kreis Lippe wurden folgende Gewässer im Hinblick auf signifikante Hochwassergefahren untersucht:
Bega, Berlebecke, Brederbach, Diestelbach, Ehrser Bach, Emmer, Exter, Ilse, Kalle (Oster- und Westerkalle), Niese, Oetternbach, Passade, Salze, Werre, Weser, Wiembecke, Wörmke (Ilsenbach)

Die Hochwasserrisikomanagementplanung des Landes NRW kann auf folgender Internetseite eingesehen werden:

www.flussgebiete.nrw.de


Ein wichtiger Bestandteil des Hochwasserrisikomanagementplans sind die Hochwassergefahrenkarten, die die Überschwemmungsbereiche der jeweiligen Gewässer sowie die zugehörigen Wassertiefen bei einem häufigen (20-jährlich), bei einem 100-jährlichen oder bei einem extremen (1.000-jährlich) Hochwasser darstellen.

Links zu den Hochwassergefahrenkarten:
Darstellung der Überschwemmungsbereiche mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit (20-jährliches Hochwasser)
Darstellung der Überschwemmungsbereiche mit einer mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit (100-jährliches Hochwasser)
Darstellung der Überschwemmungsbereiche mit einer niedrigen Eintrittswahrscheinlichkeit (1.000-jährliches Hochwasser)


Neben den Hochwassergefahrenkarten hat das Land auch Hochwasserrisikokarten erstellt, die das allgemeine Gefährdungspotential in den ermittelten Überschwemmungsgebieten darstellt.

Links zu den Hochwasserrisikokarten:
Darstellung der Hochwassergefahren mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit (20-jährliches Hochwasser)
Darstellung der Hochwassergefahren mit einer mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit (20-jährliches Hochwasser)
Darstellung der Hochwassergefahren mit einer niedrigen Eintrittswahrscheinlichkeit (1.000-jährliches Hochwasser)