Umgang mit wassergefährdenden Stoffen

Wassergefährdende Stoffe im Sinne des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) sind alle festen, flüssigen und gasförmigen Stoffe, die geeignet sind, nachhaltig die physikalische, chemische und biologische Beschaffenheit stehender und fließender Oberflächengewässer sowie des Grundwassers zu verändern.

Allein in Deutschland werden jährlich mehr als 500 Millionen Tonnen chemischer Stoffe und deren Zubereitungen eingesetzt. Mit ihnen wird in Privathaushalten, beim Handel, Gewerbe und im Industriebereich in unterschiedlichster Stoffvielfalt und Menge umgegangen.   

Umgang heißt: Lagern, Abfüllen, Umschlagen, Herstellen, Behandeln und Verwenden wassergefährdender Stoffe!   

Der notwendige Umgang mit diesen Stoffen ist somit nicht ohne Risiko und deshalb durch das Wasserhaushaltsgesetz und der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden - AwSV scharf reglementiert worden.

Die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen - AwSV wurde am 21. April 2017 im Bundesgesetzblatt verkündet und trat vollständig am 1. August 2017 in Kraft. Die Verordnung löst die bisher geltenden Länderverordnungen (VAwS`n) ab und regelt die Einstufung von Stoffen und Gemischen nach ihrer Gefährlichkeit, die technischen Anforderungen die Anlagen erfüllen müssen die mit diesen Stoffen und Gemischen umgehen, sowie die Pflichten der Betreiber solcher Anlagen.

Die Verordnung regelt alle Anlagen, in denen mit wassergefährdenden Stoffen umgegangen wird: vom privaten Heizölbehälter über Tankstellen, Raffinerien, Galvanikanlagen, Biogasanlagen bis hin zu landwirtschaftlichen JGS-Anlagen (Jauche,Gülle,Silage).

 

Aufgaben des Kreises Lippe

Die untere Wasserbehörde ist zuständig für Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen.   

Aufgaben: 

- Stellungnahmen zu Bauvorhaben
- Beratung vor Ort
- Bearbeitung von Eignungsfeststellungsverfahren (Einzelgenehmigungen)
- Zulassung und Überwachung von Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen 
- Maßnahmen der Gefahrenabwehr bei Unfällen mit wassergefährdenden Stoffen
- Behördliche Anordnungen auf Grund besonderer Umstände (§ 16 AwSV)

- Auswertung von Sachverständigenprüfberichten
- Anordnung und Überwachung von Mängelbeseitigungen

 

Wissenswertes zum Thema...


Genehmigungs- bzw. Anzeigepflicht  

Wer Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen einbauen, aufstellen, betreiben, wieder in Betrieb nehmen, wesentlich ändern oder stilllegen will, hat dieses im Regelfall der unteren Wasserbehörde des Kreises Lippe - Fachgebiet 701 anzuzeigen. Anforderungen zur Anzeige finden Sie unten auf der Seite...

 

Grundsatzanforderungen

Anlagen müssen so geplant und errichtet werden, beschaffen sein und betrieben werden,dass wassergefährdende Stoffe während ihrer Betriebsdauer nicht austreten können, eine auftretende Undichtigkeit schnell und zuverlässig erkannt und im Schadensfall anfallende Stoffe zurückgehalten und schadlos entsorgt oder beseitigt werden. Neu ist, dass die AwSV eine fachgerechte qualifizierte Planung von Anlagen als Grundlage für den späteren rechtskonformen Betrieb verlangt. Das heißt, dass den Planern die AwSV und die einzuhaltenden technischen Regeln hinreichend bekannt sein müssen. Selbst bei der Instandsetzung von Anlagen oder Anlagenteilen ist ein Instandsetzungskonzept erforderlich.

Bei der Stilllegung einer Anlage oder von Anlagenteilen sind alle in der Anlage oder in den Anlagenteilen enthaltenen wassergefährdenden Stoffe, soweit technisch möglich, zu entfernen. Die Anlage ist abschließend gegen missbräuchliche Nutzung zu sichern. Diese Arbeiten dürfen im Regelfall nur duch zertifizierte Fachbetriebe ausgeführt werden.(siehe §§ 45 und 62 AwSV).

Nachfolgend finden Sie direkte Verknüpfungen zu Themen rund um den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen.

 

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