Mehr Service für die Bürger -
Behördenrufnummer 115 geht in den Regelbetrieb
Die einheitliche Behördenrufnummer 115 ist gestern in
den Regelbetrieb gestartet. Bundesweit endet damit die
zweijährige Pilotphase, an der sich auch der Kreis
Lippe, die Stadt Bad Salzuflen und die Gemeinde
Leopoldshöhe beteiligt haben. Ziel des Regelbetriebs ist
es, die Behördenrufnummer 115 als dauerhaften
telefonischen Bürgerservice flächendeckend in
Deutschland zu etablieren. In Berlin nahmen Landrat Friedel
Heuwinkel, Bad Salzuflens Bürgermeister Dr. Wolgang
Honsdorf und weitere Beteiligte aus Lippe am
115-Lenkungsausschuss teil.
Seit März 2009 haben zahlreiche Modellregionen das
115-Projekt getestet. Ziel der einheitlichen
Behördenrufnummer ist es, Bürgern den Zugang zu
Auskünften über Leistungen der öffentlichen
Verwaltung deutschlandweit zu ermöglichen. In Lippe
sind seit der Einführung 9700 Anrufe über die
Nummer eingegangen. Einen wesentlicher Unterschied zu
anderen Bürgerservicenummern und damit einen
deutlichen Mehrwert für den Anrufer liefert die
neuartige Wissensmanagement‑Lösung. Um die
Anfragen der Bürger von jedem Ort einheitlich
beantworten zu können, greifen die Mitarbeiter in den
115-Servicecentern auf ein gemeinsam erarbeitetes
Wissensmanagementsystem zurück. Wesentliche
Informationen zu den am häufigsten nachgefragten
Leistungen der öffentlichen Verwaltung sind dort
hinterlegt. Das Wissensmanagement wird ständig
aktualisiert und erweitert und beruht auf den von den
teilnehmenden Verwaltungen bereitgestellten Informationen.
"Das Projekt steht beispielhaft für eine
ebenenübergreifende, partnerschaftliche auf
Freiwilligkeit basierende Zusammenarbeit. Die 115 ist ein
Musterbeispiel für die gemeinsame Umsetzung von
Innovationen in der deutschen Verwaltung", betont Landrat
Friedel Heuwinkel. Gemeinsam handeln auch die Akteure in
Lippe und Ostwestfalen. Seit dem vergangenen Jahr gibt es
eine interkommunale Zusammenarbeit zwischen dem Kreis
Lippe, den Städten Bad Salzuflen und Bielefeld sowie
der Gemeinde Leopoldshöhe. "Die Stadt Bad Salzuflen
lässt bereits seit Beginn des Pilotbetriebs die aus
ihrem Stadtgebiet eingehenden 115-Anrufe durch das
BürgerServiceCenter (BSC) der Stadt Bielefeld
beauskunften", erklärt Bürgermeister Honsdorf..
Der Kreis Lippe nutzt diese Möglichkeit am
Freitagnachmittag in der Zeit von 15 bis 18 Uhr. In
Leopoldshöhe ist die telefonische Erreichbarkeit des
Rathauses seit September 2010 mit Hilfe des
Bürgerservices im Kreishaus montags bis donnerstags
durchgehend von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr
sichergestellt. "Damit ist die Telefonzentrale in
Leopoldshöhe um insgesamt zehn Stunden mehr erreichbar
als vorher", weist der Leopoldshöher
Bürgermeister Gerhard Schemmel auf eine deutliche
Qualitätssteigerung hin. Weitere lippische Kommunen
haben mittlerweile ihr Interesse signalisiert, die Vorteile
dieses Systems nutzen zu wollen. "Die Stadt Lage und die
Gemeinde Kalletal erarbeiten derzeit die strukturellen
Voraussetzungen zur Teilnahme am Regelbetrieb", berichtet
Thomas Wolf-Hegerbekermeier, Projektleiter beim Kreis
Lippe.
Der Pilotbetrieb der einheitlichen Behördenrufnummer
115 wurde 2009 mit 13 kreisfreien Städten und
Landkreisen, vier Bundesländern, 14
Bundesbehörden und einer Reichweite von rund zehn
Millionen Bürgern aufgenommen. Bis heute hat sich die
Anzahl der Servicecenter mehr als verdoppelt und die
Reichweite auf etwa 15,3 Millionen Bürger erweitert.
Die 115 gilt als erster Bürgerservice mit einem
messbaren und damit für die Bürger
nachvollziehbaren Serviceversprechen. Die 115 ist montags
bis freitags von 8 bis 18 Uhr erreichbar. 75 Prozent der
115-Anrufe werden innerhalb einer Frist von 30 Sekunden
durch Mitarbeiter in einem 115-Servicecenter angenommen. 65
Prozent werden beim ersten Anruf beantwortet. Wenn eine
Anfrage nicht sofort beantwortet werden kann, erhält
der Anrufer innerhalb von 24 Stunden während der
Servicezeiten eine Rückmeldung - je nach Wunsch per
Mail, Fax oder Rückruf.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.d115.de oder telefonisch
unter der 115.
BUZ: In Berlin beim Start des 115-Regelbetriebes dabei (von
links): Friedel Heuwinkel, Dr. Dominik Böllhoff (BMI),
Dr. Wolfgang Honsdorf, Rüdiger Schmidt (Stadt
Bielefeld), Thomas Wolf-Hegerbekermeier und Kai Koepke
(Stadt Bielefeld).