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Schnell ins Internet - Breitbandausbau für lippische Ortschaften startet in Bentrup-Loßbruch


Schnell ins Internet - für den einen selbstverständlich, für den anderen bisher nur eine Vision. Noch immer gibt es weiße Flecken auf der DSL-Landkarte - auch in Lippe. Für einige Lipper wird sich das jedoch in den kommenden sechs Monaten ändern. Heute hat die Deutsche Telekom damit begonnen, drei Detmolder Ortsteile und damit rund 5000 Einwohner von Bentrup-Loßbruch, Herberhausen und Klüt an die schnelle Datenautobahn anzuschließen. Bis April 2011 folgen Alverdissen, Eschenbruch, Humfeld, Leopoldstal, Lieme, Lockhausen und Silixen.

 
Finanziert wird der Breitbandausbau aus Mitteln des Konjunkturpakets II, die der Kreis Lippe in Höhe von 1 Million Euro zur Verfügung gestellt hat. "Eine leistungsfähige Breitbandversorgung gehört zu einer regionalen Grundinfrastruktur und ist für Privathaushalte wie Gewerbetreibende gleichermaßen notwendig", betonte Landrat Friedel Heuwinkel bei einem Ortstermin in Bentrup-Loßbruch. Im Herbst vergangenen Jahres hatte die Telekom den Zuschlag für das Projekt erhalten. Seitdem mussten Leitungstrassen und die technische Umsetzung geplant, Verträge mit Grundstückseigentümern geschlossen und Tiefbauarbeiten ausgeschrieben werden. Besonderen Wert hat der Kreis auf die Beteiligung heimischer Unternehmen gelegt. "200.000 Euro fließen in den Internetausbau in Detmold", erläutert Ulrich Stephanides, Projektverantwortlicher beim Kreis Lippe. Hierfür verlegt der Telekommunikationsriese zehn Kilometer neue Glasfaserleitungen, teils auf vorhandenen Trassen im Leerrohr, teils mit neuem Tiefbau. An sechs Standorten werden vorhandene Telefonverteilerkästen "überbaut", das heißt, dass an ihrer Stelle künftig die Schnittstelle zwischen neu verlegten Glaskabeln, die Lichtsignale transportieren, und herkömmlicher Telefonleitung, die Strom führt, stattfindet. Um diese Signalformen zueinander zuführen, benötigt es an der Verbindung der verschiedenen Leitungstypen sogenannte Wandler, auch "DSLAM" (Digital Subscriber Line Access Multiplexer) genannt. Diese werden später von den Rechnern in den Haushalten "angesprochen". Die neuen Schnittstellen werden in Detmold an folgenden Standorten errichtet: Stetcherweg/Limberg, Rotenberg, Wahmbecker-/Lemgoer Straße, Schlingenbusch, Poggenpohl und Londoner Straße/Allandsbusch. Im näheren Umkreis von etwa einem Kilometer wird ein Internetzugang mit einer Geschwindigkeit von rund 16MB/Sek. im Download möglich sein. In einer Entfernung von fünf Kilometern zur Schnittstelle beträgt die Geschwindigkeitsrate noch bis zu 1MB. Der Verlust entsteht dadurch, dass die Kupfertelefonleitungen, an die die Glasfaserkabel angeschlossen sind, das Internetsignal mit zunehmender Entfernung dämpfen. "Wir freuen uns über die vorbildliche Zusammenarbeit mit dem Kreis, der durch seine hervorragende Arbeit alle Zeichen auf Zukunft gestellt hat", hob Arnold Diekmann, Leiter Produktion Technische Infrastruktur Telekom Deutschland, hervor. "Seit der Einführung der DSL-Technik im deutschen Telefonnetz vor rund zehn Jahren hat die Deutsche Telekom mehr als zehn Milliarden Euro in den Breitbandausbau investiert. Jede Stunde wächst das Telekom-Glasfasernetz um eineinhalb Kilometer, allein durch den Ausbau im Kreis Lippe kommen nun 40 Kilometer hinzu". Auch Thomas Lammering, Technischer Beigeordneter der Stadt, freute sich über den Startschuss zum Breitbandausbau in Detmold: "Für die Bewohner der drei Ortschaften steigt damit ein Stück Wohnqualität. Für künftige Ansiedlungen ist die Anbindung an das schnelle Internet unverzichtbar".

Nach Abschluss der Arbeiten in Bentrup-Loßbruch werden die Bau­maßnahmen in Leopoldstal und anschließend in den anderen Orts­teilen weitergehen. Weil die Arbeiten im Wesentlichen zeitgleich ablaufen, sollen die Tiefbauarbeiten überall noch im laufenden Jahr abgeschlossen werden, sofern der Winter dies zulässt.


 

BUZ: Bunter Kabelstrauß: Landrat Friedel Heuwinkel, Thomas Wolf-Hegerbekermeier (Wirtschaftsförderung Kreis Lippe), Andreas Henkel (IHK), Ulrich Stephanides, Arnold Diekmann und Thomas Lammering nehmen die schnelle Datenleitung schon einmal in Augenschein.