Kreis legt Budget 2012 vor - Erneute Einigung zur
Kreisumlage
Landrat Friedel Heuwinkel und Kreiskämmerer Frank
Schäfer haben in der gestrigen Kreistagssitzung ihren
Entwurf für den Haushalt 2012 des Kreises Lippe
vorgelegt. Vorangegangen waren erneut intensive
Diskussionen mit den lippischen Städten und Gemeinden.
"Wie im Vorjahr mussten wir die von uns nicht
beeinflussbaren Mehrbelastungen des Kreises für
gestiegene Aufwendungen im Sozial- und Jugendbereich mit
der schlechten Finanzsituation der Städte und
Gemeinden unter einen Hut bringen", erklärte Landrat
Heuwinkel. Im Ergebnis haben sich der Kreis und die
Kommunen darauf verständigt, der Politik einen Anstieg
der Kreisumlage um acht Millionen Euro auf 174,5 Millionen
Euro vorzuschlagen. Wesentliche Ursache hierfür ist
der Anstieg der Landschaftsumlage, die der Kreis
seinerseits an den Landschaftsverband Westfalen-Lippe in
Münster zahlen muss. Sie steigt von rund 61,2
Millionen Euro auf gut 68,6 Millionen Euro. Die
Jugendamtsumlage, die der Kreis von den Kommunen erhebt,
die über kein eigenes Jugendamt verfügen, steigt
nach gegenseitiger Absprache mit den Städten und
Gemeinden von 32,5 Millionen Euro in 2011 auf 36,5
Millionen Euro in 2012.
Im Gesamtergebnisplan 2011 stehen Erträgen in
Höhe von knapp 361,9 Millionen Euro Aufwendungen von
knapp 363,7 Millionen Euro gegenüber. Er weist damit
für die laufende Verwaltungstätigkeit ein Defizit
von rund 1,8 Millionen Euro auf. "Die Defizite werden wir
aus der Ausgleichrücklage decken müssen, die sich
dann auf 4,3 Millionen Euro beziffern lässt",
berichtete Kämmerer Frank Schäfer. Wesentliche
Investitionen in 2012 ergeben sich aus der
Neustrukturierung der Kreissenioreneinrichtungen, der
Umflut am SchiederSee, dem Straßenprojekt Lippe, dem
Ausbau der U3-Betreuung und dem Neubau von drei
Rettungswachen. Rund Zweidrittel der hier anfallenden
Kosten von 27 Millionen Euro werden aber durch
Gebühren, Erträge, oder Zuschüsse des Landes
refinanziert. "Wir halten an nachhaltigen Investitionen zur
Verbesserung unserer Infrastruktur fest", unterstrich
Heuwinkel. "Auch die eigenständige Betreuung unser SGB
II-Bezieher im Jobcenter Lippe oder die Fortführung
der Bildungsprojekte sind zwei Beispiele dafür. Wenn
Unternehmen Steuern zahlen sollen, müssen sie auch die
notwendigen Rahmenbedingungen dafür vorfinden."
Heuwinkel und Schäfer wiesen jedoch auch auf die
Verantwortung aus Berlin und Düsseldorf hin: "Bund und
Land sind weiter dringend aufgefordert, nachhaltige
Lösungen zur Festigung der Einnahmeseite und
Begrenzung der Ausgabeseite insbesondere im Sozialbereich
umzusetzen und insbesondere keine weiteren einseitigen
Belastungen zum Nachteil der kommunalen Familie zu setzen",
betonte der Kreiskämmerer. Doch natürlich setzt
auch der Kreis selbst Konsolidierungsmaßnahmen um und
möchte im eigenen Haus rund 2,7 Millionen Euro in 2012
einsparen. Durch einen Ausbau der der bisher schon guten
interkommunalen Zusammenarbeit mit kreisangehörigen
Kommunen, aber auch mit anderen OWL-Kreisen, können
weitere Einsparungen erzielt werden.