Aufschlüsse für die Verkehrspolitik - Kreis
stellt Ergebnisse der Mobilitätsbefragung vor
Ob mit dem Auto, dem Rad, zu Fuß oder dem
öffentlichen Personennahverkehr - alle Bürger
Lippes legen zusammen täglich im Durchschnitt 1,159
Mio. Wege zurück und kommen dabei auf 10,3 Mio.
Personen-Kilometer. Dies geht aus einer umfangreichen
Mobilitätsstudie hervor, die der Kreis gemeinsam mit
der Alten Hansestadt Lemgo im Frühjahr 2011
durchgeführt hat. Unterstützt wurde die Studie
mit Mitteln des Landes NRW. Nun wurden die Ergebnisse
offiziell von Gutachter Dr. Michael Frehn präsentiert.
"Wir müssen uns darauf einstellen, dass sich das
Mobilitätsverhalten auf Grund des demografischen
Wandels verändern wird. Die Ergebnisse der
Mobilitätsbefragung liefern uns detailreich
Aufschluss, wie wir auf diese Herausforderungen bereits
heute reagieren können", beschreibt Landrat Friedel
Heuwinkel die Bedeutung der Studie. Die Daten, die im
Zeitraum vom 5. April bis zum 15. Mai 2011 abgefragt worden
sind, wurden von dem Büro "Planersocietät" aus
Dortmund geprüft, ausgewertet und in einem
umfangreichen Bericht zusammengefasst. Neben den
kreisweiten Ergebnissen liegen auch Kennzahlen für die
einzelnen Städte und Gemeinden vor, die diese zur
Verfügung gestellt bekommen. "Neben dem Zahlenmaterial
sind durch die Befragung auch über 1.600 Anregungen
und Maßnahmenvorschläge für die
Verkehrsplanung eingegangen. Diese Zahl ist Beleg
dafür, dass die Themen Verkehr und Mobilität die
Menschen in Lippe beschäftigen", so Werner Kloppmann,
beim Kreis Lippe zuständig für die
Radverkehrsförderung. Wichtige Aufschlüsse
liefert die Studie auch darüber, wie sich die Lipper
fortbewegen. So kam heraus, dass die 351.200 Einwohner auf
ihren 3,3 Wegen pro Tag in 86 Minuten 29,3 Kilometer
zurück legen; davon werden 0,7 Kilometer zu Fuß,
1 Kilometer mit dem Fahrrad, 3,3 Kilometer mit Bus und Bahn
und 24,3 Kilometer mit dem Auto bewältigt. Damit ist
der PKW eindeutiger Spitzenreiter unter den
Fortbewegungsmitteln. "Grundsätzlich herrscht in Lippe
eine hohe PKW-Ausstattung und eine hohe persönliche
PKW-Verfügbarkeit", erklärt Dr. Michael Frehn vom
Büro Planersocietät. Dass jedoch auch
Alternativen zum Auto vorhanden sind und genutzt werden,
beweist das Beispiel Lemgo. Mit einem Radanteil von 17
Prozent bei der Nutzung der Verkehrsmittel liegt die Alte
Hansestadt deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt
(12 Prozent). Auch Schlangen (15 Prozent) und Bad Salzuflen
(13 Prozent) können gute Ergebnisse in dieser
Statistik vorweisen. Der Radanteil für den gesamten
Kreis liegt bei 10 Prozent. "Gerade in kompakten
Stadtgebieten könnten noch wesentlich mehr Wege ohne
nennenswerten Zeitverlust gegenüber dem PKW zu
Fuß, vor allem aber mit dem Rad zurückgelegt
werden", sieht Werner Kloppmann noch Luft nach oben. Das
Verkehrsverhalten wird sich in den kommenden Jahren und
Jahrzehnten jedoch zwangsläufig ändern, wenn der
demografische Wandel weiter fortschreitet. So gehen die
Experten davon aus, dass flexible und nachfrageorientierte
Verkehrsangebote an Bedeutung gewinnen werden. Auch ist mit
einem weiteren Anstieg der Elektromobilität zu
rechnen. Die Verbreitung von Elektrofahrrädern, den
sogenannten Pedelecs, hat sprunghaft zugenommen. Damit
gehen jedoch auch höhere Geschwindigkeiten und
längere zurückgelegte Strecken bei der
Fahrradnutzung einher, die bei der Verkehrsplanung zu
berücksichtigen sind.