Brüsseler Gespräch 2010 - Landrat spricht sich
für Förderung des ländlichen Raumes aus
Seit Beginn dieses Jahres unterhält der Kreis Lippe
gemeinsam mit dem Landkreistag Nordrhein-Westfalen ein
Verbindungsbüro in Brüssel und engagiert sich
dort im Bereich regionale Entwicklung und Strukturpolitik.
Wesentliche Ziele sind, Fördermittel für die
Region zu akquirieren, den europäischen Gedanken vor
Ort mit Leben zu erfüllen und Mitsteuerungsoptionen
für NRW, OWL und Lippe zu identifizieren und zu
nutzen. Gemeinsam mit Vertretern der EU, des Landkreistages
und des Landes Nordrhein-Westfalen sprach Landrat Friedel
Heuwinkel jetzt beim "11. Brüsseler Gespräch" in
der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen über die
erforderlichen Spielräume für Regionen und Kreise
und die Bedeutung von unbürokratischeren
Fördermittelvergaben an kleine und
mittelständische Unternehmen.
"Wir konnten die Verantwortlichen in Europa in den
vergangenen Monaten für unsere Themen sensibilisieren
und hervorheben, wie wichtig eine Förderung des
ländlichen Raumes und seiner Kommunen ist", berichtete
Heuwinkel. "Die Bürokratie muss so weit abgebaut
werden, dass auch die Kleinen sagen: Ja, ich stelle einen
Förderantrag", betonte er. Bisher seien die Verfahren
eher abschreckend gewesen und nur den großen
Unternehmen zu Gute gekommen. "Die Kreise müssen mehr
Verantwortung erhalten und die Rolle ihrer eigenen
Entwicklungspotentiale deutlich machen. Dann finden
Projektentwicklungen vor Ort auch mehr Akzeptanz". Mit
dieser Aussage stieß er bei den anwesenden
Landräten auf breite Zustimmung und erntete Lob
für die lippischen Aktivitäten, von denen alle
Kreise profitieren würden. Das Thema der Veranstaltung
"Bilanz und Perspektiven der EU-Kohäsionspolitik"
starte genau zum richtigen Zeitpunkt die Debatte um die
zukünftigen Weichenstellungen in der Regional- und
Strukturpolitik. In der derzeitigen Förderperiode 2007
bis 2013 stehen dafür etwa 348 Milliarden Euro zur
Verfügung. Auch in Lippe werden Projekte mit dem Geld
gefördert. Eine Ausstellung dokumentierte "Best
Practice"-Beispiele aus den nordrhein-westfälischen
Kreisen, die durch unterschiedliche Förderprogramme
der EU finanziell bedacht wurden. In Ostwestfalen-Lippe ist
das beispielsweise die "Leichtbauoffensive OWL", ein
Förderprojekt zum Auf- und Ausbau der
Leichtbau-Cluster-Initiative der regionalen Möbel- und
Möbelzulieferindustrie in Kooperation der Hochschule
Ostwestfalen-Lippe mit der Interessengemeinschaft Leichtbau
e.V., kurz: igeL .Unterstützt wurde es mit 420.000
Euro aus EU-Mitteln. 149.000 Euro flossen in das
"Perestrojka-Projekt OWL", dessen Ziel ist es, die
Arbeitsmarktintegration von Aussiedlern und Migranten aus
der GUS zu verbessern und neue Formen der gemeinsamen
Zusammenarbeit zu entwickeln. Neu im Projekt Perestrojka
ist vor allem die Zusammenarbeit von
Migrantenselbstorganisationen und etablierten Akteuren aus
dem Arbeitsmarkt. In Lippe sind das die Netzwerk Lippe
gGmbH und der Verein Freundschaft-Druschba. "Diese
Beispiele zeigen, dass auch sie europäischen Mehrwert
generieren, nachhaltig sind und damit die zentralen Ziele
der Europa2020-Strategie erfüllen können",
unterstrich Heuwinkel. In den kommenden Jahren werden die
EU-Programme verstärkt vor Ort in den Kommunen
präsentiert, um die langen Wege nach Brüssel ein
wenig zu verkürzen. "Eine wichtige
Kommunikationsaufgabe, die wir mit unserem neuen
EU-Projektbüro gerne annehmen", so der Landrat.
Informationen zu Europa und seinen Förderprogrammen
gibt es bei Birgit Essling, Leiterin des Projektbüros
Kreis Lippe "EU.NRW.OWL", unter (0171) 83 38 38 2 oder www.kreis-lippe.de.
BUZ: EU-gefördert: Landrat Friedel Heuwinkel stellt
die "Best-Practice"-Beispiele aus OWL vor.