Zusammen gegen multiresistente Krankheitserreger -
OWL-Kreise und Uni Bielefeld bauen Online-Plattform auf
Krankheitserreger, die auf Antibiotika nicht mehr
reagieren, sind der große Schrecken für
Ärzte und Patienten. Mit vereinten Kräften wollen
deshalb die Gesundheitsämter der sieben Kreise in
Ostwestfalen-Lippe gemeinsam mit der Fakultät für
Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld
Wege finden, die Situation an den Krankenhäusern zu
verbessern. Dazu haben sie das Netzwerk "mrsa-owl.net" ins
Leben gerufen.
"Wir stehen vor der Problematik, dass immer mehr
Krankheitserreger auftauchen, gegen die die
gebräuchlichen Antibiotika unwirksam geworden sind",
verdeutlicht Dr. Helmut Günther, Arzt im
Gesundheitsamt des Kreises Lippe, die Situation. "Die
Behandlung von Patienten mit schweren
Infektionserkrankungen wird dadurch erheblich erschwert."
Trotz der intensiven Bemühungen, die weltweit zur
Eindämmung von Resistenzen unternommen werden, sei mit
einem weiteren Anstieg von resistenten Krankheitserregern
in den kommenden Jahren zu rechnen. Deshalb haben sich die
sieben Gesundheitsämter in OWL im April letzten Jahres
dazu entschlossen, gemeinsame Sache zu machen. Die Stadt
Bielefeld sowie die Kreise Gütersloh, Herford,
Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke und Paderborn
stellen entsprechende Mittel zur Verfügung, um auf die
Herausforderungen reagieren zu können. Als weiterer
Partner wurde die Fakultät für
Gesundheitswissenschaften der Uni Bielefeld gewonnen. Deren
Dekanin, Professorin Dr. med. Claudia Hornberg, hat die
wissenschaftliche Begleitung und die Leitung des Projektes
übernommen.
Die bisher durchgeführten Fortbildungsveranstaltungen
sind auf große Resonanz gestoßen. "Das zeigt
uns, dass das medizinische Fachpersonal in der Region
sensibilisiert ist und den hohen Stellenwert der
Prävention erkannt hat", sieht Professorin Hornberg
die bisherige Ausrichtung der Aktivitäten
bestätigt. Vor allem die konsequente Umsetzung
hygienischer Maßnahmen wird dabei immer wieder in den
Fokus gestellt. "So profan es auch klingen mag, die
effektivste Maßnahme im Schutz gegen die
Übertragung von Keimen bleibt das
regelmäßige Händewaschen", erläutert
sie. Aber auch eine vernünftige und sparsame
Verordnung von Antibiotika sei sehr wichtig für die
Bekämpfung der Resistenzentwicklung. "Antibiotika
sollten so gezielt und sparsam wie möglich eingesetzt
werden", gibt sie den Rat, dem Wunsch vieler Patienten auch
einmal zu widersprechen, leichte Infektionen mit
Antibiotika zu behandeln. Stattdessen sollten die
Ärzte ihre Patienten besser über die damit
verbundenen Risiken informieren. Dieses Vorgehen sei
für alle Patienten, die bei schweren und
lebensbedrohlichen Infektionserkrankungen auf eine schnell
wirksame Behandlung angewiesen sind, von großem, ja
vielleicht lebensrettendem Nutzen.
Wichtigstes Standbein für das Netzwerk ist der eigene
Internetauftritt, der kontinuierlich am Bedarf der Nutzer
weiterentwickelt wird. Unter der Adresse www.mrsa-owl.net
werden umfassende Informationen und
allgemeine Empfehlungen für unterschiedliche
Einrichtungen, Fachpersonal und die Öffentlichkeit
angeboten. Gleichzeitig dient der
Auftritt als Plattform zum Austausch unter den
Akteuren.
BUZ: Die neue Internetpräsenz des MRSA-Netzwerkes
dient als Plattform zum Austausch und bietet zahlreiche
wichtige Informationen zur Prävention multiresistenter
Erreger.