Neue Nummer für den kassenärztlichen
Notdienst - Künftig landesweit einheitliche
Erreichbarkeit
Wer krank ist, geht zum Hausarzt. Aber was macht jemand,
der nachts oder am Wochenende einen Arzt benötigt? Die
Antwortet lautet Kassenärztlicher Notdienst. Ab
Februar 2011 ist dieser über eine neue zentrale
Rufnummer erreichbar.
Seit 2005 wird der Kassenärztliche Notdienst in
großen Teilen Lippes erfolgreich über die
Feuerschutz- und Rettungsleitstelle des Kreises Lippe in
Lemgo abgewickelt. Über 290.000 Bürger der
Städte Bad Salzuflen, Detmold, Horn-Bad Meinberg, Lage
und Lemgo sowie der Gemeinde Kalletal können sich im
Bedarfsfall hilfesuchend an die Leistelle wenden. Der
Anrufer wird dort per Telefon kompetent beraten und
gegebenenfalls direkt mit dem zuständigen Arzt
verbunden. Neben der Weiterleitung der Anrufe gibt die
Leitstelle auch Informationen zu zahnärztlichen, HNO-
oder augenärztlichen Notdiensten sowie zu den
geöffneten Apotheken während der
Notdienstzeiten. "Damit können wir gewährleisten,
dass Menschen, die schnell Hilfe benötigen, zeitnah
und gut versorgt werden", betont Landrat Friedel Heuwinkel.
Im Februar kommenden Jahres wird dieses Verfahren nun
umgestellt. Für Nordrhein-Westfalen wird es dann eine
einheitliche Rufnummer geben, die auf ein Callcenter in
Duisburg geschaltet ist. Von dort wird dann der
örtlich zuständige Notdienst informiert. Die
Telefonnummer wird rechtzeitig vor der Umstellung bekannt
gegeben. Zukünftig werden in jedem Notdienstbezirk
jeweils zwei Ärzte Dienst haben. Während ein
"mobiler Arzt" Hausbesuche macht, wird ein zweiter
"stationärer Arzt" Patienten in der Praxis versorgen.
Die Neugestaltung der Notdienstbezirke ist dabei so
gewählt, dass alle Patienten zeitnah behandelt werden
können und - auch unter wirtschaftlichen
Gesichtspunkten - kein Qualitätsverlust der bisher
erbrachten Leistungen zu befürchten ist. "Allerdings
befinden wir uns mit der Umstellung in einer Lernphase.
Wenn nach Einführung des neuen Systems bisher nicht
bedachte Probleme auftreten, werden wir das Erforderliche
veranlassen, um diese schnellstmöglich abzustellen",
betont Ulrich Teichert, Bezirksstellenleiter der
Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe.
Unabhängig vom Kassenärztlichen Notdienst kann
für medizinische Notfälle auch weiterhin die 112
für schnelle Hilfe über den Rettungsdienst
gewählt werden.