Kreis wirbt für 115 - Einheitliche
Behördenrufnummer geht in den Regelbetrieb
Nach zweijährigem Pilotbetrieb ist die einheitliche
Behördenrufnummer 115 vor wenigen Wochen in den
Regelbetrieb gestartet. Rund 15,3 Millionen Bürger in
sieben Bundesländern haben mit der 115 inzwischen
einen direkten telefonischen Draht in die Verwaltung. In
Lippe nutzten in den vergangenen zwei Jahren rund 9700
Lipper die Möglichkeit, mit nur einem Anruf,
Auskünfte über Behördendienstleitungen zu
erhalten. Landrat Friedel Heuwinkel warb jetzt vor rund 50
Gästen aus Politik und den kommunalen Verwaltungen im
Bürgerservice des Detmolder Kreishauses für die
115 in Lippe.
"Eine bürgernah aufgestellte Verwaltung ist kein
Luxus, sondern ein bedeutender Standortfaktor. Die 115 ist
ein wichtiger Baustein in diesem Konzept, das wir mit
unserem Bürgerservice kompetent umsetzen", betonte
Heuwinkel. Die Bedeutung der einheitlichen
Behördenrufnummer für den Bürger unterstrich
auch Dr. Dominik Böllhoff, D115-Projektleiter beim
Bundesinnenministerium, in seinem Vortrag: "Der
persönliche Kontakt mit der Behörde ist oft mit
einem nicht unerheblichen zeitlichen Aufwand verbunden:
Insbesondere in ländlichen Gebieten hat die 115 den
Vorteil, dass die Fahrt zur Behörde mit nur einem
Anruf vermieden und die Auskunft dennoch fachkundig erteilt
werden kann". Die Kritik an der vermeintlich veralteten
Auskunftsmöglichkeit "Telefon" entkräftete
Thomas-Wolf-Hegerbekermeier, 115-Projektleiter beim Kreis
Lippe: "Eine Studie des Instituts für Demoskopie
Allensbach zum Projekt D115 verdeutlicht, dass der
telefonische Bürgerservice auch im Internetzeitalter
kein Auslaufmodell ist". Die Allensbachstudie zeigt auch,
dass die 115 auf große Zustimmung stößt:
"83 Prozent der Bevölkerung finden es gut, dass es
eine einheitliche Behördennummer gibt. Der Bericht
macht zudem deutlich, dass die 115 erhebliche
wirtschaftliche Entlastungseffekte für die
Verwaltungen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene
bietet", führte Wolf-Hegerbekermeier weiter aus.
In Lippe nutzen neben der Kreisverwaltung auch die Stadt
Bad Salzuflen und die Gemeinde Leopoldshöhe den
115-Service. Mit beiden Kommunen und der Stadt Bielefeld
gibt es eine interkommunale Zusammenarbeit. Weitere
lippische Kommunen haben mittlerweile ihr Interesse
signalisiert, die Vorteile dieses Systems nutzen zu wollen.
"Die Stadt Lage und die Gemeinde Kalletal erarbeiten
derzeit die strukturellen Voraussetzungen zur Teilnahme am
Regelbetrieb", berichtete Landrat Heuwinkel.
BUZ: Werben für die 115: Landrat Friedel Heuwinkel
(Mitte, vorne) mit Vertretern aus Politik und Verwaltung.