Presseinfo Alleenstrasse

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Nutzen für Natur und Tourismus - Hochschule OWL entwickelt Lippische Alleenstraße      



Sie kennt jeder Lipper: die Fürstenallee in Schlangen-Oesterholz. Aber neben der größten Baumstraße im Kreisgebiet ziehen sich weitere rund 240 Alleen mit einer Gesamtlänge von etwa 122 Kilometer durch Lippe. In den vergangenen Monaten haben sich Studentinnen der Hochschule OWL, Fachbereich Landschaftsarchitektur im Rahmen einer Semesterarbeit mit der Erfassung und Auswertung des Alleenbestandes beschäftigt und eine Empfehlung für die Konzeption einer "Lippischen Alleenstraße" erarbeitet. Das Ergebnis stellten sie jetzt im Detmolder Sudhaus vor.

Im Auftrag der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Lippe hatten die ehrenamtlich tätigen Landschaftswächter in 2010 alle Alleen im Kreisgebiet erfasst. Hintergrund war die Tatsache, dass Alleen als wichtige Bestandteile unserer Kulturlandschaft seit 2007 aufgrund ihrer Gefährdung unter gesetzlichem Schutz stehen. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz hat den Auftrag, ein flächendeckendes Alleenkataster zu erstellen: "Dazu möchten auch wir einen möglichst umfangreichen Beitrag leisten", betonte Landrat Friedel Heuwinkel. In Kooperation zwischen Kreis, Hochschule und weiteren Akteuren wie der Lippe Tourismus und Marketing AG sowie den Straßenbauverwaltungen ist nun das Studentenprojekt entstanden. Über Eingangstore an den historischen Chausseen in Lippe, wie z.B. an der Landstraße 837 in Schlangen oder der Bundesstraße 238 im Kalletal, wollen die Studentinnen die Autofahrer von Osten, Westen, Norden und Süden auf die zentral gelegene Lippische Alleenstraße leiten. "Diese ist insgesamt 140 Kilometer lang und erstreckt sich über neun der 16 Städte und Gemeinden im Kreisgebiet. Sie führt unter der Zielsetzung der 'Entschleunigung' vor allem über schmale kleine Straßen mit lippetypischen Alleen und hoher Erlebnisqualität", berichtete die Projektgruppe. Angebunden an diese Alleenstraße sind Gärten und Parks der Umgebung, aber auch ein Teil der historischen Stadtkerne", erklärte Janica Feldt, eine der Studentinnen. "Ergänzt ist die Autofahrerroute durch eine Radroute im Westen Lippes, die aber noch einer genaueren Betrachtung unterzogen werden muss", erläuterte Projektbeteiligte Katja Riekschnitz. "Derartige Kooperationen zwischen Hochschule und Verwaltung sind für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation und sollten weiter intensiviert werden", waren sich Landrat Heuwinkel und Dr. Oliver Herrmann, Präsident der Hochschule OWL, bei der Abschlusspräsentation des Projektes einig. Die studentische Arbeit wurde vom Landrat jedoch nicht nur mit Worten gelobt, sondern auch mit einem kleinen Preisgeld honoriert. Günther Weigel, Vorstand der LTM, sieht bei einer professionellen Vermarktung der Alleenstraße einen nicht unerheblichen touristischen Nutzen für den Kreis. Eine neue Kooperation mit einer Hochschule, die sich schwerpunktmäßig diesem touristischen Thema widmen soll, ist bereits angekurbelt.

"Die lippischen Daten der Alleenerfassung sind ab sofort im Internet unter http://www.lippe.de/navigator/ einzusehen, und werden künftig das Alleenkataster des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz ergänzen",  freut sich Jürgen Deppemeier, verantwortlicher Leiter für dieses Projekt bei der Unteren Landschaftsbehörde.

BUZ: Alleenstraße durch Lippe: Landrat Friedel Heuwinkel bedankt sich bei den Studentinnen Janica Feldt, Sandra Mannsfeld, Isabel Fiebig und Katja Riekschnitz (von links). Rechts im Bild: Hilde Kapper und Jürgen Deppemeier (beide Kreis Lippe).