Von Ägypten bis Zypern - Kreis Lippe Heimat für
Menschen aus 140 Nationen
Ende 2010 waren im Kreis Lippe 19.165 Menschen mit
ausländischem Pass gemeldet, das sind rund 130
Personen weniger als im Vorjahr. Menschen aus 140 Staaten
der Erde nennen Lippe ihre Heimat, von A wie Ägypten
bis Z wie Zypern. Größte Ausländergruppe
sind mit 6.063 Personen und einem Anteil von 31,6 Prozent
die türkischen Staatsangehörigen. Aus den 26
Staaten der Europäischen Union (außer
Deutschland) kamen 5.456 Personen und somit 28,5 Prozent
nach Lippe, davon 1.005 Polen und 895 Briten.
"Die Ausländerzahlen gehen seit dem Höchststand
im Jahr 1997 mit rund 26.000 Ausländern im Kreisgebiet
kontinuierlich zurück", weiß Sabine Beine,
Fachgebietsleiterin für Ausländer- und
Staatsangehörigkeiten beim Kreis Lippe. "Grund
hierfür ist unter anderem das im Jahr 2000
eingeführte neue Staatsbürgerrecht und eine
geringere Zuwanderung".
Neben den Menschen mit ausländischem Pass ist in den
zurückliegenden Jahren eine andere statistische
Größe entstanden, um die Zuwanderer - ob mit
oder ohne deutschen Pass - zu erfassen: die Bezeichnung
"Menschen mit Migrationshintergrund". Dazu zählen
neben den Ausländern auch Zuwanderer mit deutscher
Staatsangehörigkeit, z.B. Eingebürgerte und
Spätaussiedler sowie in bestimmten Umfang die bereits
in Deutschland geborenen Kinder von Zuwanderern. Insgesamt
liegt der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund im
Kreis Lippe bei etwa 23,5 Prozent, davon besitzen etwa
60.000 Personen den deutschen Pass (Quelle:
Mikrozensus-Erhebung 2008). Diese Quote liegt knapp
über dem Durchschnitt Nordrhein-Westfalens mit 23,1
Prozent. Grund dafür ist der hohe Zuzug von
Spätaussiedlern Ende der 80er- und Anfang der
90er-Jahre. Der Kreis Lippe war neben dem Kreis
Minden-Lübbecke eines der Hauptzuzugsgebiete für
Spätaussiedler im Land Nordrhein-Westfalen.
Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts hat die Zahl der
Einbürgerungen in Deutschland tendenziell abgenommen,
so auch der Trend in Lippe: Die Einbürgerungszahlen im
Kreisgebiet sind seit 2008 rückläufig.
Während in den Jahren von 2005 bis 2007 pro Jahr rund
350 Ausländer eingebürgert wurden (alle Zahlen:
Kreis Lippe ohne Stadt Detmold), wurde 2004 der Spitzenwert
von 413 Einbürgerungen erzielt. 2007 konnten nur noch
277 Ausländer eingebürgert werden. Die Zahlen
sanken weiter auf 243 Einbürgerungen in 2008 und 197
Einbürgerungen im Jahr 2009. "Ein wesentlicher Grund
für den Rückgang der Einbürgerungszahlen
liegt im neuen Staatsangehörigkeitsgesetz",
erklärt Sabine Beine. "Für
Einbürgerungsanträge ab dem 1. April 2007 werden
von Bewerbern ohne deutsche Schulzeugnisse oder
abgeschlossener Berufsausbildung mit dem Zertifikat Deutsch
B 1 vor allem deutlich höhere Anforderungen an die
deutschen Sprachkenntnisse gestellt". Eingebürgert
wurden in Lippe im Jahr 2009 Menschen aus über 40
verschiedener Nationalitäten, darunter 60 Personen aus
der Türkei, 17 aus Ländern der Europäischen
Union, 23 aus dem ehemaligen Jugoslawien, zwölf aus
Afghanistan, zehn aus der Russischen Föderation und 75
aus sonstigen Ländern.