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Kurze Wege und gute Qualität - Bilanz nach einem Jahr "Straßenprojekt Lippe"

 

Bundes­weit zum ersten Mal organisiert eine Kom­mune in Zu­sammen­arbeit mit einem privaten Partner die Sanierung und den Erhalt eines Straßen­netzes über knapp 25 Jahre. Vor einem Jahr haben der Kreis Lippe und die Eiffage Bau GmbH den Straßenerhaltungsvertrag unterschrieben. Viel ist seitdem passiert. Derzeit bekommt die Kreisstraße 93 in Horn-Bad Meinberg/Fissenknick auf einer Länge von rund 4,5 Kilometern eine neue Fahrbahndecke. Die Verantwortlichen von Verwaltung und Unternehmensgruppe zogen vor Ort eine erste Bilanz.

Bis heute hat die Eiffage 35 Maßnahmen auf über 50 Kilometern der lippischen Kreisstraßen umgesetzt. "Ein guter Start", betonte Landrat Friedel Heuwinkel. "Insgesamt wollen wir in 2010 rund 50 Maßnahmen auf 75 Kilometern Kreisstraßen abschließen", ergänzte Georg Spoden, Geschäftsführer der Walter Bau GmbH. Das Borkener Unternehmen hatte im vergangenen Jahr mit der Wittfeld GmbH aus Wallenhorst und der Lanwehr Bau GmbH aus Warendorf den Zuschlag für das Projekt mit einem Auftragsvolumen von 135 Millionen Euro bekommen. Bis 2033 soll nun der Instandhaltungsstau der lippischen Kreisstraßen von über 50 Millionen Euro abgebaut und einem Wertverlust durch bisherige geringe Investitionen entgegengesteuert werden. Gerhard Pieper, Eigenbetriebsleiter Straßen   beim Kreis, hob noch einmal einen großen Vorteil des Straßenprojektes hervor: "Bisher hat der Kreis Sanierungsmaßnahmen immer dann ausgeschrieben, wenn das Geld im Haushalt eingeplant war. Jetzt kann eine schadhafte Straße Instand gesetzt werden, wenn es sinnvoll ist. Und das nicht nur provisorisch". Koordiniert werden die Arbeiten von Olaf Winkler in der Eiffage-Niederlassung in Lockhausen und dem Eigenbetrieb Straßen des Kreises: "Durch unseren Sitz in Lippe sind die Wege i Kreisgebiet natürlich besonders kurz", unterstrich Winkler. "Darüber hinaus regeln wir viele Dinge auch auf dem kleinen Dienstweg und so unbürokratisch wie es geht". Die Eiffage Bau GmbH zahlt ihre Steuern in Lippe und hat bereits neue Arbeitsplätze in der lippischen Niederlassung geschaffen. Darüber hinaus arbeitet sie eng mit hiesigen Firmen zusammen. Die gesamten Baustofflieferanten und Fuhrunternehmen kommen aus dem Kreisgebiet. So übernimmt z.B. die Bad Salzufler Verkehrstechnik Ripkens GmbH & Co. KG in 2010 die komplette Verkehrssicherung der Maßnahmen. "Im Vorfeld des Straßenprojektes gab es einige Vorbehalte aus den Städten und Gemeinden. Jetzt stehen viele Bürger, die zuständigen Bauämter und auch Bürgermeister dem Projekt offener gegenüber und sehen die gute Arbeit, die unser Partner leistet", sagte Rainer Huneke, Projektverantwortliche beim Kreis. "Wir arbeiten eng mit den Kommunen zusammen und nutzen Synergien, zum Beispiel, wenn Bauleistungen von Kreis und Stadt zusammenfallen. So profitieren alle Seiten davon". Auch die Anwohner honorieren die Arbeit der Unternehmensgruppe: "Gelegentlich gibt es schon mal ein Bier oder sogar eine kleine Feier nach Abschluss der Arbeiten", berichtete Winkler. Abschließend betonte Heuwinkel noch einmal: "Die Investitionen, die der Kreis über knapp 25 Jahre tätigt, sind eine wichtige Investition in den Standort Lippe. Denn gute Verkehrsstrukturen sind nicht nur maßgeblich für einen starken Wirtschaftsstandort. Sie erhöhen auch die Lebens- und Wohnqualität und sind ausschlaggebend dafür, dass sich Menschen in unserm Kreis ansiedeln".

 

BUZ: Zogen eine positive Bilanz nach einem Jahr Straßenprojekt Lippe (von rechts): Landrat Friedel Heuwinkel, Georg Spoden (Eiffage), Rainer Huneke (Kreis), Olaf Winkler (Eiffage), Benjamin Kramer (Kreis) und Gerhard Pieper (Kreis).