Emmer und SchiederSee für Angler und Wassersportler
uneingeschränkt nutzbar - Keine Gefahr für
Bevölkerung und Einsatzkräfte
Die umfangreichen und sorgfältigen Nachsorgearbeiten
nach dem Brand in Schwalenberg zeigen ihre Wirkung. Zwar
konnten die Einsatzkräfte nicht vermeiden, dass
belastetes Löschwasser zu Beginn der
Löscharbeiten in die Gewässer geflossen ist, ein
überwiegender Teil wurde jedoch bereits während
des Brandes aufgefangen und zwischengelagert. Während
der Lippebach komplett verödet und auch die Niese bis
in den Bereich Schieder schwer geschädigt ist, sieht
die Situation in den Gewässerabschnitten unterhalb von
Schieder entspannter aus. "Die Emmer, der Schiedersee und
die Emmer unterhalb des Stausees sind für Angler und
Wassersportler wieder uneingeschränkt nutzbar", gibt
Umweltamtsleiter Helmut Diekmann nach Bekanntwerden der
ersten Analyseergebnisse Entwarnung.
Der Lippebach und die Niese werden nach Einschätzung
der Experten in den belasteten Abschnitten sicherlich
einige Jahre brauchen, um ihre biologische Aktivität
wieder voll entfalten zu können. "Der eingetretene
Gewässerschaden ist umso bedauerlicher, da es sich bei
dem Lippebach und insbesondere bei der Niese um
Gewässer in einem Naturschutzgebiet handelt, die
für die Reproduktion von Fischen sowie Mikro- oder
Makroorganismen von besonderer Bedeutung sind", so
Diekmann. Die weiteren Untersuchungen werden darüber
Klarheit geben, inwieweit die Wiederansiedlung von Fischen
durch unterstützende Maßnahmen beschleunigt
werden kann. Stoffuntersuchungen (Rußablagerungen)
des Landesamtes für Umwelt, Natur und
Verbraucherschutz (LANUV) haben ergeben, dass die Messwerte
den Grenzwert um bis zu ein 20-Faches unterschreiten. Damit
werden auch die Messungen der Feuerwehr in der Brandnacht
bestätigt, die daraufhin Entwarnung für die
Bevölkerung gegeben hat. Ebenso ist nach Aussage des
Kreisgesundheitsamtes mit keinen gesundheitlichen Folgen
für die Einsatzkräfte (Polizei, Feuerwehr,
Rettungsdienst) zu rechnen.
Derzeit laufen die Aufräum- und
Säuberungsarbeiten am Lippebach auf seiner gesamten
Länge von Schwalenberg bis zur Einmündung in die
Niese weiter. Trotz der unauffälligen Messungen des
LANUV sind Mitarbeiter des Umweltamtes hier aktiv und
nehmen vorsorglich Boden- und Aufwuchsproben im
Abluftbereich des Brandes, um Klarheit darüber zu
gewinnen, ob es durch den Brand zu irgendwelchen
Belastungen gekommen ist, die eine landwirtschaftliche
Nutzung einschränken. Die Bodenuntersuchungen
konzentrieren sich auf den Hauptabluftbereich in Richtung
Lothe und Ruensiek. Mit Ergebnissen ist in etwa 14 Tagen zu
rechnen.
Die Polizei hat die Brandstelle heute freigegeben. Sie
ermittelt weiter in Richtung Brandstiftung und
Selbstentzündung durch eine chemische Reaktion. Eine
Spezialfirma und ein Sachverständiger sind vor Ort und
räumen das Gelände, so dass von dort keine
weitere Gefahr mehr ausgehen kann. Das kontaminierte
Erdreich und die verunreinigten Einsatzmaterialien werden
in den kommenden Tagen ordnungsgemäß entsorgt.
"Durch die gute Ausbildung aller Kräfte, die
überörtliche Zusammenarbeit und einen
ausreichenden Vorrat an Löschmitteln und
Atemschutzgeräten, konnte noch größerer
Schaden vermieden werden", dankt Landrat Friedel Heuwinkel
allen Beteiligten.
Derzeit werden alle Untersuchungsergebnisse
zusammengestellt und in Kürze auf der
Internetseite des Kreises Lippe unter www.kreis-lippe.de veröffentlicht.