Lippe auf dem Weg zum schnellen Internet -
Kreis gibt Machbarkeitsstudie in Auftrag
Mit einer kreisweiten Machbarkeitsstudie zur
flächendeckenden Breitbandversorgung stellt der Kreis
Lippe die Weichen für die Zukunft. Ziel der Studie ist
es zu prüfen, wie die unterversorgten Orte im
Kreisgebiet wirtschaftlich und nachhaltig mit schnellen
Internetanschlüssen versorgt werden können. Jetzt
stellte das beauftragte Unternehmen MICUS Vertretern der
beteiligten Städte und Gemeinden das Vorgehen in der
Kreisverwaltung vor.
Die Machbarkeitsstudie bildet die Grundlage für eine
schnelle kreisweite Erschließung der unterversorgten
Regionen. Angesprochen sind in diesem Fall Augustdorf,
Barntrup, Blomberg, Dörentrup, Extertal, Horn-Bad
Meinberg, Lage, Leopoldshöhe und Lügde, die im
Vorfeld Bedarfe angemeldet hatten. "Durch ein
ganzheitliches Auftreten der Städte und Gemeinden
werden die Kosten der Erschließung erheblich
gesenkt", betont Ulrich Stephanides, Projektleiter beim
Kreis. In den vergangenen Monaten sind bereits eine Million
Euro aus Mitteln des Konjunkturpakets in den Internetausbau
in Lippe geflossen. "Die jetzige Bedarfsabfrage ist ein
weiterer Schritt zur Verbesserung der Versorgungssituation
im Kreis", unterstrich Landrat Friedel Heuwinkel. "Eine
gute Internetanbindung ist unerlässlich für das
Weiterbestehen der Ortsteile und für Privathaushalte
wie Gewerbetreibende ein wichtiger Standortfaktor", sagte
Heuwinkel. Für die Durchführung der Studie hat
die Verwaltung das Beratungsunternehmen MICUS GmbH
beauftragt. Das Unternehmen berät Kommunen in der
Planung, Finanzierung und Umsetzung von
Breitbandinfrastrukturen und hat bereits den Nachbarkreis
Höxter beraten. "Um eine möglichst
kostengünstige Lösung für die Kommunen zu
finden, ist es entscheidend, die Analyse und Planung des
Breitbandausbaus im Kreis zentral zu bündeln", hob
Andreas Windolph, Projektleiter bei der Firma MICUS GmbH
hervor. Im Konzept werden neben der Versorgungslage auch
die kreisweiten Infrastrukturen sowie Baumaßnahmen
analysiert und für die Nutzung zur
Breitbanderschließung geprüft.
Anschließend wird ein sogenanntes
Markterkundungsverfahren durchgeführt, bei dem sich
Telekommunikationsanbieter für die Erschließung
der Gemeinden bewerben können.
Im ersten Schritt der Studie werden nun relevante
Infrastrukturen wie Leerrohre oder Versorgertrassen
analysiert sowie Breitbandbedarfe in den Städten und
Gemeinden erfasst. "Daher kommt es jetzt darauf an, dass
die konkreten Bedarfe so schnell wir möglich ermittelt
werden", betont Kreiswirtschaftsförderer Thomas
Wolf-Hegerbekermeier. "Alle Bürger, die keine oder
eine zu geringe Internetleistung beziehen, sollten dies
zeitnah angeben". Möglich ist das über das
Internet unter www.jetztansnetz.de
oder über einen Fragebogen, der
über die Rathäuser oder die Kreisverwaltung
kostenfrei zur Verfügung steht.
BUZ: Wollen einen möglichst flächendeckenden
Breitbandausbau im Kreis Lippe (von links): Thomas
Wolf-Hegerbekermeier, Andreas Windolph, Torben Bleikertz,
Stephan Mühl (alle MICUS) und Ulrich Stephanides.