Buchenwälder als Weltnaturerbe ausgezeichnet -
Landrat sieht Vorteile für einen Nationalpark
Als gutes Omen für die Planung eines Nationalparks im
Teutoburger Wald sieht Landrat Friedel Heuwinkel die
Auszeichnung von fünf deutschen
Buchenwäldern zum Weltnaturerbe
durch die UNESCO. Manfred Bauer, Leiter des Nationalparks
Kellerwald-Edersee startete vor wenigen Wochen direkt aus
Detmold, wo er an einer Informationsveranstaltung zum
Nationalpark teilgenommen hatte, nach Paris, um dort
für seine Waldflächen die Entscheidung des
Welterbekomitees vor Ort mitzuerleben. "Das ist ein
großer Tag für den Naturschutz in Deutschland.
Unsere Buchenwälder stehen nun auf einer Stufe mit
weltweit so bedeutenden Stätten wie dem Yellowstone
Nationalpark, den Galapagos Inseln oder dem Wattenmeer. Das
ist ein großer Erfolg unserer Bemühungen
für den Schutz der Buchenwälder in Deutschland,
die die natürliche Vegetation unseres Landes
prägen", sagte dazu Bundesumweltminister Norbert
Röttgen nach Bekanntgabe der Entscheidung.
Einst haben ausgedehnte Buchenwälder weite Teile
Mitteleuropas bedeckt. Hier ist weltweit gesehen das
natürliche Verbreitungsgebiet der Buche. Ihre
Fähigkeit, mit den unterschiedlichsten
Standortverhältnissen zu Recht zu kommen, ist auch
angesichts des Klimawandels von besonderer Bedeutung.
"Dennoch wachsen Buchenwälder heute nur noch auf
sieben Prozent ihres einstigen Areals. Noch kleiner ist der
Anteil sehr alter Bestände über 160 Jahre und
das, obwohl die Buche leicht doppelt so alt werden kann",
weiß Dr. Ute Röder, Fachbereichsleiterin Umwelt
und Energie beim Kreis Lippe. In unbewirtschafteten
Buchenwäldern entstehen Wildnisgebiete mit einer
einzigartigen Artenvielfalt. In einem gerade
veröffentlichten Gutachten der Landesanstalt
für Naturschutz wurden auch Teile des Teutoburger
Waldes als besonders wertvolle naturnahe
Buchenwaldstandorte kartiert. Hier wird die Ausweisung
eines Nationalparks empfohlen. Zusammen mit dem
Landesverband Lippe und dem Land NRW verfolgt der Kreis
eine solche Planung.
Die Aufnahme alter Buchenwaldbestände in die
Welterbeliste fand ein breites Medienecho in Funk und
Fernsehen. Besonders gefreut hat man sich im Kreishaus,
dass selbst in der ARD-Tagesschau der Teutoburger Wald in
einem Atemzug mit den ausgezeichneten Waldflächen
genannt wurde. "Wir sind auf dem richtigen Weg", ist
Friedel Heuwinkel überzeugt. Zusammen mit dem
umgebenden Naturpark, in dem wichtige
Infrastruktureinrichtungen für einen Nationalpark
angesiedelt wären, würde die Ausweisung eines
Nationalparks einen enormen Imagegewinn für die Region
bringen, ist er sich sicher. "Und vielleicht sind ja auch
eines Tages Flächen des Teutoburger Waldes als
Welterbestätten nominiert", blickt der Landrat in die
Zukunft.