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Dem Wandel anpassen - Start umfangreicher Bau­maßnahmen in Kreissenioreneinrichtungen



Das Lipperland ist lebenswert! Und das für Klein und Groß. Ein gut ausgebautes Versorgungssystem von der Geburt bis ins hohe Alter macht Lippe fit für die Zukunft und bietet auch in Zeiten des demogra­fischen Wandels ein attraktives Lebensumfeld. Der Kreis passt sich den wachsenden Bedürfnissen einer immer älter werdenden Generation an und möchte auch den Menschen in seinen vier kreiseigenen Senioren­einrichtungen ein zeitgerechtes und angenehmes Wohnen und Leben ermöglichen. "Um die Häuser in Blomberg, Detmold, Lemgo und Oesterholz auch künftig tragen und wirtschaftlich betreiben zu können, hat der Kreistag im Oktober 2010 mit großer Mehrheit eine neue Struktur und ein umfassendes Umbau- und Sanier­ungskonzept beschlossen", berichtete Landrat Friedel Heuwinkel jetzt in der Blomberger Einrichtung, in der vor wenigen Wochen der Startschuss gefallen ist.

Das Land NRW hat bereits seit einigen Jahren Gesetze und Verordnun­gen erlassen, um die Qualität in der stationären Pflege älterer Men­schen zu verbessern. Hierzu zählen auch Vorgaben für bauliche Wei­terent­wick-ungen bzw. Modernisierungen der be­stehenden Senioren­­­einrich­tungen. Die wichtigsten Anforderungen in diesem Zusammen­hang sind ein Einzelzimmeranteil in stationären Pflegeeinrichtungen von min­destens 80 Prozent, eine Nettogrundfläche je Bewohner von mindestens 50 Quadratmetern, eine Wohnfläche im Einzelzimmer von mindestens 14 Quadratmetern und im Doppelzimmer von mindestens 24 Quadrat­metern sowie die Einrichtung von Wohnbereichen für 20 bis 36 Perso­nen. "Neben den rein gesetzlichen Notwendigkeiten haben sich aber auch die Pflegekonzepte und insbesondere die Nachfrage nach verän­derten Wohnformen weiterentwickelt", weiß Peter Schwarze, Ge­schäftsführer der Kreissenioreneinrichtungen Lippe GmbH. "Wurde in den 80er bis 90er Jahren vorwiegend eine Art Hotel­konzept in den Pflege­einrichtungen gelebt, orientiert man sich heut­zutage eher an überschaubaren Wohngruppen mit teilweise speziellen Unters­tützungs­­­­angeboten für z.B. die immer stärker zunehmende Zahl an dementen Bewohnern". Die Kreissenioreneinrichtungen Lippe ha­ben schon in den vergangenen Jahren entsprechende Umbau- und Moder­nisier-ngskonzepte entwickelt, die jetzt mit dem Architektur­büro Schreiber und Schaul aus Detmold konkretisiert  wurden. Neben Blom­berg laufen auch in Detmold die ersten Maßnahmen.

Beiden Einrichtungen liegt ein Pflegekonzept nach dem Haus­gemein­schaftsmodell zugrunde, das einige Veränderungen mit sich bringen wird, wie Heuwinkel erläutert: "Die 88 zukünftig angebotenen Plätze in Blomberg verteilen sich auf fünf Wohngruppen mit 16 bis 18 Bewoh­nern. Es stehen dann 60 Einzel- und 14 Doppelzimmern zur Verfügung. Die Einzelquote beträgt damit 81 Prozent. Bei einer Gesamtfläche von rund 5200 Quadratmetern stehen jedem Bewohner etwa 60 Quadrat­meter zur Verfügung". Die Kreissenioreneinrichtung wird in insgesamt zwölf kleineren Bauabschnitten umgebaut. Der erste Bauabschnitt umfasst die Bewohnerzimmer und den Wohnbereich der Wohngruppe 1 im Erdgeschoss. Die Bewohner können jeweils nach Fertigstellung ei­nes Bauabschnittes in die neuen Räumlichkeiten umziehen. Aufgrund der Vielzahl von kleinen Bauabschnitten ist die Gesamtfertigstellung für Anfang 2013 terminiert. "Durch den Umbau besteht die Möglichkeit, Bewohner in Kleingruppen zu betreuen, sich auf deren Bedürfnisse, wie Wahrnehmung, Orientierung, Sicherheit, Geborgenheit und Privatsphäre einzustellen, ihre Selbstbestimmung und Selbstständigkeit zu fördern und ihr Selbstwertgefühl zu steigern", freut sich Renate Reineke, Leiterin der Blomberger Einrichtung.

Die Kreissenioreneinrichtung Detmold wird in drei größeren Bauabschnitten umgebaut. Der erste Bauabschnitt um­fasst den gesamten Ostflügel und Bereiche des Mitteltraktes mit der Aufzugsanlage. Die Fertigstellung dieses Bauabschnittes ist für Februar 2012 geplant. Die Gesamtfertigstellung wird voraussichtlich Ende 2012 erfolgen. "Nach Beendigung des Bauvorhabens in Detmold wird die dortige Ein­richtung 84 Plätze anbieten, die in 56 Einzel- und 14 Doppelzimmer aufgegliedert sein werden. Die Gesamtfläche beträgt dann etwa 4500 Quadratmeter, was einem Wert von rund 54 Quadratmetern pro Platz entspricht", berichtet Peter Schwarze. Die Kosten in Blomberg belaufen sich auf rund 3 Millionen Euro, in Detmold sind diese mit 3,92 Millionen Euro veranschlagt.

 

BUZ: Baubegehung: Peter Schwarze, Renate Reineke, Jürgen Schreiber, Landrat Friedel Heuwinkel und Rainer Schaul (von links) begutachten die Umbauarbeiten im Erdgeschoss. Hier wird ein großer Gemeinschaftsbereich entstehen.