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Einsatz gegen die Verbreitung multiresistenter Erreger - OWL-weites Netzwerk trifft sich in Detmold


Meldungen über die zunehmende Verbreitung von multiresistenten Erregern (MRE) in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen sowie im ambulanten Sektor führen nicht zuletzt wegen der Unempfindlichkeit der Krankheitserreger gegenüber bewährten Antibiotika zu wachsender Beunruhigung auf Seiten von Patienten und medizinischem Personal.  Um dem Problem der MRE zu begegnen, hat sich in OWL ein regionales Netzwerk gebildet, das sich speziell der Prävention multiresistenter Erreger widmet. Gestern trafen sich in Detmold niedergelassene Ärzte, Krankenhauspersonal und andere Interessierte auf Einladung des Netzwerkes zu einer Fortbildungsveranstaltung.

Multiresistente Erreger (MRE) sind aufgrund ihrer steigenden Verbreitung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in den vergangenen Jahren zunehmend in den Fokus von Medien und Öffentlichkeit geraten. Antibiotika resistente Erreger gewinnen aber auch in der ambulanten Behandlung von Patienten zunehmend an Bedeutung. Insgesamt wächst die Problematik durch die unsachgemäße Verschreibung von Antibiotika sowie durch ungenügende Beachtung der Standardhygiene und Desinfektion, sowohl im stationären als auch im ambulanten Sektor der Gesundheitsversorgung. Angesichts der Vermeidbarkeit einer MRE-Übertragung stehen präventive Maßnahmen im Rahmen des vorsorgenden Gesundheitsschutzes im Zentrum des OWL-Netzwerkes, das seit Anfang Februar 2010 auf einer eigens eingerichteten Website unter www.mrsa-owl.net zu erreichen ist. Das regionale Netzwerk repräsentiert einen interdisziplinären Zusammenschluss der Gesundheitsämter in OWL und der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Uni Bielefeld. Das Angebot umfasst allgemeine Informationen zu MRSA und zu den Aktivitäten des Netzwerks. Darüber hinaus finden medizinische Fachkräfte schriftliche Materialien zur Prävention von MRSA bzw. zum praktischen Umgang in der alltäglichen Praxis sowie zu Fortbildungsveranstaltungen des Netzwerks. Das Angebot ist speziell auf die Region Ostwestfalen-Lippe zugeschnitten und soll die hier angesiedelten Fachkräfte im Gesundheitswesen für die Problematik der multiresistenten Erreger sensibilisieren. "Unser Ziel ist es, das Wissen um und den Umgang mit MRSA zu verbessern, Übertragungen des Erregers durch konsequenten Einsatz hygienischer Maßnahmen zu verhindern, Betroffene adäquat zu versorgen und letztlich die Verbreitung multiresistenter Erreger flächendeckend einzudämmen", beschreibt Dr. Helmut Günther, Amtsarzt beim Kreis Lippe und Mitglied des Netwerkes. Das kam auch bei der Veranstaltung an. Rund 45 Anwesende zeigten ein hohes Interesse an der Thematik - auch weit über die Fachvorträge hinaus.