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Tote Rotmilane in Lage - Vergiftungsverdacht erhärtet sich

 

Das Untersuchungsergebnis der toten Rotmilane aus Lage liegt vor. Das Chemische- und Veterinäruntersuchungsamt Münster hat bei allen drei Kadavern das Pflanzenschutzmittel Parathion nachgewiesen.

Im Juli hatten Kreismitarbeiter im Naturschutzgebiet Hardisser Moor und bei den Zuckerteichen Lage vier tote Rotmilane gefunden. Zur Klärung der genauen Todesursache ließ die Untere Landschaftsbehörde die verendeten Greifvögel in Münster genauer untersuchen. In den Sektionsproben befanden sich unnatürlich hohe Mengen vom hochgiftigen Parathion, besser bekannt unter dem Produktnamen E 605. Parathion wird gegen Insekten und Läuse eingesetzt, wurde aber 2003 wegen zu hoher Giftigkeit in Deutschland verboten. "Das Ergebnis ist schockierend, eine natürliche Todesursache ist damit im Grunde ausgeschlossen", kommentiert Hilde Kapper, Fachgebietsleiterin Landschaft und Naturhaushalt beim Kreis Lippe. Der Kreis hat als Konsequenz bereits eine Strafanzeige gegen unbekannt gestellt. "Der Nachweis eines hochgiftigen Pflanzenschutzmittels im Körper der toten Rotmilane wirft ungeklärte Fragen auf", erklärt Helmut Diekmann, Fachbereichsleiter Umwelt diesen Schritt. "Wo haben die Greifvögel das Gift aufgenommen? Sind die Rotmilane vergiftet worden? Berechtigte Fragen, auf die Antworten notwendig sind", so Diekmann. Bereits im vergangenen Jahr waren an gleicher Stelle tote Tiere gefunden worden. Damals ließen sich die genauen Todesursachen jedoch nicht ermitteln. Der Rotmilan gehört zu den besonders geschützten Tierarten. Im Kreis Lippe ist er sogar ein Brutvogel. "Wahrscheinlich haben wir kreisweit zwischen 40 und 50 Brutpaaren", erläutert Kapper die regionale Bedeutung dieses Greifvogels. Der Rotmilan gilt als "echter Europäer". Der weltweite Bestand konzentriert sich fast ausschließlich auf den europäischen Kontinent, wovon allein die Hälfte davon in Deutschland brütet.

 

Foto: Robin Jähne