Kreis Lippe
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Kreistag beschließt Nachtragshaushalt - Landrat weist
Kritik an Haushaltsführung zurück
Der Kreistag hat in seiner letzten Sitzung vor der
Sommerpause den Nachtragshaushalt des Kreises Lippe gegen
die Stimmen von SPD und Linke für das
Jahr 2010 beschlossen. Entlastungen von rund 3,8 Millionen
Euro aus einer höheren Gewinnausschüttung der
Sparkassen und einer nicht gestiegenen
Landschaftsverbandsumlage werden über die
Kreisumlage damit eins zu eins an die 16 lippischen
Städte und Gemeinden weitergegeben. "Wir haben jedoch
bereits im Vorfeld auch vor der eigenen Haustüre
gekehrt", betont Landrat Friedel Heuwinkel und weist damit
die Kritik eines SPD-Mitglieds aus Oerlinghausen an der
Finanzpolitik des Kreises vehement zurück
Dieser hatte in einem Zeitungsartikel bemängelt, dass
sich der Kreis durch die Kreisumlage refinanziere, statt
sich selbst einer Bestandsaufnahme und Aufgabenkritik zu
unterziehen. Bereits in den Jahren 2003 und 2006 hat der
Kreis Lippe eine umfassende Aufgabenkritik
durchgeführt, die bereits seinerzeit zu Einsparungen
in zweifacher Millionenhöhe geführt hat. Im
Vorfeld der Haushaltsaufstellung 2010 hat die Verwaltung
erneut eine umfassende Produktkritik und
Haushaltskonsolidierung in seinen Fachbereichen
vorgeschaltet. "Wir sind uns der Verantwortung
gegenüber unserer Städte und Gemeinden durchaus
bewusst", betont Heuwinkel. "Leider wird bei der Diskussion
über die Kreisumlage immer gern vergessen, dass rund
95 Prozent der Aufwendungen des Kreises Lippe gesetzliche
Pflichtaufgaben gegenüber stehen, davon weit über
80 Prozent in den Bereichen der sozialen Sicherung",
so Heuwinkel. "Ich verstehe die Sorge der Kommunen,
allerdings haben wir keinen Einfluss auf die
Pflichtaufgaben, die mit ständig steigenden Kosten
verbunden sind. Wenn es zu deutlicheren Entlastungen bei
der Kreisumlage kommen soll, muss es zunächst
Entlastungen des Kreises in diesen Bereichen
geben". Insgesamt habe der Kreis aber die Kommunen
neben den weitergegebenen Einsparungen in den vergangen
Jahren auch aus den Wesertalerlösen und
über die Kreisumlage mit über 80 Millionen
Euro entlastet. "Darum verstehe ich die Kritik nicht. Wo
die Zahlen herkommen, kann jeder im Haushaltsplan
nachlesen, dann erübrigen sich auch derart negative
Äußerungen".