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Trichinenfund bei Wildschwein - Jäger sollen erlegte Wildtiere untersuchen lassen



Das Veterinäramt des Kreises Lippe hat im Juni bei einer amtlichen Untersuchung eines Wildschweins Trichinen festgestellt. Das Tier wurde in einem Jagdrevier in der Nähe von Barntrup erlegt. Das Wildschwein wurde amtlich sichergestellt und in der Tierkörperbeseitigungsanstalt unschädlich beseitigt.

"Bei Trichinen handelt es sich um Parasiten, die bei Hausschweinen, Wildschweinen und anderen fleischfressenden Schlacht- und Wildtieren auftreten können", weiß Kreisveterinär Dr. Michael Schürmann. Hauptträger der Trichinen sind Wildtiere wie Fuchs und Marderhund. Wildschweine können sich infizieren, in dem sie Tierkadaver befallener Tiere fressen. "Beim Verzehr von rohem Schweinefleisch können sich Menschen anstecken und schwer erkranken", warnt Dr. Schürmann. Daher ist es gesetzlich vorgeschrieben, alle Haus- und Wildschweine und auch andere fleischfressenden Tiere, die der menschlichen Ernährung zugeführt werden sollen, auf Trichinen zu untersuchen.

Um festzustellen, ob im Bereich Barntrup vermehrt Trichinen vorkommen, werden neben der Untersuchung aller erlegten Wildschweine nun auch die Haupttrichinenträger wie Fuchs und Marderhund aus den dortigen Revieren über einen längeren Zeitraum untersucht. Diesbezüglich werden die Jäger aufgefordert die von ihnen erlegten Wildtiere beim Veterinäramt des Kreises Lippe  unter (0 52 31) 62 217 zur Untersuchung auf Trichinen anzumelden. Bei Gewährleistung der gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchung von jedem Haus- und Wildschwein auf Trichinen besteht für den Verbraucher beim Fleischverzehr von Wild- und Hausschweinen keine Gefahr.

In Deutschland sind in den vergangenen Jahrzehnten Trichinen bei Hausschweinen fast überhaupt nicht mehr vorgekommen. Bei Wildschweinen wurden seit 1991 pro Jahr im Schnitt zwölf Tiere mit Trichinenbefall ermittelt, wobei Nordrhein-Westfalen mit durchschnittlich zwei befallenen Tieren seltener, der Kreis Lippe nie betroffen war. "So ist der Fund von Barntrup schon als besonders zu werten und bestätigt eine nachhaltige Untersuchungsnotwendigkeit", sagt der Veterinär.