Finanzierung der
Wohnberatung auch weiterhin gesichert -
Kreis übernimmt Kosten des Landes
Die Verbraucherzentrale NRW betreibt seit 1993 die
Wohnberatungsstelle für ältere und behinderte
Bürger im Kreis Lippe. Bisher haben das Land NRW, die
Pflegekassen und der Kreis diese Beratungsarbeit
finanziert. In 2009 hat sich das Land NRW aus der
Finanzierung vollständig zurückgezogen, so dass
der Fortbestand der Wohnberatung mit Standort in Detmold
nur gewährleistet werden kann, wenn der Kreis Lippe
diese Finanzierungslücke schließt. Eine
entsprechende Vereinbarung unterschrieben jetzt der Kreis
und die Verbraucherzentrale NRW als Träger der
Beratungsstelle.
Für den Kreis hat die Arbeit der Wohnberatung einen
hohen Stellenwert: "Sie trägt wesentlich dazu bei,
älteren und behinderten Menschen möglichst lange
ein selbständiges Leben in den eigenen
Räumlichkeiten zu ermöglichen", betonte Landrat
Friedel Heuwinkel bei der Unterzeichnung in der
Wohnberatungsstelle. Während sich die bisherige
Finanzierungssumme von 89.000 Euro mit 23.600 Euro auf das
Land, 37.000 Euro auf die Pflegekassen sowie einem
Festbetrag von 21.000 Euro und Fallpauschalen von 8.000
Euro auf den Kreis Lippe verteilte, übernehmen ab
sofort 35.500 Euro die Pflegekassen und der Kreis 35.500
Euro als Festbetrag sowie zusätzlich 24.000 Euro
für Fallpauschalen. Die Finanzierungssumme
beläuft sich damit auf insgesamt 95.000 Euro. Der
Vertrag tritt rückwirkend zum 1. Januar 2010 in Kraft
und ist bis zum 31. Dezember 2012 gültig.
Mit Helmfried Meinel von der Verbraucherzentrale NRW freute
sich auch Wohnberater Oliver Klingelberg über die nun
geschlossene Vereinbarung: "Angesichts der demografischen
Entwicklung und der sich daraus ergebenden
Versorgungsbedarfe ist der Fortbestand der Wohnberatung ein
wichtiger Schritt in die richtige Richtung", dankten sie
den Vertretern des Kreises. Friedel Schafmeister und Hans
Böke, zuständige Fachbereichs- und
Fachgebietsleiter beim Kreis, hoben zudem hervor: "Durch
die Arbeit der Wohnberatung entstehen auch finanzielle
Vorteile für den Kreis. Mögliche stationäre
Maßnahmen, die wir tragen müssen, werden
verzögert oder im besten Fall gar nicht erst
notwendig". Die Durchführung der Aufgaben vor Ort
erfolgt in enger Kooperation mit der Kreisverwaltung.
Abstimmungs- und Informationsgespräche finden in
regelmäßigen Abständen statt.
Zur Wohnberatungsstelle:
Die VZ unterhält eine trägerunabhängige
Wohnberatungsstelle für Ratsuchende des Kreises Lippe
als Beratungs- und Dienstleistungsangebot. Die
Wohnberatungsstelle hat insbesondere die Aufgabe, die
Allgemeinheit und Einzelpersonen sachlich, neutral,
unabhängig und überparteilich umfangreich zu
informieren und zu beraten. Die Beratung erfolgt
überwiegend in Form von Hausbesuchen in den Wohnungen
der Ratsuchenden. Das Angebot richtet sich an ältere
Menschen, an Pflegebedürftige, an Menschen mit
Behinderungen oder demenziellen Erkrankungen sowie an
Angehörige von Betroffenen. Darüber hinaus
richtet sich das Angebot an Interessierte, die sich
präventiv informieren möchten und an alle, die an
barrierefreiem Bauen interessiert sind. Wohnberatung
leistet somit gegenüber unterschiedlichen Zielgruppen
einen Beitrag zur Aufrechterhaltung der
selbstständigen und selbstbestimmten
Lebensführung.
BUZ: Unterschrift für den Fortbestand: Helmfried
Meinel und Landrat Friedel Heuwinkel unterzeichnen den
Vertrag. Damit kann Oliver Klingelberg seine Beratungen
auch weiterhin durchführen.