Nach Brand bei der OWL Entsorgungs GmbH: Zügiges
Handeln zahlreicher Einsatzkräfte verhindert
schlimmere Folgen
Nachdem in der vergangenen Nacht eine Lagerhalle der OWL
Entsorgungs GmbH in Schwalenberg gebrannt hat, können
Kreisbrandmeister Karl-Heinz Brakemeier und Landrat Friedel
Heuwinkel ein erstes Fazit ziehen. "Zum Glück sind bei
dem Feuer keine Menschen verletzt worden. Sofort
eingeleitete Luftmessungen haben zudem ergeben, dass durch
austretende Gase keine unmittelbare Gefahr für die
Bevölkerung bestand", betont Heuwinkel, der in der
Nacht selbst vor Ort war. Welche Folgen die durch das
Löschwasser in die umliegenden Bäche
gespülten Chemikalien auf die die Gewässer haben
werden, bleibt abzuwarten.
Gegen 23.30 Uhr war das Feuer aus noch ungeklärter
Ursache ausgebrochen. Der Brand der gelagerten Lacke und
Lösungsmittel führte zu einer sehr hohen
Hitzeentwicklung und Ausbreitung der Flammen. 75
Einsatzfahrzeuge und rund 300 Einsatzkräfte waren vor
Ort, darunter die Feuerwehren aus ganz Lippe,
Hilfsorganisationen, Spezialkräfte zur Dekontamination
und zum Messen sowie Einsatzkräfte aus Bielefeld und
den Kreisen Paderborn, Höxter und
Minden-Lübbecke. Die Einsatzkräfte leiteten
schnell Maßnahmen ein, um einen Übergriff auf
umliegende Gebäude zu verhindern. Da
wassergefährdende Stoffe ausgetreten waren, löste
der Kreisbrandmeister nach Rücksprache mit dem
Kreisumweltamt, das ebenfalls vor Ort war, Umweltalarm aus,
womit auch die beteiligten Landesministerien informiert
wurden. Lautsprecherwagen informierten die Bevölkerung
und hielten sie an, vorsorglich Fenster und Türen
geschlossen zu halten. Durch Schaumeinsatz konnte der Brand
bis heute Mittag eingedämmt werden. Rund 150.000 Liter
des kontaminierten Löschwassers wurde abgefangen und
in ein Überlaufbecken der Stadt Schieder-Schwalenberg
gepumpt. "Obwohl wir damit einen Großteil des
Löschwassers aufhalten konnten, war es natürlich
nicht zu verhindern, dass auch Wasser in den naheliegenden
Lippebach und die Niese gelaufen ist", sagt Karl-Heinz
Brakemeier. "In der Niese hat ein Fischsterben bereits
eingesetzt, was wohl auf fehlenden Sauerstoff
zurückzuführen ist", berichtet Heuwinkel.
Auswirkungen auf die Emmer und den Schiedersee sind zum
jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu erkennen. "Da die Emmer
zehnmal so viel Wasser führt wie die Niese, hoffen
wir, dass die Schadstoffe durch den Verdünnungseffekt
keinen so großen Schaden anrichten".
Derzeit ist ein Fischereibiologe vor Ort, um das Wasser zu
analysieren. Auch die Bezirksregierung und das Landesamt
für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz
Nordrhein-Westfalen sind dort anwesend.
Landrat Heuwinkel spricht über diesen Weg allein
Einsatzkräften und Hilfsorganisationen, den
Städten und Gemeinden sowie den Nachbarkreisen seinen
herzlichen Dank aus: "Ohne das schnelle Handeln aller
Beteiligten, hätten die Folgen noch gravierender
ausfallen können."