Verkehrsregeln im Ausland

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Von Oslo bis an die Oder - Verkehrsregeln auf europäischen Straßen


Ein Glas Wein zuviel, das sind mal eben 6500 Euro -zumindest wenn man sich in Großbritannien nach dem Pubbesuch ans Steuer setzt. Mit 0,8 Promille sind die Briten zwar verglichen mit anderen Ländern sehr "tolerant" was Alkohol am Steuer betrifft, aber dafür wirds auch bei einem Verstoß richtig teuer.

Mit dem Start der Sommerferien brechen auch wieder viele Familien aus dem Kreis Lippe mit dem Auto in den Urlaub auf. Das Problem: Jedes europäische Reiseland hat seine eigenen Regeln und Bestimmungen - egal ob Höchstgeschwindigkeit oder Promillegrenze. Um teuren Verkehrssünden vorzubeugen, rät Wolfgang Herold vom Straßenverkehrsamt sich im Vorfeld über die Verkehrsregeln im jeweiligen Urlaubsland zu informieren, "denn Unwissenheit schützt auch im Ausland nicht vor Strafe".

Ähnlich wie in Deutschland gilt innerorts fast überall Tempo 50. Auf den Landstraßen darf man quer durch Europa 80 oder 90 Stundenkilometer fahren - außer in Schweden, dort liegt das Tempolimit außerorts bei 70 und in Zypern sogar nur bei 65 Kilometer pro Stunde. Besonders im Süden werden Temposünder gerne zur Kasse gebeten. Wer beispielsweise in Italien 20 Kilometer pro Stunde zu schnell ist, muss 140 Euro zahlen. Noch schlimmer wird es für diejenigen, die mit plus 40 Kilometer pro Stunde unterwegs sind - denn dann ist der Führerschein erstmal futsch. Erschwerend hinzu kommt, dass in südlichen Gefilden für Franz noch lange nicht dasselbe gilt, wie für Francesco. Wolfgang Herold rät Reisenden deshalb "insbesondere in den südlichen Ländern geanu auf die Beschilderung zu achten und den eigenen Tacho im Blick zu behalten".

Sie ist zwar nicht schön, kann aber Leben retten und ist mitlerweile in fast allen Ländern Pflicht: Die Warnweste. Wer sie nicht dabei hat, muss mit Geldbußen rechnen - in Portugal sind das beispielsweise 60 Euro. Noch teurer wird es allerdings, wenn man die Weste zwar mitführt, sie im Ernstfall jedoch nicht anzieht: Schon klafft ein Loch von 600 Euro in der Urlaubskasse.

Wer in diesem Sommer nach Skandinavien reisen will, sollte zum einen immer den Lichtschalter am Auto umlegen, hier gilt nämlich auch am Tage die Lichtpflicht, und zum anderen genau auf die Straßenschilder achten. Sonst wird vielleicht nicht nur versehentlich ein Elch überfahren, sondern auch unerlaubt überholt. Denn jeder verbotene Überholvorgang kostet in Norwegen 590 Euro.

Ob falsches Parken oder das Überfahren einer roten Ampel, "schon solche 'Kavaliersdelikte' werden im Ausland viel strenger geahndet als in Deutschland", weiß Herold zu berichten.

Damit Urlaubskasse und Urlaubslaune keinen empfindlichen Dämpfer bekommen, sollten sich die Reisenden einfach an die Regeln im Urlaubsland halten. Dann hat die Ferienzeit wenigstens keinen bitteren Nachgeschmack, wenn zwei Wochen später ein teures Souvenier vom Urlaubsort ins Haus flattert: Denn ab dem 1. Oktober können deutsche Behörden rechtskräftige Bußgeldbescheide aus dem EU-Ausland vollstrecken.

        
 

Das kann teuer werden: Falschparken im Ausland, auch wenn das Panorama zum verweilen einlädt