Teilnahme am EFRE Wettbewerbsverfahren
Im September 2005 hat die Europäische Union mit dem
Europäischen Fonds zur regionalen Entwicklung (EFRE)
den Finanzrahmen für die Strukturförderung im
Zeitraum von 2007 bis 2015 festgelegt. Die
nordrhein-westfälische Landesregierung hat dies zum
Anlass genommen, ihre Wirtschafts-, Struktur- und
Arbeitsmarktpolitik neu zu ordnen. Wesentliches Element ist
dabei die Definition bestimmter Leitmärkte und Cluster
für das Land NRW. Innerhalb dieser insgesamt ca.
20 jeweiligen Cluster führt die Landesregierung
vor dem eigentlichen und formalen Antragsverfahren ein
zusätzliches Wettbewerbsverfahren durch, um landesweit
die besten Ideen und Projekte zu ermitteln. Der Kreis Lippe
hat diese Entwicklung aktiv aufgegriffen und bringt sich
mit eigenen Ideen und Projekten in diese Strukturpolitik
ein, um möglichst große Effekte für den
Wirtschaftsstandort Lippe zu erzielen. Diesen
Aktivitäten liegen zwei strategische Gedanken
zugrunde:
-
Lippe hat gemeinsam mit der Wirtschaft unterschiedliche
Cluster definiert und über gemeinsame
Kompetenzen und vorhandenen Potenziale Netzwerke
aufgebaut und mit Hilfe neuer Ideen weiterentwickelt
("Stärken stärken").
-
Eine auf Nachhaltigkeit angelegte regionale
Wirtschaftsförderung erfordert einen Blick in die
Zukunft. Die hier erkannten Entwicklungen haben wir
ebenfalls zum Gegenstand unserer Projektideen gemacht.
Hierbei hat der Kreis sowohl eigene Projektanträge
gestellt als auch Dritte, also vor allem Unternehmen und
andere lippische Institutionen bei der Antragsstellung
beraten. Auf die entsprechenden Ausführungen in der
Kreistagsvorlage 87/2009 wird an dieser Stelle verwiesen.
Der jetzige Versuch, allein für EFRE eine
Zwischenbilanz zu ziehen, findet seine Grenze in den zur
Verfügung stehenden Informationen, die über das
bei der OWL-Marketing GmbH eingerichtete EFRE-Büro
für Ostwestfalen-Lippe gesammelt, gebündelt und
an die Kommunen weitergeleitet werden. Ist ein
Antragssteller nicht bereit, seinen Projektantrag, die
Fördersummen oder die letztliche Bewilligung zu
veröffentlichen, müssen wir eine solche
Auffassung akzeptieren. Die folgende Übersicht kann
also keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, gibt
aber sehr wohl einen Einblick in das große Engagement
der Region Lippe, sich an den EFRE-Wettbewerben zu
beteiligen.
Insgesamt kamen 54 der 352 in NRW bewilligten Projekte aus
OWL, das entspricht einer landesweiten Bewilligungsquote
von über 15 %. Die Erfolgsquote der in OWL gestellten
Anträge legt sogar über 1/3. Der
Bevölkerungsanteil von OWL (2 Mio. Einwohner) in NRW
(18 Mio. Einwohner) beträgt 11 %. Von den 54
erfolgreichen OWL-Projekten kamen (Stand September
2009) zehn aus dem Kreis Lippe. Eine vollständige
Aufzählung aller lippischen Projektanträge ist
aus den o.g. Gründen nicht möglich. Die Angaben
zu den Projektvolumina und den entsprechenden Zuwendungen
entsprechen dem Kenntnisstand in der 39. KW. Wenn die
Angaben zu Gesamtausgaben oder Zuwendungen fehlen, sind
diese dem EFRE-Büro OWL seitens des
federführenden Ministeriums zum jetzigen Zeitpunkt
noch nicht mitgeteilt worden. Soweit hier bekannt, sind aus
der Vielzahl der eingereichten Anträge folgende
Projekte in Lippe vom Land NRW gefördert worden:
|
Nr.
|
Projekt
|
Antragsteller
|
|
1
|
Leichtbauoffensive OWL
|
igeL e.V.
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2
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Natur trifft Kultur am Fels
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Landesverband Lippe
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3
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DiVerA - Dienstleistungsvermittlungsagentur
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IWT e.V.
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4
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Elektromechanische Komponenten mit
nanopartikelmodifizierten Edelmetalloberflächen
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Hochschule OWL
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5
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Polymer-Hochleistungswerkstoffe für
Wickeldrähte
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Schwering & Hasse GmbH
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6
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Energieoptimiertes Bauen - Passivhaus
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IML
|
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7
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Industirelle Backplanesysteme für
Automatisierungskomponenten
|
Hochschule OWL
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8
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Institut für Kunststoffwirtschaft OWL
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Lippe Bildung e.G.
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9
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EtNaFleisch
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Hocschule OWL
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10
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BuildING Existences
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Hochschule OWL, GILDE gGmbH
|
Darüber hinaus hat der Kreis Lippe für das
internationale Kulturprogramm zum Hermannjahr 2009
insgesamt 465.000 Euro vom Land NRW erhalten. Auch konnte
das Projekt "Natürlich gesund" des Naturparks
Teutoburger Wald 380.000 Euro in die Region bringen. Sehr
erfreut waren wir über eine positive Mitteilung des
Projektes "Lernen vor Ort", das mit einer Fördersumme
von 1,9 Mio. Euro dotiert ist. Nicht zu vergessen die
beiden Projekte des Schiedersees (Umflut mit ca. 8,8 Mio.
Euro, sowie 60 % der Kosten der Sedimententnahme mit ca.
1,2 Mio. Euro.)
Damit hat sich Lippe gegenüber den anderen
Landesteilen, allen voran dem Ruhrgebiet und den
großen Städten im Rheinland, sowohl qualitativ
als auch quantitativ in hervorragender Weise in den
EFRE-Prozess mit eingebracht. Es sei an dieser Stelle
darauf hingewiesen, dass die Vorbereitung und Teilnahme an
einem der ERFE-Wettbewerbe stets mit hohem Aufwand
verbunden ist. Allen genannten und ungenannten
Antragstellern sei deshalb ausdrücklich für ihr
Engagement gedankt, mit Hilfe der entwickelten Ideen und
Projekte den Kreis Lippe insgesamt weiter nach vorne zu
bringen.
Im Rahmen eines EFRE-Verfahrens war im Jahr 2008 die
Förderung des Projektes "Aufbau eines
Innovationszentrums OWL f. Holz (Möbel), Bau
(-stoffe), Umwelt und Energie" beantragt worden. In
Zusammenarbeit mit den Hochschulen, der Wirtschaft und den
Kommunen sollten u. a.
-
Potenziale für Innovation und Transfer gehoben und
-
den Wissens- und Technologietransfer unterstützt
-
sowie Beratung und Schulung angeboten
werden.
Die Förderung wurde zwar abgelehnt, aber das Projekt
soll nun tws. im Rahmen der strategischen
Schulentwicklungsplanung für die Berufskollegs (siehe
auch 3.3) umgesetzt werden.
An den Planungen für ein "Zentrum für
nachhaltiges Bauen, Sanieren und Betreiben" sind das
Dietrich-Bonhoeffer-, das Felix-Fechenbach- und das
Lüttfeld-Berufskolleg beteiligt. Derzeit läuft
die Abstimmung mit der Oberen Schulaufsicht bei der
Bezirksregierung Detmold im Hinblick auf die Umsetzung des
Projektes.