Wasser- und Heilquellenschutzgebiete

Zum Schutz der öffentlichen Trinkwasserversorgung können für Brunnenanlagen Wasserschutzgebiete festgesetzt werden. Innerhalb dieser Gebiete gelten besondere Vorschriften, die für jedes Gebiet aufgrund der geologischen Gegebenheiten mit Verordnung festgesetzt wurden. Somit sind bestimmte Handlungen und Maßnahmen verboten bzw. können nur mit einer gesonderten Genehmigung erlaubt werden.

Im Kreis Lippe sind  ca. 270 km2 durch 50 ausgewiesene Wasserschutzgebiete überlagert. Dies entspricht etwa 21,5% der Kreisfläche.
Im Gegensatz zu Wasserschutzgebieten, in denen der qualitative Schutz des Trinkwassers im Vordergrund steht, kommt bei Heilquellenschutzgebieten aufgrund der Besonderheit von Heilquellen auch ein quantitativer Schutz hinzu.

Auf dem Gebiet des Kreises Lippe liegen die Heilquellenschutzgebiete Bad Oeynhausen-Bad Salzuflen, Bad Pyrmont und Bad Lippspringe mit einer Fläche von ca. 330 km² (ca. 26,5 % der Kreisfläche).

Da sich Wasserschutzgebiete und Quellenschutzgebiete teilweise überlagern unterliegen ca. 40 % der Kreisfläche den jeweiligen Schutzgebietsbestimmungen


Aufgaben des Kreises Lippe:


Handlungen, Maßnahmen und Vorhaben in Wasser- und Heilquellenschutzgebieten sind verboten bzw. können einer Genehmigung nach der jeweiligen Schutzgebietsverordnung bedürfen. Jedes Wasser-  und Heilquellenschutzgebiet ist durch eine speziell für dieses Gebiet festgesetzte Verordnung geschützt. Zuständig für die Erteilung einer Genehmigung nach der jeweiligen Schutzgebietsverordnung ist der Kreis Lippe als untere Wasserbehörde.

Im Verfahren wird seitens der Wasserbehörde geprüft ob das Vorhaben, die Handlung oder Maßnahme zu einer Beeinträchtigung der Trinkwasser- bzw. Heilquellenförderung führen kann.

Detaillierte Karten und die Verordnungstexte können bei der unteren Wasserbehörde des Kreises Lippe eingesehen werden.

Bei Fragen steht Ihnen der oben angegebene Ansprechpartner im Kreis Lippe gern zur Verfügung.


Welche Antragsunterlagen sind erforderlich?


Der Umfang der Antragsunterlagen richtet sich nach der Art des jeweiligen Vorhabens.

Generell muss ein formloser Genehmigungsantrag eingereicht werden, der mind. folgende Unterlagen enthält:

  1. Beschreibung des Vorhabens
  2. Lageplan 1: 1000
  3. Zeichnerische Darstellung des Vorhabens
  4. ggf. Nachweise über die Unbedenklichkeit des Vorhabens


Welche Kosten entstehen?

Die Gebühr für den Genehmigungsbescheid beträgt 100,00 €.


Wissenswertes zum Thema...


Definition der Schutzzonen

Schutzzonen sind Teilgebiete des Schutzgebietes. Die Unterteilung ist notwendig, um unterschiedliche Schutzmaßnahmen festsetzen zu können, die die hydrogeologischen Verhältnisse, die Auswirkungen von Gefahrenherden und die Entfernung zur Fassungsanlage berücksichtigen. Gefahrenherde wären hierbei Einrichtungen, Anlagen, Vorgänge, Nutzungen und sonstige Handlungen, die durch ihre Art oder durch austretende Stoffe zu einer Beeinträchtigung des Trinkwassers bzw. der Heilquelle führen können und somit ein Gefährdungspotential darstellen.

Qualitative Schutzzonen
Die Art der qualitativen Schutzzonen sind bei Wasser- und Heilquellenschutzgebieten gleich.

Zone I (Fassungsbereich)
Die Zone I soll den Schutz der Fassungsanlagen (Brunnen/Förderanlage) und ihrer unmittelbaren Umgebung vor jeglichen Verunreinigungen und Beeinträchtigungen gewährleisten. Hier sind alle Handlungen und Vorgänge, die nicht der Sicherstellung der öffentlichen Trinkwasserversorgung bzw. der Förderung der Heilquelle dienen, verboten.

Zone II (Engere Schutzzone)
Die Zone II soll zusätzlich Schutz vor Verunreinigungen durch pathogene Mikroorganismen (z.B. Bakterien, Viren), Parasiten und Wurmeier sowie vor sonstigen Beeinträchtigungen gewährleisten, die bei geringer Fließdauer und -strecke zur Fassungsanlage gefährlich sind. Auch in diesem Bereich sind die meisten Vorhaben und Handlungen verboten.

Zone III (Weitere Schutzzone)
Die Zone III soll grundsätzlich den Schutz vor weitreichenden Beeinträchtigungen gewährleisten, insbesondere vor dem Eintrag von nicht oder nur schwer abbaubaren chemischen oder sonstigen, die Qualität des Trinkwassers bzw. der Heilquelle beeinträchtigenden Stoffen.

Bei besonderen hydrogeologischen Verhältnissen kann die Zone III weiter untergliedert werden.

Die Zone III soll in der Regel das gesamte unterirdische Einzugsgebiet der Gewinnungsanlage beinhalten.

Quantitative Schutzzonen (nur bei Heilquellenschutzgebieten)

Aufgrund der Besonderheit von Heilquellen werden bei diesen Schutzgebieten zusätzlich noch quantitative Schutzzonen festgesetzt. Diese Zonen gewährleisten, dass die Ergiebigkeit nicht gemindert oder der individuelle Charakter der Heilquelle verändert wird.

Die Einteilung erfolgt in Zone A (Innere Zone) und Zone B (Äußere Zone). Bei älteren Heilquellenschutzgebieten wurde die qualitative Einteilung um die äußeren Zonen IV und ggf. V erweitert. 


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