Zum Inhalt (Access key c)Zur Hauptnavigation (Access key h)Zur Unternavigation (Access key u)

Der Masterplan Mobilität für Lippe

Lippe bleibt mobil und verbindet. Dafür ist ein System erforderlich, das unterschiedliche Verkehrsmittel – Bahn, Bus, Auto, Fahrrad, Fußgänger – für alle effektiv miteinander vernetzt. Mit dem Masterplan Mobilität hat  der Kreis Lippe gemeinsam mit der KVG und dem Büro plan:mobil  ein integriertes Konzept erarbeitet, das Leitlinien einer zukunftsfähigen Mobilität liefert. Es bündelt bisherige Aktivitäten, identifiziert Hemmnisse und entwickelt mögliche Mobilitätsszenarien für den Kreis. 

Der fertige Masterplan wurde Ende Juni vom Kreistag beschlossen. Er enthält konkrete Handlungs- und Maßnahmenempfehlungen, die der Kreis zusammen mit den Kommunen, weiteren Aufgabenträgern und der Politik angehen möchte.

Masterplan Mobilität

Der Masterplan Mobilität basiert auf wichtigen Werten und Prämissen, setzt konkrete Ziele und gibt den Rahmen für Maßnahmen vor. Acht Handlungsfelder greifen die Sicherung der Mobilität für alle sowie die verkehrspolitischen und klimaschonenden Ziele auf. 35 Steckbriefe beschreiben Vorschläge, die jetzt genauer geplant werden können. Bei 21 dieser Maßnahmen kann der Kreis entweder selbst aktiv werden oder entscheidend zur Unterstützung anderer Akteure beitragen – im Mittelpunkt steht dabei die enge Zusammenarbeit zwischen dem Kreis und den Kommunen.

In Kooperation mit den lippischen Städten und Gemeinden:

Wappen der lippischen Städte und Gemeinden

Leitbild 2040 des Masterplan Mobilität

Leitbild

Das Leitbild bildet die übergeordnete Zielrichtung für die zukünftige Mobilität im Kreis Lippe und ist Grundlage für die definierten Maßnahmen und deren Umsetzung.

Die Werte und Prämissen beziehen sich auf rechtlich verbindliche Vorgaben sowie auf bereits politisch verabschiedete übergeordnete Ziele und strategische Planungen, die auf der Ebene der Europäischen Union, des Bundes und der Länder verbindlich festgelegt wurden.

Prämissen
Prämissen

Die Werte und Prämissen beziehen sich auf rechtlich verbindliche Vorgaben sowie auf bereits politisch verabschiedete übergeordnete Ziele und strategische Planungen, die auf der Ebene der Europäischen Union, des Bundes und der Länder verbindlich festgelegt wurden.

Zieldimensionen

Mit sieben Zieldimensionen definiert der Kreis Lippe, wie die Mobilität sich zukünftig ausgestalten soll

Der Slogan der KVG „Lippe mobil: Menschen verbinden. Ziele erreichen“ fasst die Zielrichtung der künftigen Mobilitätsentwicklung für den Kreis Lippe bis 2040 zusammen und schafft in der Kommunikation einen Wiedererkennungswert.

Lippemobil Logo
Lippemobil Logo

Der Slogan der KVG „Lippe mobil: Menschen verbinden. Ziele erreichen“ fasst die Zielrichtung der künftigen Mobilitätsentwicklung für den Kreis Lippe bis 2040 zusammen und schafft in der Kommunikation einen Wiedererkennungswert.

Wirkungsziele

Mit neun übergeordneten Wirkungszielen soll sich der Erfolg des Masterplans konkret messen lassen. 

  • Steigerung des Anteils des Umweltverbundes am Modal Split bis 2040 von 30 % auf 40 %
  • Reduzierung der täglichen Unterwegszeit im Kreis Lippe bis 2040 um 10 % im Umweltverbund
  • Zugang für jede Bürgerin und jeden Bürger zu einem öffentlichen Verkehrsangebot (Bus- und Bahnhaltestelle, Car-/Bikesharing) binnen maximal fünf Gehminuten bis 2040
  • Baulastträgerübergreifend lückenlose Netze für den Rad- und Fußverkehr bis 2045
  • Anbindung großer Arbeitgeber und Gewerbegebiete bis 2030 an den öffentlichen Personen-nahverkehr im Halbstundentakt
  • Klimaneutral bis 2045 im Alltags-, Freizeit- und Wirtschaftsverkehr
  • Reduzierung der Kosten für Mobilität des Umweltverbundes (gegenüber dem Pkw) bis 2030
  • Anteil der Kraftfahrzeuge mit alternativen Antrieben bis 2040 auf 50 % steigern
  • Vision Zero im Kreis Lippe bis 2035

Handlungsfelder und Maßnahmen

Handlungsfelder

Die acht Handlungsfelder im Masterplan Mobilität dienen der Zuordnung der im Leitbild definierten Ziele. Und bündeln die Maßnahmen nach abgeleiteten Themenfeldern und nicht rein sektoral nach Verkehrsträger.

Radverkehr für alle

Das Handlungsfeld „Radverkehr für alle“ zielt darauf ab den Radverkehr im Kreis Lippe für alle, von Alltagsfahrerinnen und -fahrern über Freizeitfahrerrinnen und -fahrern sicher, komfortabel und attraktiv zu gestalten. Dies umfasst insbesondere den regionsweiten Ausbau von schnellen und sicheren Verbindungen zwischen urbanen und ländlichen Gebieten. Mit wachsendem Aufkommen der Elektrounterstützung bei Fahrrädern werden zukünftig aber auch Verbindungen bis zu 15 oder gar 20 km Länge verstärkt mit dem Fahrrad möglich, auch bei bewegter Topografie.

  • Regionsweiter Ausbau von Radschnellwegen und Radvorrangrouten
  • Ausbau von Radwegen an Landes- und Kreisstraßen
  • Gemeinsame Steuerung der Bau- und Umgestaltungsvorhaben im Straßenraum
  • Ausbau der ergänzenden Radinfrastruktur und Umsetzung betrieblicher Maßnahmen

Den Umstieg schaffen

Ein großes Potenzial liegt in der besseren Vernetzung von Bus, Bahn und dem Angebot für Fußverkehr und Fahrradverkehr. An gut ausgebauten Umsteigepunkten kann ein Car- oder Bikesharing-Angebot genutzt werden. Park and Ride (P+R) und Bike and Ride (B+R) erleichtern den Wechsel zum öffentlichen Nahverkehr.

  • Ausbau von Verknüpfungspunkten als Systemknoten
  • Regionalstrategischer Ansatz Bike- und Carsharing
  • Schnittstellen schaffen – Regionalstrategischer Ansatz P+R und B+R
  • Maßnahmen zur Bevorrechtigung von Verkehrsmitteln des Umweltverbundes
  • Frühzeitige Bewusstseinsbildung

Klimafreundliches Lippe

Der Kreis Lippe setzt auf umweltfreundliche Mobilität, um Emissionen zu reduzieren. Mehr elektrisch angetriebene Fahrzeuge erfordern den Ausbau von Ladesäulen und Stromnetzen, was nur gemeinsam mit Kommunen und Stromanbietern gelingt. Der Kreis geht mit gutem Beispiel voran und stellt seine Fahrzeuge schrittweise auf klimafreundliche Antriebe um.

  • Postfossile Fahrzeugflotten im Kreis Lippe
  • Ausbau der Infrastruktur für E-Mobilität

Mobilitätsmanagement und Stadt- und Regionalentwicklung

Neue Mobilitätsangebote werden besser angenommen, wenn Menschen gut informiert sind. Maßnahmen im Mobilitätsmanagement fördern die Nutzung klimafreundlicher Verkehrsmittel und machen die Region attraktiver. Unter Mobilitätsmanagement versteht man aber auch die Planung, Steuerung und Optimierung von Verkehr, um nachhaltige, effiziente und umweltfreundliche Mobilitätslösungen zu fördern. Eine enge Verbindung von Verkehrs- und Stadtplanung verbessert die Lebensqualität und bringt wirtschaftliche sowie ökologische Vorteile.

  • Mobilitätsmarke und Kommunikationskonzept „Lippemobil Menschen verbinden. Ziele erreichen.“
  • Integrierte Gewerbe-/Siedlungsentwicklung berücksichtigt Mobilität
  • Kreisweites Mobilitätsmanagement
  • Konzept zur Verringerung motorisierter individueller Hol- und Bringverkehre insbesondere im Schulverkehr

Zukunftsfähigkeit digitaler Infrastrukturen

Die Erfassung und Verknüpfung von Daten ist wichtig für eine effiziente und umweltfreundliche Verkehrs-steuerung. So können Wartezeiten verringert, Rettungsfahrzeuge und der öffentliche Verkehr bevorzugt und der Verkehr insgesamt besser gelenkt werden. Wichtige Voraussetzung ist eine flächendeckende 5-G-Abdeckung.

  • Digitales multimodales Mobilitätsmanagement
  • Umweltsensitive Verkehrsflusssteuerung
  • Digitaler Zwilling

Angebotsqualität des ÖPNV

Für ein attraktives Angebot des ÖPNV sind bessere Verbindungen, einfache Zugänglichkeit und gute Vernetzung wichtig. Besonders in ländlichen Gebieten braucht es ein zuverlässiges Mobilitätsangebot als Alternative zum Auto. Ein leistungsstarker Bahn- und Busverkehr bildet das Rückgrat, ergänzt durch flexible Zubringersysteme.

  • Sicherung des SPNV-Angebotes
  • Ausbau des SPNV-Angebotes
  • Optimierte Verknüpfung von ÖPNV- und SPNV-Angeboten
  • Stärkung der bestehenden Stadt-Umland-Achsen im ÖPNV
  • Verbesserung des Nord-Süd-Angebotes und Einführung ausgewählter Schnellbuslinien
  • Vorantreiben Fortschreibung Nahverkehrsplan Kreis Lippe
  • Berücksichtigung und Integration touristischer Nachfrage in Bestandsangeboten des Umweltverbundes
  • Förderung von Pilotbetrieben und Versuchsfeldern
  • Entwicklung neuer Finanzierungsquellen für den ÖPNV
  • Datenoptimierter Schulverkehr

Effizienter Wirtschaftsverkehr (Personenund Güter)

Die Förderung umweltfreundlicher Güter- und Personenverkehre verringern den Verkehr, Emissionen und Lärm. Auch bei steigenden Pendlerzahlen müssen umweltfreundlichere Lösungen gefunden werden. Ein verbessertes Lkw-Führungskonzept kann Lieferverkehre effizienter und umweltschonender machen. So werden auch Anwohner durch Lkw-Vorrangrouten entlastet. Emissionsarme Logistik konzentriert sich auf die erste und letzte Strecke. Smarte Mobilitätslösungen machen den Lieferverkehr nachhaltiger. Die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel für Gütertransporte (z. B. Schiene, Straße, Wasser) im Kreis Lippe und darüber hinaus wird durch automatisierte Umschlagterminals und gut verknüpfte Mobilitätslösungen unterstützt.

  • Weiterentwicklung von verträglichen Wirtschafts- und Güterverkehren
  • Innovative Lösungen für die Logistik im städtischen und ländlichen Raum
  • Förderung von multi-/trimodalen Wirtschaftsverkehren
  • Lückenschlüsse beim Lkw-Führungskonzept

Management des motorisierten Verkehrs

Ziel ist es, den Autoverkehr verträglich zu gestalten und ein funktionierendes Verkehrssystem zu entwickeln. Dabei wird der Kfz-Verkehr auf ein Netz von Straßen konzentriert, die gut in die Städte integriert sind. So bleibt die Erreichbarkeit für alle Regionen gewährleistet. Die Steuerung erfolgt durch intelligente Verkehrslenkung, Parkraummanagement und Geschwindigkeitsregeln. In städtischen und verkehrsintensiven Bereichen sind umweltfreundliche und platzsparende Verkehrsmittel zu bevorzugen. Eine gezielte Steuerung hilft, den Autoverkehr effektiv ins Gesamtsystem einzubinden, ohne andere nachhaltige Verkehrsmittel zu benachteiligen.

  • Regionales Parkraummanagement
  • Programmatischer Vorschlag für ein Geschwindigkeitskonzept
  • Verbesserung der Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität im Verkehrsraum

Modellprojekte

Neben den 35 Maßnahmen wurden sechs konkrete „Modellprojekte“ erarbeitet, die zeitnah in eine Umsetzung gebracht werden sollen.

  • Integrierte Entwicklung Wirtschaftsverkehre Gewerbe- & Energie Park Horn
  • Konzept zur Verringerung motorisierter individueller Hol- und Bringverkehre insbesondere im Schulverkehr
  • Arbeits- und Beteiligungsstrukturen künftiger Mobilität im Kreis Lippe
  • LKW-Navigation plus
  • Umsetzung eines Schnellbusangebotes zwischen Lemgo und Bad Pyrmont
  • Machbarkeitsbetrachtung zur Einführung einer Fahrradstraße K5, Abschnitt 11 zwischen Lage – Leopoldshöhe

Weiterführende Informationen

FAQ Masterplan

Was ist der Masterplan Mobilität?

Der Masterplan Mobilität ist ein strategischer Rahmen für die Verkehrsentwicklung. Dieser enthält neben den strategischen Zielen für den Kreis Lippe auch konkrete Handlungsempfehlungen und Maßnahmen, um diese zu erreichen. Die Maßnahmen werden in einem integrierten Gesamtkonzept zusammengeführt - mit Aussagen zur Priorität sowie zur Finanzierbarkeit im Zusammenhang mit bestehenden Förderprogrammen. Auch Personalbedarfe und Schnittstellen zu anderen Themenfeldern werden dabei berücksichtigt.

Wird der gesamte Kreis Lippe betrachtet?

Der Masterplan Mobilität für den Kreis Lippe betrachtet das gesamte Kreisgebiet sowie die regionalen Verflechtungen, z. B. in Richtung Bielefeld, Paderborn, Minden oder Höxter.

Was ist das Ergebnis des Masterplans?

Das Ergebnis wird ein strategischer Rahmen für die Mobilitätsplanung für den gesamten Kreis Lippe. Ziel ist eine zukunftsfähige und bedarfsgerechte Infrastrukturentwicklung und Mobilitätsversorgung für das Kreisgebiet unter Einbezug aller Verkehrsmittel zu entwickeln. Sie soll individuelle und öffentliche Mobilität neu, emissionsarm und zukunftsfähig organisieren und soziale Einrichtungen, die Versorgungsinfrastruktur, Wohn- und Arbeitsplätze durch öffentliche Verkehrsangebote vernetzen und regionale Mobilitätsachsen stärken.

Welche Verbindlichkeit hat der Masterplan?

Das Gesamtkonzept wurde im Juni 2025 im Kreistag beschlossen. Es legt die Ziele für die Verkehrsentwicklung fest und soll eine verbindliche Handlungsgrundlage für die kommenden Jahre sein.

Wer wurde am Masterplanprozess beteiligt?

Während des gesamten Bearbeitungszeitraums fanden fortlaufend unterschiedliche Beteiligungsformate statt. Steuerungsgruppe, Kommunale Lenkungsgruppe, Fachgruppenworkshops, Expertengespräche, Mobilitätsbeirat, Öffentlichkeitsbeteiligung sowie politische Gremien.

Wie ist der Masterplan Mobilität erstellt worden?

Der Masterplan Mobilität wurde in etwa zweieinhalb Jahren erstellt. Während dieser Zeit wurden verschiedene Schritte unternommen, bei denen die Öffentlichkeit und wichtige Beteiligte regelmäßig mit eingebunden wurden. Zuerst wurde die aktuelle Verkehrssituation und bestehende Mobilitätskonzepte analysiert. Daraus entstand ein Leitbild mit klaren Zielen für die zukünftige Mobilität. Auf Grundlage der Analyse entwickelte plan:mobil zudem drei unterschiedliche Mobilitätszenarien 2040 für den Kreis Lippe. Aufbauend auf den identifizierten Herausforderungen für die Mobilität im Kreis Lippe wurden konkrete Maßnahmen entwickelt und in ein Umsetzungskonzept gerahmt. Zur kontinuierlichen Bewertung von Um-setzungsschritten und Zielerreichung liegt ein Evaluationskonzept vor. Den Erstellungsprozess hat eine Steuerungsgruppe - bestehend aus Verwaltungsvorstand II, dem Eigenbetrieb Straßen, dem Umweltamt, der Verkehrsbehörde, dem Mobilitätsteam sowie der Kommunale Verkehrsgesellschaft Lippe (KVG) – in Abstimmung mit plan:mobil zentral koordiniert.

Der Masterplan entsteht in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro plan:mobil.

Datenschutzhinweis

Sie haben die Auswahl, welche Cookies die Webseite setzt:
„Ich stimme zu" erlaubt notwendige Cookies (für die Nutzung der Webseite erforderlich), funktionale Cookies (erleichtern die Nutzung) und Marketing Cookies (analysieren die Nutzung. Zudem werden Youtube-Videos angezeigt). Siehe auch:

„Ich stimme nicht zu“ deaktiviert die funktionalen und die Marketing Cookies.

Weitere Informationen finden Sie in den Datenschutzinformationen und im Impressum.