Lippe bleibt mobil und verbindet. Dafür ist ein System erforderlich, das unterschiedliche Verkehrsmittel – Bahn, Bus, Auto, Fahrrad, Fußgänger – für alle effektiv miteinander vernetzt. Mit dem Masterplan Mobilität hat der Kreis Lippe gemeinsam mit der KVG und dem Büro plan:mobil ein integriertes Konzept erarbeitet, das Leitlinien einer zukunftsfähigen Mobilität liefert. Es bündelt bisherige Aktivitäten, identifiziert Hemmnisse und entwickelt mögliche Mobilitätsszenarien für den Kreis.
Der fertige Masterplan wurde Ende Juni vom Kreistag beschlossen. Er enthält konkrete Handlungs- und Maßnahmenempfehlungen, die der Kreis zusammen mit den Kommunen, weiteren Aufgabenträgern und der Politik angehen möchte.

Der Masterplan Mobilität basiert auf wichtigen Werten und Prämissen, setzt konkrete Ziele und gibt den Rahmen für Maßnahmen vor. Acht Handlungsfelder greifen die Sicherung der Mobilität für alle sowie die verkehrspolitischen und klimaschonenden Ziele auf. 35 Steckbriefe beschreiben Vorschläge, die jetzt genauer geplant werden können. Bei 21 dieser Maßnahmen kann der Kreis entweder selbst aktiv werden oder entscheidend zur Unterstützung anderer Akteure beitragen – im Mittelpunkt steht dabei die enge Zusammenarbeit zwischen dem Kreis und den Kommunen.
Der Masterplan Mobilität besteht aus insgesamt 6 Dokumenten, die Sie hier herunterladen können:
In Kooperation mit den lippischen Städten und Gemeinden:


Das Leitbild bildet die übergeordnete Zielrichtung für die zukünftige Mobilität im Kreis Lippe und ist Grundlage für die definierten Maßnahmen und deren Umsetzung.

Mit sieben Zieldimensionen definiert der Kreis Lippe, wie die Mobilität sich zukünftig ausgestalten soll
Mit neun übergeordneten Wirkungszielen soll sich der Erfolg des Masterplans konkret messen lassen.

Die acht Handlungsfelder im Masterplan Mobilität dienen der Zuordnung der im Leitbild definierten Ziele. Und bündeln die Maßnahmen nach abgeleiteten Themenfeldern und nicht rein sektoral nach Verkehrsträger.
Das Handlungsfeld „Radverkehr für alle“ zielt darauf ab den Radverkehr im Kreis Lippe für alle, von Alltagsfahrerinnen und -fahrern über Freizeitfahrerrinnen und -fahrern sicher, komfortabel und attraktiv zu gestalten. Dies umfasst insbesondere den regionsweiten Ausbau von schnellen und sicheren Verbindungen zwischen urbanen und ländlichen Gebieten. Mit wachsendem Aufkommen der Elektrounterstützung bei Fahrrädern werden zukünftig aber auch Verbindungen bis zu 15 oder gar 20 km Länge verstärkt mit dem Fahrrad möglich, auch bei bewegter Topografie.
Ein großes Potenzial liegt in der besseren Vernetzung von Bus, Bahn und dem Angebot für Fußverkehr und Fahrradverkehr. An gut ausgebauten Umsteigepunkten kann ein Car- oder Bikesharing-Angebot genutzt werden. Park and Ride (P+R) und Bike and Ride (B+R) erleichtern den Wechsel zum öffentlichen Nahverkehr.
Der Kreis Lippe setzt auf umweltfreundliche Mobilität, um Emissionen zu reduzieren. Mehr elektrisch angetriebene Fahrzeuge erfordern den Ausbau von Ladesäulen und Stromnetzen, was nur gemeinsam mit Kommunen und Stromanbietern gelingt. Der Kreis geht mit gutem Beispiel voran und stellt seine Fahrzeuge schrittweise auf klimafreundliche Antriebe um.
Neue Mobilitätsangebote werden besser angenommen, wenn Menschen gut informiert sind. Maßnahmen im Mobilitätsmanagement fördern die Nutzung klimafreundlicher Verkehrsmittel und machen die Region attraktiver. Unter Mobilitätsmanagement versteht man aber auch die Planung, Steuerung und Optimierung von Verkehr, um nachhaltige, effiziente und umweltfreundliche Mobilitätslösungen zu fördern. Eine enge Verbindung von Verkehrs- und Stadtplanung verbessert die Lebensqualität und bringt wirtschaftliche sowie ökologische Vorteile.
Für ein attraktives Angebot des ÖPNV sind bessere Verbindungen, einfache Zugänglichkeit und gute Vernetzung wichtig. Besonders in ländlichen Gebieten braucht es ein zuverlässiges Mobilitätsangebot als Alternative zum Auto. Ein leistungsstarker Bahn- und Busverkehr bildet das Rückgrat, ergänzt durch flexible Zubringersysteme.
Die Förderung umweltfreundlicher Güter- und Personenverkehre verringern den Verkehr, Emissionen und Lärm. Auch bei steigenden Pendlerzahlen müssen umweltfreundlichere Lösungen gefunden werden. Ein verbessertes Lkw-Führungskonzept kann Lieferverkehre effizienter und umweltschonender machen. So werden auch Anwohner durch Lkw-Vorrangrouten entlastet. Emissionsarme Logistik konzentriert sich auf die erste und letzte Strecke. Smarte Mobilitätslösungen machen den Lieferverkehr nachhaltiger. Die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel für Gütertransporte (z. B. Schiene, Straße, Wasser) im Kreis Lippe und darüber hinaus wird durch automatisierte Umschlagterminals und gut verknüpfte Mobilitätslösungen unterstützt.
Ziel ist es, den Autoverkehr verträglich zu gestalten und ein funktionierendes Verkehrssystem zu entwickeln. Dabei wird der Kfz-Verkehr auf ein Netz von Straßen konzentriert, die gut in die Städte integriert sind. So bleibt die Erreichbarkeit für alle Regionen gewährleistet. Die Steuerung erfolgt durch intelligente Verkehrslenkung, Parkraummanagement und Geschwindigkeitsregeln. In städtischen und verkehrsintensiven Bereichen sind umweltfreundliche und platzsparende Verkehrsmittel zu bevorzugen. Eine gezielte Steuerung hilft, den Autoverkehr effektiv ins Gesamtsystem einzubinden, ohne andere nachhaltige Verkehrsmittel zu benachteiligen.
Neben den 35 Maßnahmen wurden sechs konkrete „Modellprojekte“ erarbeitet, die zeitnah in eine Umsetzung gebracht werden sollen.
Der Masterplan Mobilität ist ein strategischer Rahmen für die Verkehrsentwicklung. Dieser enthält neben den strategischen Zielen für den Kreis Lippe auch konkrete Handlungsempfehlungen und Maßnahmen, um diese zu erreichen. Die Maßnahmen werden in einem integrierten Gesamtkonzept zusammengeführt - mit Aussagen zur Priorität sowie zur Finanzierbarkeit im Zusammenhang mit bestehenden Förderprogrammen. Auch Personalbedarfe und Schnittstellen zu anderen Themenfeldern werden dabei berücksichtigt.
Der Masterplan Mobilität für den Kreis Lippe betrachtet das gesamte Kreisgebiet sowie die regionalen Verflechtungen, z. B. in Richtung Bielefeld, Paderborn, Minden oder Höxter.
Das Ergebnis wird ein strategischer Rahmen für die Mobilitätsplanung für den gesamten Kreis Lippe. Ziel ist eine zukunftsfähige und bedarfsgerechte Infrastrukturentwicklung und Mobilitätsversorgung für das Kreisgebiet unter Einbezug aller Verkehrsmittel zu entwickeln. Sie soll individuelle und öffentliche Mobilität neu, emissionsarm und zukunftsfähig organisieren und soziale Einrichtungen, die Versorgungsinfrastruktur, Wohn- und Arbeitsplätze durch öffentliche Verkehrsangebote vernetzen und regionale Mobilitätsachsen stärken.
Das Gesamtkonzept wurde im Juni 2025 im Kreistag beschlossen. Es legt die Ziele für die Verkehrsentwicklung fest und soll eine verbindliche Handlungsgrundlage für die kommenden Jahre sein.
Während des gesamten Bearbeitungszeitraums fanden fortlaufend unterschiedliche Beteiligungsformate statt. Steuerungsgruppe, Kommunale Lenkungsgruppe, Fachgruppenworkshops, Expertengespräche, Mobilitätsbeirat, Öffentlichkeitsbeteiligung sowie politische Gremien.
Der Masterplan Mobilität wurde in etwa zweieinhalb Jahren erstellt. Während dieser Zeit wurden verschiedene Schritte unternommen, bei denen die Öffentlichkeit und wichtige Beteiligte regelmäßig mit eingebunden wurden. Zuerst wurde die aktuelle Verkehrssituation und bestehende Mobilitätskonzepte analysiert. Daraus entstand ein Leitbild mit klaren Zielen für die zukünftige Mobilität. Auf Grundlage der Analyse entwickelte plan:mobil zudem drei unterschiedliche Mobilitätszenarien 2040 für den Kreis Lippe. Aufbauend auf den identifizierten Herausforderungen für die Mobilität im Kreis Lippe wurden konkrete Maßnahmen entwickelt und in ein Umsetzungskonzept gerahmt. Zur kontinuierlichen Bewertung von Um-setzungsschritten und Zielerreichung liegt ein Evaluationskonzept vor. Den Erstellungsprozess hat eine Steuerungsgruppe - bestehend aus Verwaltungsvorstand II, dem Eigenbetrieb Straßen, dem Umweltamt, der Verkehrsbehörde, dem Mobilitätsteam sowie der Kommunale Verkehrsgesellschaft Lippe (KVG) – in Abstimmung mit plan:mobil zentral koordiniert.
Der Masterplan entsteht in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro plan:mobil.