Fall von Botulismus in Lippe: Warnung vor Verzehr von Trockenfisch

Nachdem ein Fall von Botulismus in Lippe bekannt geworden ist, weist der Kreis Lippe darauf hin, dass das Fachgebiet Veterinär und Verbraucherschutz Schutzmaßnahmen ergriffen hat: Nach Bekanntwerden des Verdachts auf eine mögliche Fischvergiftung ist beim betroffenen Einzelhändler A&N Markt in Lage sämtlicher Trockenfisch präventiv sichergestellt worden. Der Einzelhändler ruft zudem alle unverpackten getrockneten, ausgenommenen und nicht ausgenommenen Fische zurück, die seit dem 15. Juni verkauft worden sind. Über den Rückruf werden die Kunden durch Aushänge im Markt informiert. Wer Symptome wie ungewöhnliche Kopfschmerzen und Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Durchfall, Lähmungserscheinungen oder Atemnot an sich beobachtet, sollte sofort einen Arzt oder das Klinikum Lippe aufsuchen.

Der Trockenfisch wurde durch den niedersächsischen „Ozean Fischgroßhandel“ geliefert. Der Großhändler warnt eindringlich vor dem Verzehr verschiedener von ihm gehandelter Trockenfische und ruft aktuell mehrere Trockenfische zurück. Nach aktuellem Kenntnisstand ist der A&N Markt in Lage der einzige Einzelhändler in Lippe, der durch den „Ozean Fischgroßhandel“ mit Trockenfisch beliefert worden ist.

Beim Botulismus handelt es sich um eine seltene, allerdings schwere Erkrankung, die durch Giftstoffe (Botulinum-Neurotoxine) ausgelöst wird. Die Giftstoffe werden von bestimmten Bakterien gebildet und über Lebensmittel aufgenommen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät beim Verzehr von Trockenfisch grundsätzlich zur Vorsicht und weist darauf hin, dass Trockenfisch vor dem Verzehr für mindestens zehn Minuten auf 85 Grad Celsius oder mehr erhitzt werden sollte, um eine Vergiftung durch sogenannte Botulismus-Neurotoxine auszuschließen. Fischerzeugnisse müssen außerdem grundsätzlich kühl gelagert werden.