Schulschiedsstellen - "Schüler setzen Grenzen"

Bei den Schulschiedsstellen "Schüler setzen Grenzen" handelt es sich um eine Idee des Ministeriums für Schule und Weiterbildung NRW, dass als Pilotprojekt eingeführt wurde.

Flyer «Schulschiedstelle - SchülerInnen setzen Grenzen«


Welches Ziel soll mit dem Pilotprojekt erreicht werden?

Stören im Unterricht, Raufereien auf dem Schulhof, Sachbeschädigungen, Pöbeleien und Beleidigungen gegen Lehrpersonal und Mitschüler. Diese und weitere Beispiele beeinträchtigen in vielen Fällen das Klassenklima und den Unterrichtsablauf, sondern können auch zum Ausgangspunkt für Jugendgewalt und Jugendkriminalität werden. Derartigem Verhalten will die Landesregierung konsequent entgegentreten und soziales Verhalten nachdrücklich einfordern.
Erzieherisches Einwirken durch Lehrer Eltern und Gesetze erreichen nicht bei allen Schülerinnen und Schülern das gewünschte Ziel. Forschungsergebnisse beweisen, dass der positive Einfluss Gleichaltriger oft mehr erreichen kann als die Einwirkung Erwachsener.
Seit dem Schuljahr 2007/2008 hat die Landesregierung das Pilotprojekt "Schulschiedsstelle" gestartet. Das ist eine Gruppe von gleichaltrigen Schülerinnen und Schülern der verschiedenen Schulformen der lippischen Schulen. geschaffen, Sie greifen ein, wenn Schulleitungen ihnen Fälle von Regelverletzungen übergeben. Die Mitglieder dieser Gremien wollen Schülerinnen und Schülern durch ihre Stellungsnahme und zumeist auch durch Aussprechen einer Sanktion verdeutlichen, dass auch sie als Gleichaltrige das Brechen von Regeln - seien es Gesetze, Vereinbarungen oder Regeln des menschlichen Miteinander - nicht akzeptieren.


Welche Fälle können vor einer Schulschiedsstelle verhandelt werden?

Zu den Regelverstößen, die vor den Schulschiedsstellen verhandelt werden können, zählen:

  • Fehlverhalten gegenüber Mitschülern, wie z.B. Gewalt, Mobbing, Beschimpfungen, Belästigungen, sexuell motiviertes, die Würde anderer herabsetzendes Verhalten
  • Fehlverhalten gegenüber Lehrkräften, wie z.B. Beschimpfungen, Verleumdung, Bedrohung, körperliche Angriffe
  • Beschädigung von Eigentum der Schule oder der Mitschüler, Verschmutzung, Einbringen von Viren in die EDV, Beschädigung von Schulmaterial, Kleidung o.ä. von Mitschülern
  • Missachten der Schulordnung, wie z.B. Missachten eines Handyverbots, Verlassen des Schulgeländes, Rauchen oder Alkohol auf dem Schulgelände
    Rangeleien am Schulbus
  • unentschuldigtes Fernbleiben vom Unterricht.


Welche Sanktionen können die Schulschiedsstellen verhängen?

Die Sanktionen sollen in unmittelbarem Zusammenhang zu dem Fehlverhalten stehen und bewirken, dass die Beschuldigten ihre Fehler einsehen. Mögliche Sanktionen können sein: 

  • eine Entschuldigung, ggf. auch öffentlich
  • Wiedergutmachung durch max. 20 Sozialstunden z.B. Reinigungsarbeiten auf dem Schulgelände o.ä.
  • Schadensersatz aus dem Taschengeld
  • Handy-Verbot
  • Schriftliche Ausarbeitung zum Thema des Fehlverhaltens
  • Besuch einer mit ähnlichen Vorfällen befassten Beratungsstelle


Wer nimmt an den Verhandlungen der Schulschiedsstelle teil?

Bei den Verhandlungen der Schulschiedsstellen sind neben dem Schüler-Team immer eine Sozialpädagogin oder ein Sozialpädagoge mit beratender Funktion anwesend. Die Eltern der oder des Beschuldigten können anwesend sein. Bei Bedarf wird auch das Opfer eingeladen. Die Verhandlungen sind nicht öffentlich.

Die Ansprechpartner/innen der Schulschiedsstelle Kreis Lippe sind:

Hier finden Sie das Formular für die Überweisung einer Regelübertretung an die Schulschiedstelle beim Schulamt für den Kreis Lippe