Amerikanische Faulbrut: Anzeigepflichtige Bienenseuche in Horn - Bad Meinberg im Ortsteil Belle ausgebrochen

Nachdem die Amerikanische Faulbrut 2017 zuletzt in Oerlinghausen, Detmold und Lage ausgebrochen war, ist sie nun zweimal in Horn- Bad Meinberg im Ortsteil Belle festgestellt worden. Entsprechende Maßnahmen sind auf Anordnung des Amtstierarztes hin bereits eingeleitet worden.

Die Amerikanische Faulbrut der Bienen ist eine durch das Bakterium Paenibacillus larvae ausgelöste Bienenkrankheit, die für Bienen hochansteckend ist und die Bienenbrut befällt. Bei einem Ausbruch dieser Krankheit ist die Festlegung eines Sperrbezirks mit einem Radius von mindestens einem Kilometer rund um den befallenen Bienenstock vorgeschrieben. Die Bienenstände innerhalb dieses Gebietes gelten als gesperrt. Nähere Informationen hierzu finden  sich auf der Internetseite des Kreises Lippe im aktuellen Kreisblatt Nr. 39 und in der dort veröffentlichten Allgemeinverfügung zur Festlegung des Sperrbezirkes.

Alle dem Fachgebiet Veterinärangelegenheiten, Verbraucherschutz in diesem Gebiet bekannten Imker werden über die Sperren und die damit verbundenen Pflichten gesondert informiert, deren Bienenvölker werden von Bienensachverständigen oder dem Amtstierarzt aufgesucht und untersucht. Die Untersuchung der  Bienenvölker vor Ort besteht aus einer Kontrolle auf klinische Anzeichen der Seuche und der Entnahme von sogenannten Futterkranzproben, die im Labor des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes OWL auf den Erreger der Amerikanischen Faulbrut mikrobiologisch untersucht werden.

Bienenstände innerhalb der Sperrbezirke dürfen nicht von ihrem Standort entfernt werden und es dürfen auch keine Bienen oder Bienenvölker in den Sperrbezirk verbracht werden.

Soweit nicht bereits geschehen, hat jeder Imker, der Bienenvölker hält, dies unter Angaben des genauen Standortes und der Völkerzahl beim Veterinäramt anzugeben (Tel. 05231/62-2171 oder 05231/62-2190, per Fax an 05231/ 62-224 oder per E-Mail an vetlmue@kreis-lippe.de).

Wichtiger Hinweis: Die im Jahr 2017 gebildeten Faulbrut-Sperrbezirke im Kreis Lippe konnten noch 2017 aufgehoben werden und gelten somit nicht mehr!



Karte des aktuellen Faulbrutsperrbezirkes im Bereich Belle

                             Faulbrut 06 27 Belle        Vergrößern Sie die Karte hier 
                                                                                                

 

 

Amerikanische Faulbrut

Die Amerikanische Faulbrut ist eine für den Menschen ungefährliche anzeigepflichtige Bienenseuche. Die Bienenseuche ist eine bakterielle Infektion, die durch das sporenbildende Bakterium "Paenibacillus larvae" hervorgerufen wird. Befallen wird nur die Bienenbrut, erwachsene Bienen selbst erkranken nicht. Die Übertragung der Seuche von Volk zu Volk kann durch fremde Bienen geschehen, die in die durch Faulbrut geschwächten Völker eindringen und sporenhaltigen Honig in die eigenen Waben eintragen. Außerdem ist die Seuche auch durch den Imker selbst durch infizierte Geräte übertragbar. Die Krankheit ist anfangs schwer erkennbar. Zu achten ist zunächst auf eingefallene Zelldeckel der Brutwaben, die nicht nur bei Faulbrut auftreten. Eine frische Infektion zeigt sich durch eine milchige bis kaffeebraune Faden ziehende Beschaffenheit des Brutzelleninhaltes. Später trocknet die schleimige Masse zu einem bräunlichen-schwarzen Schorf ein.
Erkrankte Bienenvölker müssen nach amtlicher Anordnung getötet, Bienenstände und Waben desinfiziert oder verbrannt werden. Unter Umständen kommt die Bildung von Kunstschwärmen in Betracht.

In Sperrbezirken gelten folgende Beschränkungen:

  • Alle Bienenvölker und Bienenstände im Sperrbezirk sind amtstierärztlich zu untersuchen. Die Untersuchung ist zwei bis neun Monate nach der Tötung oder Behandlung der an der Seuche erkrankten Bienenvölker des verseuchten Bienenstandes zu wiederholen.
  • Bienenstände dürfen von ihrem Standort nicht entfernt werden.
  • Bienenvölker, lebende oder tote Bienen, Waben, Wabenteile, Wabenabfälle, Wachs, Honig, Futtervorräte, Bienenwohnungen und benutzte Gerätschaften dürfen nicht aus den Bienenständen entfernt werden.
  • Bienenvölker oder Bienen dürfen nicht in den Sperrbezirk verbracht werden. Ausgenommen hiervon sind nur Wachs, Waben, Wabenteile und Wabenabfälle, wenn sie an wachsverarbeitende Betriebe, die über die erforderliche Einrichtung zur Entseuchung des Wachses verfügen, unter der Kennzeichnug "Seuchenwachs" abgegeben werden, und Honig, der nicht zur Verfütterung an Bienen bestimmt ist.

Für die Untersuchung der Völker im Sperrbezirk entstehen den Imkern keine Kosten.

Soweit der Imker Mitglied in der Tierseuchenkasse ist, leistet diese eine Entschädigung, wenn Völker nach amtlicher Anweisung getötet wurden. Die Mitgliedschaft in der Tierseuchenkasse ist für jeden Imker – unabhängig von der Anzahl der betreuten Bienenvölker – Pflicht!

Mehr über die Amerikanische Faulbrut erfahren Sie hier:

APIS e.V: Übersicht Krankheiten der Honigbiene

Leitlinie zur Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut der Bienen
Homepage des Länderinstituts für Bienenkunde Hohen Neuendorf e. V.