Trinkwasserüberwachung

Das Trinken von Wasser gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Auch die Natur braucht diesen elementaren Grundstoff - Vegetation und Leben sind ohne Wasser undenkbar.

Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und ein kostbares Gut. Im Kreis Lippe bezieht die Bevölkerung ihr Trinkwasser von zentralen Wasserversorgungsunternehmen. Ein Teil der Bevölkerung versorgt sich aus privaten Brunnen.
Die Qualität des Trinkwassers sowie die technischen Anlagen zur Wassergewinnung, -aufbereitung und -verteilung werden vom Gesundheitsamt regelmäßig kontrolliert.

Das Gesundheitsamt ist für die Überwachung von Wasserversorgungsanlagen zuständig, steht den Betreibern der Wasserversorgungsanlagen aber auch für Beratung zur Verfügung.


Ihr Ansprechpartner

eich
M. Eich, Gesundheitsaufseher

 

Änderungen der Trinkwasserverordnung

Am 09.01.2018 ist die aktuelle Fassung der Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung - TrinkwV) in der Fassung der Bekanntmachung vom 10.03.2016 (BGBl. I S. 459) in Kraft getreten.

Untersuchungspflichten in Bezug auf Legionellen

  • Die Erstuntersuchung von neu in Betrieb genommenen Trinkwasserinstallationen ist innerhalb von drei bis zwölf Monaten nach Inbetriebnahme durchzuführen (§14b Abs. 6).
  • Untersuchungsstellen (Labore) sind verpflichtet, festgestellte Überschreitungen des technischen Maßnahmewertes bei Großanlagen zur Trinkwassererwärmung (gewerbliche u. öffentliche Tätigkeit) unverzüglich dem für die Wasserversorgungsanlage zuständigen Gesundheitsamt anzuzeigen (§15a Abs. 1-2).
  • Die Anzeigepflicht besteht nicht, wenn dem Anzeigepflichtigen ein Nachweis darüber vorliegt, dass die Anzeige bereits durch die Untersuchungsstelle erfolgt ist (§16 Abs. 1).
  • Der Unternehmer und sonstiger Inhaber (UsI) hat zu den durchgeführten Maßnahmen Aufzeichnungen zu führen oder führen zu lassen. Diese sind dem Gesundheitsamt auf Anforderung unverzüglich vorzulegen (§16 Abs. 7).

Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt »Information zur Untersuchungspflicht«.

Informationspflichten des UsI

  • Auf Nachfrage sind den Verbrauchern auch Einzelergebnisse von Trinkwasseruntersuchungen mitzuteilen (§21 Abs. 1).
  • Der UsI hat den betroffenen Verbraucher zu informieren, wenn Trinkwasserleitungen aus Blei in der betriebenen Anlage vorhanden sind, sobald er hiervon Kenntnis erlangt, oder ein entsprechender Verdacht besteht, insbesondere aufgrund vorliegender Trinkwasseranalysedaten (§21 Abs. 1a).

Maßnahmen bei Nichteinhaltung von Grenzwerten – Parameter Blei, Kupfer, Nickel

  • Nach der Neuerrichtung von Trinkwasser-Installationen können aufgrund der fehlenden Deckschichtbildung und korrosiven Wechselwirkung anfänglich erhöhte Werte auftreten. Diese können toleriert werden, wenn die Grenzwerte spätestens 16 Wochen nach der Inbetriebnahme eingehalten werden (§9 Abs. 4). Voraussetzung dafür ist, dass die gemessene Konzentration der drei Parameter Blei, Kupfer und Nickel jeweils nicht höher als das doppelte des betreffenden Grenzwertes sein darf.
    Hinweis: Der Verbraucher ist über eine mögliche „Metallabgabe“ zu informieren, mit dem Hinweis des ausreichenden Ablaufenlassens des Trinkwassers vor Benutzung. 
    Ggf. sind Verwendungseinschränkungen für Säuglinge und Kleinkinder zu veranlassen.
  • Für die Feststellung einer Grenzwertüberschreitung an einer einzelnen Entnahmestelle in einem Gebäude ist die gestaffelte Stagnationsbeprobung nach den Empfehlungen des Umweltbundesamtes durchzuführen (S0-Probe, S1-Probe, S2-Probe) (Anlage 2 Teil II -  zu §6 Abs. 2).

Sonstiges

  • Bei der Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser dürfen nur Stoffe und Gegenstände in Kontakt mit dem Roh- und Trinkwasser verwendet und nur physikalische oder chemische Verfahren angewendet werden, die bestimmungsgemäß der Trinkwasserversorgung dienen.
    Bereits eingebrachte Stoffe oder Gegenstände, die bestimmungsgemäß nicht der Trinkwasserversorgung dienen (z.B. Telekommunikationskabel), müssen bis zum 09.01.2020 aus dem Roh- oder Trinkwasser entfernt werden (§17 Abs. 7).
  • Risikobewertungsbasierte Anpassung der Probenplanung (RAP) für Wasserversorgungsanlagen für a- Anlagen (zentrale Wasserwerke) und b- Anlagen (dezentrale kleine Wasserwerke) (§14 Abs. 2 a, b, c).

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