Abwasser aus Gewerbe- und Industriebetrieben

Im Gegensatz zu den Haushalten verwenden verschiedene Industrie- und Gewerbetriebe eine Vielzahl von Stoffen die in einer kommunalen Kläranlage nicht oder nicht ausreichend abgebaut werden können. Je nach Herkunftsbereich/Branche sind daher spezielle Anforderungen im Bereich der Produktion, der Abwasserbehandlung und -entsorgung sowie beim Einsatz von Hilfs- und Betriebsstoffen zu erfüllen.

In der Regel wird das Abwasser nach einer erfolgreichen Behandlung in die öffentliche Schmutz- oder Mischwasserkanalisation eingeleitet (Indirekteinleitung).

In Ausnahmefällen ist eine Abwassereinleitung auch direkt in ein Gewässer möglich (Direkteinleitung).

Im Zuständigkeitsbereich der unteren Wasserbehörde des Kreises Lippe existieren rund 650 Indirekteinleitungen.

 

Aufgaben des Kreises Lippe

Abwasser bestimmter Herkunft oder mit gefährlichen Stoffen darf nur mit einer Genehmigung nach § 58 Wasserhaushaltsgesetz in die öffentliche Kanalisation eingeleitet werden. Teilweise muss das Abwasser vor Abgabe in den Kanal vorbehandelt werden. Der Bau und Betrieb solcher Abwasserbehandlungsanlagen erfordert eine Genehmigung nach § 60 des Wasserhaushaltsgesetzes. Zuständig für die Erteilung der oben genannten Genehmigungen ist der Kreis Lippe als untere Wasserbehörde.

Im Genehmigungsverfahren wird von der Wasserbehörde geprüft, ob die gesetzlichen Anforderungen nach dem jeweiligen Stand der Technik erfüllt werden. Die erforderliche Genehmigung zum Bau und Betrieb einer Abwasserbehandlungsanlage wird nach Vorlage und Prüfung der Antragsunterlagen gleichzeitig mit der Genehmigung zur Indirekteinleitung des Abwassers erteilt.

Unter dem Anliegen “Indirekteinleitung“ finden Sie Informationen zum Antragsverfahren.

 

Wissenswertes zum Thema...

Durch Stoffe, die in einer kommunalen Kläranlage nicht oder nicht ausreichend abgebaut werden, können Schäden in den Gewässern und bei den darin lebenden Tieren und Pflanzen entstehen. Neben dem ökologischen Schaden kann auch die Trinkwasserversorgung oder die sinnvolle landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlamm zur Verbesserung der Bodenqualität gefährdet sein. Die Anforderungen an die Abwasserqualität - insbesondere die Überwachungswerte - sind differenziert nach Herkunftsbereichen bzw. Branchen in mehreren Anhängen der Abwasserverordnung bundesweit einheitlich geregelt. Neben der Festsetzung von Überwachungswerten werden soweit möglich Maßnahmen zur Reduzierung der Abwassermenge und -belastung gefordert. Darüber hinaus sind auch die Anforderungen der örtlichen Entwässerungssatzungen an die Abwasserbeschaffenheit und Einleitungsbedingungen zu beachten. Die jeweils zuständige Kommune wird daher im wasserrechtlichen Genehmigungsverfahren beteiligt.

 

Weitere Downloads/Links


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