Prüfung mit Luft

Die Luftprüfung kommt in erster Linie bei Neubauten zum Einsatz, da dort gute Absperrmöglichkeiten im Leitungsnetz vorhanden sind - ältere Gebäude bieten diese häufig nicht.

 

Verfahrensablauf

 

Hierbei werden die Abwasserleitungen an allen Einleitungsstellen abgedichtet und mit Luftdruck beaufschlagt.
Im Gegensatz zur Prüfung mit Wasser beansprucht der Check mit Luft weniger Zeit. Allerdings können hier keine abschließenden Aussagen zum Grad der Undichtigkeit getroffen werden, da die Luft sehr schnell entweicht, wenn die Leitungen undicht sind. Zudem besteht die Gefahr eines fälschlicherweise negativen Testergebnisses, wenn die Dichtelemente z. B. durch Ablagerungen in den Leitungen nicht vollständig abdichten.

Der Sachkundige ermittelt u. a. in Abhängigkeit des Rohrdurchmessers die Prüfzeit und den zulässigen Druckverlust. Wenn der Druckverlust in einem bestimmten Zeitraum unterhalb des zulässigen Werts bleibt, ist das Grundleitungsnetz dicht.

Weitere Informationen zu den Prüfkriterien sind in DIN EN 1610:1997-10 und im ATV-DVWK M143 Teil 6 nachzulesen.

Aus sicherheitstechnischen Bestimmungen werden Schächte und Inspektionsöffnungen nur mit Wasser auf ihre Dichtheit überprüft.

 

Diese Tipps sollten Sie beachten:


  • Halten Sie alle verfügbaren Informationen zum Baujahr, zur Leitungslänge und Schachttiefe, zu den Nennweiten, den vorhandenen Zugangsmöglichkeiten und dem Leitungsverlauf bereit. Der zugelassene Sachkundige benötigt sie für die Planung der Dichtheitsprüfung und die Festlegung der Prüfkriterien und Prüfverfahren.
  • Zeigen Sie dem zugelassenen Sachkundigen alle Zugangsmöglichkeiten und Bodeneinläufe. So kann eine fundierte Entscheidung getroffen werden, ob die Bereiche ausreichend zugänglich und für die Aufnahme der Absperrelemente geeignet sind.
  • Lassen Sie sich beraten, ob es angesichts der Ergebnisse der TV-Inspektion sinnvoll ist, mehrere Prüfabschnitte zu bilden.
  • Seien Sie während der Dichtheitsprüfung selbst anwesend oder beauftragen Sie eine Vertrauensperson mit Entscheidungsbefugnis, der Prüfung beizuwohnen.
  • Fordern Sie eine vollständig ausgefüllte, den Anforderungen der Kommune entsprechende, Bescheinigung über das Ergebnis der Dichtheitsprüfung. Das Datum, das Prüfmedium, das angewandte technische Regelwerk, das Prüfverfahren, der Prüfdruck und die zulässige Druckdifferenz, die Prüfdauer und die Prüfstrecke müssen darauf eindeutig nachvollziehbar sein. Das Prüfprotokoll muss vom Auftraggeber, vom Prüfer und vom Unterschriftsberechtigten der ausführenden Firma unterschrieben sein. Verlangen Sie, dass die Prüfstrecke oder gegebenenfalls die einzelnen Prüfabschnitte dem Protokoll auf einem Lageplan beigelegt werden.