Zugänglichkeiten


In der Zukunft lassen sich leicht Kosten sparen, wenn ausreichend Zugangsmöglichkeiten zur Abwasseranlage geschafft werden. Besonders ein Neubau bietet diese Chance. Aber auch die Sanierung eröffnet die Möglichkeit zusätzliche Zugänge zu schaffen, die späteres Untersuchen oder Sanieren erleichtern.

Die Kosten für Untersuchen und Sanieren einer Abwasseranlage hängen zu einem großen Teil von der Anzahl und der Lage der Zugänge ab. Sind diese groß genug, gut zu erreichen und in ausreichender Anzahl vorhanden, können die Leitungen in der Regel vollständig gereinigt, untersucht und im Schadensfall ohne großen Aufwand saniert werden.

Die Zugänge zur Abwasseranlage werden in drei Kategorien unterteilt:

  • Einsteigschächte, die einen Zugang von Personal ermöglichen (DN/ID ≥ 800 bis 1000)
  • Inspektionsöffnungen, die nur das Einbringen von Reinigungsgerät, Inspektions- und Prüfausrüstung erlauben (DN/ID ≥ 300 bis < 800)
  • Reinigungsöffnungen, die z. B. in Grund- und Sammelleitungen eingebaut werden

Diese Hinweise sollten Sie beachten:


  • Vermeiden Sie bei einem Gebäude mit Keller unzugängliche Grundleitungen und verlegen Sie stattdessen zugängliche Sammelleitungen. Diese können unter der Kellerdecke oder an der Kellerwand entlang abgehängt werden. Als Alternative bietet sich die Verlegung in Rinnen und Aussparungen an.
  • Fehlende Zugänglichkeiten müssen gegebenenfalls nachträglich geschaffen werden, wenn Reinigung, TV-Inspektion und Dichtheitsprüfung wegen mangelnden Zugangs zur Abwasseranlagen nicht durchführbar sind. Schon der Abbau eines Waschbeckens oder einer Toilette reicht dafür manchmal aus. In einigen Fällen müssen jedoch so genannte "Kopflöcher" errichtet werden, die anschließend wieder fachgerecht und dicht verschlossen werden müssen. Wenn Ihr Keller aus wasserundurchlässigem Beton gebaut wurde oder das Grundwasser ansteht, besteht das Risiko langfristig nicht dichter Kopflöcher. Diese Probleme räumen Sie schon im Vorfeld aus der Welt, wenn Sie genügend Zugänglichkeiten zu ihrer Abwasseranlage einplanen. Langfristig sparen Sie so Geld ein.
  • Bestehen Sie bei der Planung eines Einsteigschachtes, bei dem das Abwasser in einem geschlossenen Rohr durchgeführt wird, darauf, dass die Revisionsöffnung im Schacht nicht direkt an der Schachtwand angebracht wird. Weisen Sie die ausführende Firma zudem darauf hin, dass die Revisionsöffnung groß genug dimensioniert sein muss, um die handelsüblichen Dichtheitsprüfungsgeräte in die Leitungen einzubringen.
  • Die Dichtheitsprüfung wird erschwert, wenn unmittelbar hinter der Revisionsöffnung im Schacht ein Dimensionswechsel der Leitungen (z. B. von DN 150 auf DN 125 oder DN 100) erfolgt. Möglicherweise ist es dann schwierig, die Prüfgeräte einzuführen oder fachgerecht zu positionieren.
  • Verbauen oder verkleiden Sie die Zugänglichkeiten zu Ihrer Abwasseranlage nicht mit Rigipsplatten oder ähnlichen Materialien. Achten Sie immer darauf, dass die Zugänglichkeiten leicht erreichbar bleiben.
  • Beim Neubau eines Hauses empfiehlt es sich dringend, einen Bestandsplan über alle vorhandenen Zugänglichkeiten, die Leitungsführung, die Nennweiten und die Materialien der Abwasseranlage zu erstellen. In diesen Plan gehört auch eine eventuell eingebaute Dränage aufgeführt und wohin das Wasser daraus abgeleitet wird. Schreiben Sie diesen Bestandsplan nach der Sanierung Ihrer Abwasseranlage oder nach einem Umbau Ihres Hauses fort. Bewahren Sie den Plan sicher und unbegrenzt auf.

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