Dränagen

Grund-, Stau-, Schicht- und Sickerwasser im Erdreich können ein Gebäude gefährden und zu Vernässungsschäden führen. Ergänzend zur Gebäudeabdichtung wird oftmals eine Dränage eingebaut, die das Wasser von den Kellerwänden und der Kellersohle fernhält. Eine Dränage eignet sich allerdings nur gegen Stau-, Sicker- und Schichtwasser. Sollte Grundwasser die Gebäudesohle berühren oder der höchste bekannte Wasserstand ist weniger als 30 Zentimeter von der Oberkante der Sohlplatte entfernt, ist eine Dränage wirkungslos. Sie würde dann im Grundwasser liegen und könnte das Gebäude nicht mehr ausreichend vor Vernässung schützen.

Beim Neubau eines Hauses muss die Planung durch den Architekten eine fachlich richtige, vollständige und dauerhafte Abdichtung gegen Grund- und Oberflächenwasser gewährleisten. Eine Dränage ersetzt aber nicht eine hochwertige und aber oftmals teure Bauwerksabdichtung. An dieser Stelle Kosten zu reduzieren bedeutet, dass am falschen Ende gespart wird. Es können hohe Folgekosten auftreten, wenn z. B. die Dränagewasserableitung nicht gesichert ist oder die Dränage nicht dauerhaft funktioniert, z. B. da sie nicht ausreichend gespült werden kann.

 

Diese Hinweise sollten Sie beachten:


  • Für die Absenkung des Grundwassers bzw. die mittelbare Einwirkung auf das Grundwasser durch die Dränage müssen Sie eine Erlaubnis der Unteren Wasserbehörde einholen. Dies gilt auch, wenn Sie Dränagewasser in ein Gewässer einleiten oder auf ihrem Gründstück versickern lassen wollen. In diesem Fall sollten Sie sich noch in der Planungsphase an die Behörde wenden.
  • Eine Einleitung des Dränagewassers in den Misch- oder Regenwasserkanal ist grundsätzlich unzulässig.
  • Haben Sie von der Gemeinde eine Erlaubnis zur Einleitung des Dränagewassers erhalten, kann diese widerrufen werden. Sie haben keinen Bestandsschutz.
  • Planen Sie die Abdichtung Ihres Gebäudes deshalb so, dass Sie auf eine Dränagewasserableitung gegebenenfalls auch ganz verzichten könnten.
  • Die Einleitung von Grund- oder Dränagewasser in einen reinen Schmutzwasserkanal ist unzulässig.
  • Sollte Ihr Architekt eine Dränage eingeplant haben, empfiehlt es sich genau zu überprüfen, wohin das Dränagewasser abgeleitet werden soll. Checken Sie, ob alle erforderlichen Genehmigungen vorliegen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Sie auf dem Dränagewasser "sitzen" bleiben.
  • Selbst bei der Verwendung von wasserundurchlässigem Beton (WU-Beton) wird in den meisten Fällen zusätzlich eine Dränage vorgesehen. Dies geschieht zur Sicherheit, weil über die Gewährleistung hinausgehende Garantien fehlen und/oder weil ein nachträglicher Einbau einer Dränage unverhältnismäßig teuer bzw. unmöglich ist. Die Dränage übernimmt zudem auch die Regenwasserableitung aus den Lichtschächten.
  • Lassen Sie sich beim Bau einer Dränage von einer Fachfirma beraten und überwachen Sie die bauliche Umsetzung.

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