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Masterplan Mobilität

Der Masterplan Mobilität für Lippe

Lippe bleibt mobil und verbindet. Dafür müssen wir unterschiedliche Verkehrsmittel – Bahn, Bus, Auto, Fahrrad, Fußgänger – effektiv miteinander vernetzen. 

Mit dem Masterplan Mobilität hat der Kreis Lippe jetzt ein Konzept, das Leitlinien einer zukunftsfähigen Mobilität bietet. Es bündelt bisherige Aktivitäten, identifiziert Hemmnisse und entwickelt mögliche Mobilitätsszenarien für den Kreis. 

Masterplan Mobilität

Leitbild 2040 des Masterplan Mobilität

Das Leitbild gibt die übergeordnete Zielrichtung für die zukünftige Mobilität im Kreis Lippe vor und ist Grundlage für die definierten Maßnahmen und deren Umsetzung.

Dabei greifen acht Handlungsfelder die Sicherung der Mobilität für alle sowie die verkehrspolitischen und klimaschonenden Ziele auf. 

35 Steckbriefe beschreiben Vorschläge, die jetzt genauer geplant werden können. 

Bei 21 dieser Maßnahmen kann der Kreis entweder selbst aktiv werden oder entscheidend zur Unterstützung anderer Akteure beitragen – im Mittelpunkt steht die enge Zusammenarbeit zwischen dem Kreis und den Kommunen.

Vorgaben und Ziele 

Vorgaben

Die Inhalte des Masterplans beziehen sich auf rechtlich verbindliche Vorgaben sowie auf bereits politisch verabschiedete übergeordnete Ziele, die auf der Ebene der Europäischen Union, des Bundes und der Länder verbindlich festgelegt wurden.

Diese Vorgaben gelten für die Maßnahmen, denen der Masterplan gerecht werden soll: Sie sollen

  • sozialverträglich
  • ressourcenschonend
  • verkehrssicher
  • klimaneutral
  • barrierefrei
  • multimodal (siehe )
  • und "lippisch" sein

Der Kreis Lippe hat sieben weitere Ziele formuliert, an denen sich die Gestaltung der künftigen Mobilität orientiert. Die Maßnahmen sollen

  • effizient vernetzt
  • gleichberechtigt
  • bedarfsgerecht
  • innovativ
  • 16+1 interkommunal
  • umweltverträglich
  • und bezahlbar sein.

Wirkungsziele

Mit neun übergeordneten Wirkungszielen soll sich der Erfolg des Masterplans konkret messen lassen. 

  • Steigerung des Anteils des Umweltverbundes am Modal Split (siehe ) bis 2040 von 30 % auf 40 %
  • Reduzierung der täglichen Unterwegszeit im Kreis Lippe bis 2040 um 10 % im Umweltverbund (siehe )
  • Zugang für jede Bürgerin und jeden Bürger zu einem öffentlichen Verkehrsangebot (Bus- und Bahnhaltestelle, Car-/Bikesharing) innerhalb von maximal fünf Gehminuten bis 2040
  • Baulastträgerübergreifend lückenlose Netze für den Rad- und Fußverkehr bis 2045
  • Anbindung großer Arbeitgeber und Gewerbegebiete bis 2030 an den öffentlichen Personen-Nahverkehr im Halbstundentakt
  • Klimaneutral bis 2045 im Alltags-, Freizeit- und Wirtschaftsverkehr
  • Reduzierung der Kosten für Mobilität des Umweltverbundes (gegenüber dem Pkw) bis 2030
  • Anteil der Kraftfahrzeuge mit alternativen Antrieben bis 2040 auf 50 % steigern
  • Vision Zero im Kreis Lippe bis 2035

Handlungsfelder und Maßnahmen

Für die Ziele im Masterplan haben wir acht Handlungsfelder entwickelt:

Radverkehr für alle

Wir wollen den Radverkehr im Kreis Lippe für alle komfortabel und attraktiv gestalten. Dies umfasst insbesondere den regionsweiten Ausbau von schnellen und sicheren Verbindungen zwischen städtischen und ländlichen Gebieten. 

Mit wachsendem Aufkommen der Elektrounterstützung bei Fahrrädern werden zukünftig auch Verbindungen bis zu 15 oder sogar 20 km Länge verstärkt mit dem Fahrrad möglich, selbst wenn es zum Beispiel viele Steigungen in der Strecke gibt.

Maßnahmen:

  • Regionsweiter Ausbau von Radschnellwegen und Radvorrangrouten
  • Ausbau von Radwegen an Landes- und Kreisstraßen
  • Gemeinsame Steuerung der Bau- und Umgestaltungsvorhaben im Straßenraum
  • Ausbau der ergänzenden Radinfrastruktur und Umsetzung betrieblicher Maßnahmen

Den Umstieg schaffen

Ein großes Potenzial liegt in der besseren Vernetzung von Bus, Bahn und dem Angebot für Fußverkehr und Fahrradverkehr. An gut ausgebauten Umsteigepunkten kann ein Car- oder Bikesharing-Angebot genutzt werden. Park and Ride (P+R) und Bike and Ride (B+R) erleichtern den Wechsel zum öffentlichen Nahverkehr.

Maßnahmen:

  • Ausbau von Verknüpfungspunkten als Systemknoten
  • Regionalstrategischer Ansatz Bike- und Carsharing
  • Schnittstellen schaffen – Regionalstrategischer Ansatz P+R und B+R
  • Maßnahmen zur Bevorrechtigung von Verkehrsmitteln des Umweltverbundes (siehe )
  • Frühzeitige Bewusstseinsbildung

Klimafreundliches Lippe

Der Kreis Lippe setzt auf umweltfreundliche Mobilität, um Emissionen zu reduzieren. Mehr elektrisch angetriebene Fahrzeuge erfordern den Ausbau von Ladesäulen und Stromnetzen, was nur gemeinsam mit Kommunen und Stromanbietern gelingt. 

Der Kreis geht mit gutem Beispiel voran und stellt seine Fahrzeuge schrittweise auf klimafreundliche Antriebe um.

Maßnahmen:

Mobilitätsmanagement und Stadt- und Regionalentwicklung

Unter Mobilitätsmanagement versteht man die Planung, Steuerung und Optimierung von Verkehr, um nachhaltige, effiziente und umweltfreundliche Mobilitätslösungen zu fördern. Eine enge Verbindung von Verkehrs- und Stadtplanung verbessert die Lebensqualität und bringt wirtschaftliche sowie ökologische Vorteile.

Maßnahmen:

  • Mobilitätsmarke und Kommunikationskonzept „Lippemobil: Menschen verbinden. Ziele erreichen.“
  • Integrierte Gewerbe-/Siedlungsentwicklung berücksichtigt Mobilität
  • Kreisweites Mobilitätsmanagement
  • Konzept zur Verringerung motorisierter individueller Hol- und Bringverkehre insbesondere im Schulverkehr

Zukunftsfähigkeit digitaler Infrastrukturen

Um den Verkehr effizient und umweltfreundlich steuern zu können, ist es wichtig, Daten zum Verkehr zu erfassen und miteinander zu verknüpfen. So können Wartezeiten verringert, Rettungsfahrzeuge und der öffentliche Verkehr bevorzugt und der Verkehr insgesamt besser gelenkt werden. Wichtige Voraussetzung ist eine flächendeckende 5G-Abdeckung.

Maßnahmen:

Angebotsqualität des ÖPNV

Für ein attraktives Angebot des ÖPNV (öffentlicher Personennahverkehr) sind bessere Verbindungen, einfache Zugänglichkeit und gute Vernetzung wichtig. Besonders in ländlichen Gebieten braucht es ein zuverlässiges Mobilitätsangebot als Alternative zum Auto. Ein leistungsstarker Bahn- und Busverkehr bildet das Rückgrat, ergänzt durch flexible Zubringersysteme.

Maßnahmen:

  • Sicherung des SPNV-Angebots (Speziell: Schienen-Personennahverkehr im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV))
  • Ausbau des SPNV-Angebots
  • Optimierte Verknüpfung von ÖPNV- und SPNV-Angeboten
  • Stärkung der bestehenden Stadt-Umland-Achsen im ÖPNV
  • Verbesserung des Nord-Süd-Angebots und Einführung ausgewählter Schnellbuslinien
  • Vorantreiben und Fortschreibung des Nahverkehrsplans Kreis Lippe
  • Berücksichtigung und Integration touristischer Nachfrage in Bestandsangeboten des Umweltverbunds
  • Förderung von Pilotbetrieben und Versuchsfeldern
  • Entwicklung neuer Finanzierungsquellen für den ÖPNV
  • Datenoptimierter Schulverkehr

Effizienter Wirtschaftsverkehr (Personen und Güter)

Die Förderung umweltfreundlicher Güter- und Personenverkehre verringern den Verkehr, Emissionen und Lärm. Auch bei steigenden Pendlerzahlen müssen umweltfreundlichere Lösungen gefunden werden. 

Ein verbessertes LKW-Führungskonzept kann Lieferverkehre effizienter und umweltschonender machen. So werden auch Anwohner durch LKW-Vorrangrouten entlastet. 

Emissionsarme Logistik konzentriert sich auf die erste und letzte Strecke. Smarte Mobilitätslösungen machen den Lieferverkehr nachhaltiger. Die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel für Gütertransporte (z. B. Schiene, Straße, Wasser) im Kreis Lippe und darüber hinaus wird durch automatisierte Umschlagterminals (siehe ) und gut verknüpfte Mobilitätslösungen unterstützt.

Maßnahmen:

  • Weiterentwicklung von verträglichen Wirtschafts- und Güterverkehren
  • Innovative Lösungen für die Logistik im städtischen und ländlichen Raum
  • Förderung von multi-/trimodalen (multimodal: Siehe ) Wirtschaftsverkehren
  • Lückenschlüsse beim LKW-Führungskonzept

Management des motorisierten Verkehrs

Ziel ist es, den Autoverkehr verträglich zu gestalten und ein funktionierendes Verkehrssystem zu entwickeln. Dabei wird der Kfz-Verkehr auf ein Netz von Straßen konzentriert, die gut in die Städte integriert sind. So bleibt die Erreichbarkeit für alle Regionen gewährleistet. 

Die Steuerung erfolgt durch intelligente Verkehrslenkung, Parkraummanagement und Geschwindigkeitsregeln. In städtischen und verkehrsintensiven Bereichen sind umweltfreundliche und platzsparende Verkehrsmittel zu bevorzugen. 

Eine gezielte Steuerung hilft, den Autoverkehr effektiv ins Gesamtsystem einzubinden, ohne andere nachhaltige Verkehrsmittel zu benachteiligen.

Maßnahmen:

  • Regionales Parkraummanagement
  • Programmatischer Vorschlag für ein Geschwindigkeitskonzept
  • Verbesserung der Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität im Verkehrsraum

Modellprojekte

Neben den 35 Maßnahmen wurden sechs konkrete Modellprojekte erarbeitet, die zeitnah in eine Umsetzung gebracht werden sollen:

  • Integrierte Entwicklung Wirtschaftsverkehre Gewerbe- und Energie Park Horn
  • Konzept zur Verringerung motorisierter individueller Hol- und Bringverkehre insbesondere im Schulverkehr
  • Arbeits- und Beteiligungsstrukturen künftiger Mobilität im Kreis Lippe
  • LKW-Navigation plus
  • Umsetzung eines Schnellbusangebotes zwischen Lemgo und Bad Pyrmont
  • Machbarkeitsbetrachtung zur Einführung einer Fahrradstraße K5, Abschnitt 11 zwischen Lage und Leopoldshöhe

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen gibt es auch auf den externen Internetseiten unserer Partner:

Fragen und Antworten zum Masterplan

Nimmt der Masterplan den gesamten Kreis Lippe in den Blick?

Der Masterplan Mobilität für den Kreis Lippe betrachtet das gesamte Kreisgebiet sowie die regionalen Verflechtungen, z. B. in Richtung Bielefeld, Paderborn, Minden oder Höxter.

Was ist das Ergebnis des Masterplans?

Das Ergebnis ist ein strategischer Rahmen für die Mobilitätsplanung für den gesamten Kreis Lippe. 

Ziel ist es, eine zukunftsfähige und bedarfsgerechte Infrastrukturentwicklung und Mobilitätsversorgung für das Kreisgebiet unter Einbezug aller Verkehrsmittel zu erreichen. Sie soll individuelle und öffentliche Mobilität neu, emissionsarm und zukunftsfähig organisieren und soziale Einrichtungen, die Versorgungsinfrastruktur, Wohn- und Arbeitsplätze durch öffentliche Verkehrsangebote vernetzen und regionale Mobilitätsachsen stärken.

Welche Verbindlichkeit hat der Masterplan?

Das Gesamtkonzept wurde im Juni 2025 im Kreistag beschlossen. Es legt die Ziele für die Verkehrsentwicklung fest und soll eine verbindliche Handlungsgrundlage für die kommenden Jahre sein.

Wer wurde am Masterplanprozess beteiligt?

Während des gesamten Bearbeitungszeitraums fanden fortlaufend unterschiedliche Beteiligungsformate statt. Steuerungsgruppe, Kommunale Lenkungsgruppe, Fachgruppenworkshops, Expertengespräche, Mobilitätsbeirat, Öffentlichkeitsbeteiligung sowie politische Gremien.

Wie wurde der Masterplan Mobilität entwickelt?

Zuerst wurden die aktuelle Verkehrssituation und bestehende Mobilitätskonzepte analysiert. Daraus entstand ein Leitbild mit klaren Zielen für die zukünftige Mobilität. 

Auf Grundlage dieser Analyse hat das Planungsbüro plan:mobil drei unterschiedliche Mobilitätszenarien 2040 für den Kreis Lippe entwickelt. Aufbauend auf den identifizierten Herausforderungen für die Mobilität im Kreis Lippe wurden konkrete Maßnahmen entwickelt und in ein Umsetzungskonzept gerahmt. 

Um feststellen zu können, wie die Umsetzungsschritte sich auswirken und ob die Ziele des Masterplans erreicht werden, liegt ein Evaluationskonzept vor. Den Erstellungsprozess hat eine Steuerungsgruppe bestehend aus einschlägigen Bereichen der Kreisverwaltung zusammen mit der Kommunalen Verkehrsgesellschaft Lippe (KVG) in Abstimmung mit dem Planungsbüro plan:mobil zentral koordiniert.

Der Masterplan wurde über einen Zeitraum von zwei Jahren entwickelt, in dieser Zeit wurden auch die Öffentlichkeit und wichtige Beteiligte regelmäßig eingebunden. 

Definition von Begriffen

Was ist Multimodalität?

Multimodalität bedeutet, dass verschiedene Verkehrsmittel verfügbar sind, um Wege zurückzulegen. So ist eine Person zum Beispiel dann multimodal unterwegs, wenn er oder sie zur Arbeit radelt, mit dem Auto zum Einkaufen fährt und in der Freizeit für den Weg zum Beispiel zum Sport oder zum Vereinstreffen den Bus nimmt.

Was ist Intermodalität?

Intermodalität bedeutet die Verkettung verschiedener Verkehrsmittel für einen Weg. Eine Person ist dann intermodal unterwegs, wenn sie etwa mit dem Fahrrad zur Bushaltestelle fährt, den Bus nimmt und dann zu Fuß zum Zielort geht.

Was bedeutet Umweltverbund?

Der Umweltverbund bezeichnet die Gruppe „umweltverträglicher“ Verkehrsmittel, also die nicht motorisierten Verkehrsträger wie Fuß- und Radverkehr (einschließlich Pedelecs), den Öffentlichen Personennahverkehr (wie Bahn, Bus, Tram oder Taxen) sowie die gemeinsame Nutzung von Verkehrsmitteln wie Car- und Bikesharing oder Mitfahrzentralen.

Was ist ein digitaler Zwilling? 

Ein Digitaler Zwilling ist ein virtuelles Modell, das zum Beispiel ein reales System mithilfe von Sensordaten und Simulationen widerspiegelt. So ermöglichen Digitale Zwillinge eine kontinuierliche Überwachung, Simulation und Analyse eines Systems. Auf dieser Grundlage helfen sie dabei, die Effizienz zu steigern, Innovationen voranzutreiben und datengestützte, fundierte Entscheidungen zu treffen.

Was sind automatisierte Umschlagterminals?

Im kombinierten Verkehr bilden Umschlagterminals die Schnittstelle von mindestens zwei verschiedenen Verkehrsträgern, zum Beispiel Schiene und Straße. 

Automatisiert bedeutet, dass zum Beispiel beim Wechsel von Gütern etwa vom LKW auf einen Güterzug Kräne eingesetzt werden, die die Güter eigenständig durch entsprechende Programmierungen von einem Transportmittel auf das andere heben. Oder dass die Kräne ferngesteuert aus einer Zentrale bedient werden, statt direkt im Kran. 

Was bedeutet Modal Split?

Im Modal Split werden Daten darüber erhoben, welchen Anteil verschiedene Verkehrsmittel am Gesamtverkehr haben. So zeigt er zum Beispiel auf, welcher Anteil an Wegen durch ein Auto, im ÖPNV, per Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt werden. 

In Kooperation mit den lippischen Städten und Gemeinden:

Wappen der lippischen Städte und Gemeinden
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