Der Masterplan Mobilität für den Kreis Lippe betrachtet das gesamte Kreisgebiet sowie die regionalen Verflechtungen, z. B. in Richtung Bielefeld, Paderborn, Minden oder Höxter.
Das Ergebnis ist ein strategischer Rahmen für die Mobilitätsplanung für den gesamten Kreis Lippe.
Ziel ist es, eine zukunftsfähige und bedarfsgerechte Infrastrukturentwicklung und Mobilitätsversorgung für das Kreisgebiet unter Einbezug aller Verkehrsmittel zu erreichen. Sie soll individuelle und öffentliche Mobilität neu, emissionsarm und zukunftsfähig organisieren und soziale Einrichtungen, die Versorgungsinfrastruktur, Wohn- und Arbeitsplätze durch öffentliche Verkehrsangebote vernetzen und regionale Mobilitätsachsen stärken.
Das Gesamtkonzept wurde im Juni 2025 im Kreistag beschlossen. Es legt die Ziele für die Verkehrsentwicklung fest und soll eine verbindliche Handlungsgrundlage für die kommenden Jahre sein.
Während des gesamten Bearbeitungszeitraums fanden fortlaufend unterschiedliche Beteiligungsformate statt. Steuerungsgruppe, Kommunale Lenkungsgruppe, Fachgruppenworkshops, Expertengespräche, Mobilitätsbeirat, Öffentlichkeitsbeteiligung sowie politische Gremien.
Zuerst wurden die aktuelle Verkehrssituation und bestehende Mobilitätskonzepte analysiert. Daraus entstand ein Leitbild mit klaren Zielen für die zukünftige Mobilität.
Auf Grundlage dieser Analyse hat das Planungsbüro plan:mobil drei unterschiedliche Mobilitätszenarien 2040 für den Kreis Lippe entwickelt. Aufbauend auf den identifizierten Herausforderungen für die Mobilität im Kreis Lippe wurden konkrete Maßnahmen entwickelt und in ein Umsetzungskonzept gerahmt.
Um feststellen zu können, wie die Umsetzungsschritte sich auswirken und ob die Ziele des Masterplans erreicht werden, liegt ein Evaluationskonzept vor. Den Erstellungsprozess hat eine Steuerungsgruppe bestehend aus einschlägigen Bereichen der Kreisverwaltung zusammen mit der Kommunalen Verkehrsgesellschaft Lippe (KVG) in Abstimmung mit dem Planungsbüro plan:mobil zentral koordiniert.
Der Masterplan wurde über einen Zeitraum von zwei Jahren entwickelt, in dieser Zeit wurden auch die Öffentlichkeit und wichtige Beteiligte regelmäßig eingebunden.
Was ist Multimodalität?
Multimodalität bedeutet, dass verschiedene Verkehrsmittel verfügbar sind, um Wege zurückzulegen. So ist eine Person zum Beispiel dann multimodal unterwegs, wenn er oder sie zur Arbeit radelt, mit dem Auto zum Einkaufen fährt und in der Freizeit für den Weg zum Beispiel zum Sport oder zum Vereinstreffen den Bus nimmt.
Was ist Intermodalität?
Intermodalität bedeutet die Verkettung verschiedener Verkehrsmittel für einen Weg. Eine Person ist dann intermodal unterwegs, wenn sie etwa mit dem Fahrrad zur Bushaltestelle fährt, den Bus nimmt und dann zu Fuß zum Zielort geht.
Was bedeutet Umweltverbund?
Der Umweltverbund bezeichnet die Gruppe „umweltverträglicher“ Verkehrsmittel, also die nicht motorisierten Verkehrsträger wie Fuß- und Radverkehr (einschließlich Pedelecs), den Öffentlichen Personennahverkehr (wie Bahn, Bus, Tram oder Taxen) sowie die gemeinsame Nutzung von Verkehrsmitteln wie Car- und Bikesharing oder Mitfahrzentralen.
Was ist ein digitaler Zwilling?
Ein Digitaler Zwilling ist ein virtuelles Modell, das zum Beispiel ein reales System mithilfe von Sensordaten und Simulationen widerspiegelt. So ermöglichen Digitale Zwillinge eine kontinuierliche Überwachung, Simulation und Analyse eines Systems. Auf dieser Grundlage helfen sie dabei, die Effizienz zu steigern, Innovationen voranzutreiben und datengestützte, fundierte Entscheidungen zu treffen.
Was sind automatisierte Umschlagterminals?
Im kombinierten Verkehr bilden Umschlagterminals die Schnittstelle von mindestens zwei verschiedenen Verkehrsträgern, zum Beispiel Schiene und Straße.
Automatisiert bedeutet, dass zum Beispiel beim Wechsel von Gütern etwa vom LKW auf einen Güterzug Kräne eingesetzt werden, die die Güter eigenständig durch entsprechende Programmierungen von einem Transportmittel auf das andere heben. Oder dass die Kräne ferngesteuert aus einer Zentrale bedient werden, statt direkt im Kran.
Was bedeutet Modal Split?
Im Modal Split werden Daten darüber erhoben, welchen Anteil verschiedene Verkehrsmittel am Gesamtverkehr haben. So zeigt er zum Beispiel auf, welcher Anteil an Wegen durch ein Auto, im ÖPNV, per Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt werden.