Lippe bleibt mobil und verbindet. Dafür müssen wir unterschiedliche Verkehrsmittel – Bahn, Bus, Auto, Fahrrad, Fußgänger – effektiv miteinander vernetzen.
Mit dem Masterplan Mobilität hat der Kreis Lippe jetzt ein Konzept, das Leitlinien einer zukunftsfähigen Mobilität bietet. Es bündelt bisherige Aktivitäten, identifiziert Hemmnisse und entwickelt mögliche Mobilitätsszenarien für den Kreis.

Das Leitbild gibt die übergeordnete Zielrichtung für die zukünftige Mobilität im Kreis Lippe vor und ist Grundlage für die definierten Maßnahmen und deren Umsetzung.
Dabei greifen acht Handlungsfelder die Sicherung der Mobilität für alle sowie die verkehrspolitischen und klimaschonenden Ziele auf.
35 Steckbriefe beschreiben Vorschläge, die jetzt genauer geplant werden können.
Bei 21 dieser Maßnahmen kann der Kreis entweder selbst aktiv werden oder entscheidend zur Unterstützung anderer Akteure beitragen – im Mittelpunkt steht die enge Zusammenarbeit zwischen dem Kreis und den Kommunen.
Die Inhalte des Masterplans beziehen sich auf rechtlich verbindliche Vorgaben sowie auf bereits politisch verabschiedete übergeordnete Ziele, die auf der Ebene der Europäischen Union, des Bundes und der Länder verbindlich festgelegt wurden.
Diese Vorgaben gelten für die Maßnahmen, denen der Masterplan gerecht werden soll: Sie sollen
Der Kreis Lippe hat sieben weitere Ziele formuliert, an denen sich die Gestaltung der künftigen Mobilität orientiert. Die Maßnahmen sollen
Mit neun übergeordneten Wirkungszielen soll sich der Erfolg des Masterplans konkret messen lassen.
Für die Ziele im Masterplan haben wir acht Handlungsfelder entwickelt:
Wir wollen den Radverkehr im Kreis Lippe für alle komfortabel und attraktiv gestalten. Dies umfasst insbesondere den regionsweiten Ausbau von schnellen und sicheren Verbindungen zwischen städtischen und ländlichen Gebieten.
Mit wachsendem Aufkommen der Elektrounterstützung bei Fahrrädern werden zukünftig auch Verbindungen bis zu 15 oder sogar 20 km Länge verstärkt mit dem Fahrrad möglich, selbst wenn es zum Beispiel viele Steigungen in der Strecke gibt.
Maßnahmen:
Ein großes Potenzial liegt in der besseren Vernetzung von Bus, Bahn und dem Angebot für Fußverkehr und Fahrradverkehr. An gut ausgebauten Umsteigepunkten kann ein Car- oder Bikesharing-Angebot genutzt werden. Park and Ride (P+R) und Bike and Ride (B+R) erleichtern den Wechsel zum öffentlichen Nahverkehr.
Maßnahmen:
Der Kreis Lippe setzt auf umweltfreundliche Mobilität, um Emissionen zu reduzieren. Mehr elektrisch angetriebene Fahrzeuge erfordern den Ausbau von Ladesäulen und Stromnetzen, was nur gemeinsam mit Kommunen und Stromanbietern gelingt.
Der Kreis geht mit gutem Beispiel voran und stellt seine Fahrzeuge schrittweise auf klimafreundliche Antriebe um.
Maßnahmen:
Unter Mobilitätsmanagement versteht man die Planung, Steuerung und Optimierung von Verkehr, um nachhaltige, effiziente und umweltfreundliche Mobilitätslösungen zu fördern. Eine enge Verbindung von Verkehrs- und Stadtplanung verbessert die Lebensqualität und bringt wirtschaftliche sowie ökologische Vorteile.
Maßnahmen:
Um den Verkehr effizient und umweltfreundlich steuern zu können, ist es wichtig, Daten zum Verkehr zu erfassen und miteinander zu verknüpfen. So können Wartezeiten verringert, Rettungsfahrzeuge und der öffentliche Verkehr bevorzugt und der Verkehr insgesamt besser gelenkt werden. Wichtige Voraussetzung ist eine flächendeckende 5G-Abdeckung.
Maßnahmen:
Für ein attraktives Angebot des ÖPNV (öffentlicher Personennahverkehr) sind bessere Verbindungen, einfache Zugänglichkeit und gute Vernetzung wichtig. Besonders in ländlichen Gebieten braucht es ein zuverlässiges Mobilitätsangebot als Alternative zum Auto. Ein leistungsstarker Bahn- und Busverkehr bildet das Rückgrat, ergänzt durch flexible Zubringersysteme.
Maßnahmen:
Die Förderung umweltfreundlicher Güter- und Personenverkehre verringern den Verkehr, Emissionen und Lärm. Auch bei steigenden Pendlerzahlen müssen umweltfreundlichere Lösungen gefunden werden.
Ein verbessertes LKW-Führungskonzept kann Lieferverkehre effizienter und umweltschonender machen. So werden auch Anwohner durch LKW-Vorrangrouten entlastet.
Emissionsarme Logistik konzentriert sich auf die erste und letzte Strecke. Smarte Mobilitätslösungen machen den Lieferverkehr nachhaltiger. Die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel für Gütertransporte (z. B. Schiene, Straße, Wasser) im Kreis Lippe und darüber hinaus wird durch automatisierte Umschlagterminals (siehe Definition von Begriffen) und gut verknüpfte Mobilitätslösungen unterstützt.
Maßnahmen:
Ziel ist es, den Autoverkehr verträglich zu gestalten und ein funktionierendes Verkehrssystem zu entwickeln. Dabei wird der Kfz-Verkehr auf ein Netz von Straßen konzentriert, die gut in die Städte integriert sind. So bleibt die Erreichbarkeit für alle Regionen gewährleistet.
Die Steuerung erfolgt durch intelligente Verkehrslenkung, Parkraummanagement und Geschwindigkeitsregeln. In städtischen und verkehrsintensiven Bereichen sind umweltfreundliche und platzsparende Verkehrsmittel zu bevorzugen.
Eine gezielte Steuerung hilft, den Autoverkehr effektiv ins Gesamtsystem einzubinden, ohne andere nachhaltige Verkehrsmittel zu benachteiligen.
Maßnahmen:
Neben den 35 Maßnahmen wurden sechs konkrete Modellprojekte erarbeitet, die zeitnah in eine Umsetzung gebracht werden sollen:
Weitere Informationen gibt es auch auf den externen Internetseiten unserer Partner:
Der Masterplan Mobilität für den Kreis Lippe betrachtet das gesamte Kreisgebiet sowie die regionalen Verflechtungen, z. B. in Richtung Bielefeld, Paderborn, Minden oder Höxter.
Das Ergebnis ist ein strategischer Rahmen für die Mobilitätsplanung für den gesamten Kreis Lippe.
Ziel ist es, eine zukunftsfähige und bedarfsgerechte Infrastrukturentwicklung und Mobilitätsversorgung für das Kreisgebiet unter Einbezug aller Verkehrsmittel zu erreichen. Sie soll individuelle und öffentliche Mobilität neu, emissionsarm und zukunftsfähig organisieren und soziale Einrichtungen, die Versorgungsinfrastruktur, Wohn- und Arbeitsplätze durch öffentliche Verkehrsangebote vernetzen und regionale Mobilitätsachsen stärken.
Das Gesamtkonzept wurde im Juni 2025 im Kreistag beschlossen. Es legt die Ziele für die Verkehrsentwicklung fest und soll eine verbindliche Handlungsgrundlage für die kommenden Jahre sein.
Während des gesamten Bearbeitungszeitraums fanden fortlaufend unterschiedliche Beteiligungsformate statt. Steuerungsgruppe, Kommunale Lenkungsgruppe, Fachgruppenworkshops, Expertengespräche, Mobilitätsbeirat, Öffentlichkeitsbeteiligung sowie politische Gremien.
Zuerst wurden die aktuelle Verkehrssituation und bestehende Mobilitätskonzepte analysiert. Daraus entstand ein Leitbild mit klaren Zielen für die zukünftige Mobilität.
Auf Grundlage dieser Analyse hat das Planungsbüro plan:mobil drei unterschiedliche Mobilitätszenarien 2040 für den Kreis Lippe entwickelt. Aufbauend auf den identifizierten Herausforderungen für die Mobilität im Kreis Lippe wurden konkrete Maßnahmen entwickelt und in ein Umsetzungskonzept gerahmt.
Um feststellen zu können, wie die Umsetzungsschritte sich auswirken und ob die Ziele des Masterplans erreicht werden, liegt ein Evaluationskonzept vor. Den Erstellungsprozess hat eine Steuerungsgruppe bestehend aus einschlägigen Bereichen der Kreisverwaltung zusammen mit der Kommunalen Verkehrsgesellschaft Lippe (KVG) in Abstimmung mit dem Planungsbüro plan:mobil zentral koordiniert.
Der Masterplan wurde über einen Zeitraum von zwei Jahren entwickelt, in dieser Zeit wurden auch die Öffentlichkeit und wichtige Beteiligte regelmäßig eingebunden.
Multimodalität bedeutet, dass verschiedene Verkehrsmittel verfügbar sind, um Wege zurückzulegen. So ist eine Person zum Beispiel dann multimodal unterwegs, wenn er oder sie zur Arbeit radelt, mit dem Auto zum Einkaufen fährt und in der Freizeit für den Weg zum Beispiel zum Sport oder zum Vereinstreffen den Bus nimmt.
Intermodalität bedeutet die Verkettung verschiedener Verkehrsmittel für einen Weg. Eine Person ist dann intermodal unterwegs, wenn sie etwa mit dem Fahrrad zur Bushaltestelle fährt, den Bus nimmt und dann zu Fuß zum Zielort geht.
Der Umweltverbund bezeichnet die Gruppe „umweltverträglicher“ Verkehrsmittel, also die nicht motorisierten Verkehrsträger wie Fuß- und Radverkehr (einschließlich Pedelecs), den Öffentlichen Personennahverkehr (wie Bahn, Bus, Tram oder Taxen) sowie die gemeinsame Nutzung von Verkehrsmitteln wie Car- und Bikesharing oder Mitfahrzentralen.
Ein Digitaler Zwilling ist ein virtuelles Modell, das zum Beispiel ein reales System mithilfe von Sensordaten und Simulationen widerspiegelt. So ermöglichen Digitale Zwillinge eine kontinuierliche Überwachung, Simulation und Analyse eines Systems. Auf dieser Grundlage helfen sie dabei, die Effizienz zu steigern, Innovationen voranzutreiben und datengestützte, fundierte Entscheidungen zu treffen.
Im kombinierten Verkehr bilden Umschlagterminals die Schnittstelle von mindestens zwei verschiedenen Verkehrsträgern, zum Beispiel Schiene und Straße.
Automatisiert bedeutet, dass zum Beispiel beim Wechsel von Gütern etwa vom LKW auf einen Güterzug Kräne eingesetzt werden, die die Güter eigenständig durch entsprechende Programmierungen von einem Transportmittel auf das andere heben. Oder dass die Kräne ferngesteuert aus einer Zentrale bedient werden, statt direkt im Kran.
Im Modal Split werden Daten darüber erhoben, welchen Anteil verschiedene Verkehrsmittel am Gesamtverkehr haben. So zeigt er zum Beispiel auf, welcher Anteil an Wegen durch ein Auto, im ÖPNV, per Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt werden.
In Kooperation mit den lippischen Städten und Gemeinden:
