Ambulante Gesundheitsversorgung im Kreis Lippe: Strategisches Handeln vor Aktionismus

13. Sep 2022

Der Kreis Lippe stellt sich der Herausforderung, Lösungen für die medizinische Versorgung zu finden – der Erfolg wird dabei davon abhängen, wie die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure gelingt und gemeinsam strategische Ansätze entwickelt werden können.

Dass das Klinikum Lippe Teil des Universitätsklinikums der Universität Bielefeld geworden ist, ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg, die medizinische Versorgung auch in Zukunft zu sichern. Denn durch die Ernennung als Teil des Universitätsklinikums entsteht ein Klebeeffekt, mit dem mehr junge Hausärzte nach Lippe gelockt werden können. Weiter arbeiten Kreiswirtschaftsförderung Lippe und die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) an Ansätzen, wie Lippe als Standort für Arztpraxen attraktiver gestaltet werden kann. Der Innovationsfonds medizinische Versorgung, der im Januar im Kreistag beschlossen worden ist, wird aktuell mit Leben gefüllt: Zu den Ideen, die diskutiert werden, gehört unter anderem der Aufbau einer Gesundheitsplattform mit Gesundheitshotline, um die niedergelassenen Ärzte zu entlasten, oder die Gründung einer Gesundheitsgesellschaft für Lippe, die gezielt Lösungsansätze für anstehende Herausforderungen entwickeln kann. Der Kreis Lippe plant überdies medizinische Versorgungszentren in Lippe. In Oerlinghausen befindet sich ein solches Zentrum aktuell bereits in der Umsetzung, für Lügde ist die Eröffnung einer ähnlichen Anlaufstelle ebenfalls für 2023 geplant.  

Der Ärztemangel, vor allem bei Haus- und Kinderärzten, ist ein verbreitetes Problem. Für Ärzte, die sich aus der Behandlung zurückziehen, rücken derzeit zu wenig jüngere Ärzte auf dem Arbeitsmarkt nach. Ein Problem, das sich im Kreis Lippe aufgrund seiner Alters- und Praxisstrukturen besonders stark auswirkt. Die Verteilung und Besetzung von Kassensitzen für Haus- und Kinderärzte läuft zentral über die Kassenärztliche Vereinigung, die unter anderem durch zahlreiche Förderprogramme unterstützt. „Gleichzeitig ist ganz klar: Die medizinische Versorgung der Lipperinnen und Lipper ist ein Thema, bei dem wir alle anpacken müssen. Der langfristige Erfolg wird davon abhängen, ob wir die Herausforderung strategisch angehen oder uns in Aktionismus und kurzsichtigen Maßnahmen verlieren“, stellt Lehmann klar.

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