Europäische Demokratie verstehen: Kreis Lippe bietet Planspiele und Workshops zur politischen Bildung von Kindern und Jugendlichen an

26. Jun 2026

Das Bildungsbüro des Kreises Lippe bietet im ersten Schulhalbjahr 2026/2027 drei Veranstaltungen zur politischen Bildung von Schülerinnen und Schülern in Lippe an.

Kinder spielen Europoly

Foto: Schülerinnen und Schüler der Freiligrathschule schauen auf eine Europakarte.
© Kreis Lippe

Fördermittel der Landeszentrale für politische Bildung NRW ermöglichen unterschiedlichen Jahrgangsstufen lippischer Schulen an drei verschiedenen Bildungsangeboten zum Thema „Europa - verständlich und erlebbar machen“ teilzunehmen. 

„Den Schülerinnen und Schülern soll ein Gefühl für die Entscheidungsfindung bei demokratischen Prozessen vermittelt werden. Sie sollen diskutieren, in den Austausch gehen und letztendlich verstehen, wie Demokratie in Europa funktioniert“, erklärt Anja Krause, Leiterin des Bildungsbüros des Kreises Lippe. Sie ergänzt: „Für Schülerinnen und Schüler kann es teilweise eine Herausforderung sein, sich mit anderen Meinungen und Interessen auseinander zu setzen und einen Konsens zur Problemlösung zu finden. Sich damit zu arrangieren ist auch Teil des Lernziels.“

SOS Europa

Zehnte Klassen können bei „SOS Europa“, einer Simulation eines EU-Sondergipfels, mitmachen. Die Veranstaltung ist ein ganztägiges Planspiel, in dem Schülerinnen und Schüler zentrale Entscheidungsprozesse europäischer Politik nachvollziehen. Inhaltlich steht die europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden übernehmen unterschiedliche Rollen, wie Mitgliedstaaten oder Institutionen, und verhandeln unter Zeitdruck sowie mit unterschiedlichen Interessenlagen über politische Lösungen. Ziel ist es, Europa als politisches Aushandlungssystem erlebbar zu machen, Argumentationsfähigkeit zu stärken und demokratische Entscheidungsprozesse besser zu verstehen. Das Planspiel dauert rund sechs Stunden.

Mein Europa und ich

Für die achten und neunten Klassen gibt es den Workshop „Mein Europa und ich“, der den Bezug zur Europäischen Union und dem Alltag herstellen soll. Der interaktive Workshop stellt die Bedeutung Europas für den Alltag junger Menschen in den Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit Beispielen aus ihrer Lebenswelt, wie Reisen, Konsum, digitale Öffentlichkeit sowie Rechte und Chancen in Europa, und erarbeiten gemeinsam, wie europäische Politik konkrete Auswirkungen auf ihr Leben hat. Ziel ist es, Europa greifbar zu machen, vorhandenes Vorwissen zu aktivieren und die Fähigkeit zu stärken, europapolitische Fragen einzuordnen und zu diskutieren. Der Workshop ist für drei Stunden angelegt.

Europoly

„Europoly“ ist ein spielerisches Lernformat für Kinder der vierten Klasse, das grundlegendes Wissen über die Europäische Union vermittelt und zugleich Kooperation, Austausch und Problemlösekompetenz fördert. Über das Spielgeschehen setzen sich die Teilnehmenden mit europäischen Institutionen, Entscheidungsprozessen und zentralen Themenfeldern der EU auseinander. Ziel ist ein motivierender Zugang zu Europa, der über klassische Wissensvermittlung hinausgeht. Das Europoly dauert circa zwei Stunden.

Mitmachen

Zwei Detmolder Schulen, das Grabbe-Gymnasium und die Freiligrathschule, konnten bereits als Auftaktgruppen an dem Planspiel „SOS Europa“ beziehungsweise „Europoly“ teilnehmen. Alle Veranstaltungen sind für 20 bis 35 Schülerinnen und Schüler ausgelegt. Optimalerweise finden die Termine in Sitzungs- oder Seminarräumen statt und nicht in der Schule. Den Teilnehmenden soll dadurch ein Gefühl für die Entscheidungsfindung bei demokratischen Prozessen vermittelt werden. Interessierte Schulen können sich für Termine im ersten Schulhalbjahr 2026/2027 bis zum 15. Juli beim Bildungsbüro unter bldngsbrkrs-lppd melden.

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