Das erste Jahr der Fachstelle Kinderschutz: Rückblick auf die Präventionsarbeit in Lippe

29. Jun 2020

Das erste Jahr der Fachstelle Kinderschutz: Seit einem Jahr vernetzt die Koordinatorin Kerstin Alexandra Plischka die Akteure im Kinderschutz und hat dabei in Lippe viele präventive Angebote mit auf den Weg gebracht. „Prävention stärkt eine Kultur der Achtsamkeit und daher haben wir die Präventionsarbeit im Kinderschutz durch die Fachstelle erweitert. Für einen aktiven Kinderschutz müssen alle Akteure, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, vernetzt werden. Der eingerichtete Präventionsfonds mit jährlich 25.000 Euro Budget schafft die Grundlage dafür, aus der Fachstelle Projekte zu koordinieren und zu finanzieren. Zudem entwickelt Frau Plischka Schutzkonzepte, die bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung sehr hilfreich sein werden“, erklärt Landrat Dr. Axel Lehmann.

In den vergangenen Monaten hat die Koordinatorin der Fachstelle viele Kindertagesstätten, Familienzentren und Schulen besucht, um die Arbeit der Fachstelle Kinderschutz vorzustellen. Die Fachstelle vor Ort in den Einrichtungen, bei Veranstaltungen zum Kinderschutz oder über die Medien bekannt zu machen, dafür hat sich Plischka intensiv eingesetzt. Insbesondere um den präventiven Kinderschutz im Kreis Lippe zu gestalten und gemeinsam mit Partnern weiterzuentwickeln.

Ein wichtiges Instrument ist der zeitgleich mit der Fachstelle eingerichtete Präventionsfonds. So konnten aus dem Fonds im vergangenen Jahr fünf Projekte in Lügde, Horn-Bad Meinberg, Augustdorf, Dörentrup und ein Multiplikatorenprojekt für das gesamte Kreisgebiet gefördert werden. Die Projekte haben Kinder und Jugendliche im Alter von 4 bis 18 Jahren mit den Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt erreicht.

Rückblick auf ein Jahr Fachstelle Kinderschutz

Kerstin Alexandra Plischka koordiniert seit einem Jahr die Fachstelle Kinderschutz. Foto: Kreis Lippe

Und im kommenden Jahr geht es weiter: Zu Anfragen für das Jahr 2021 werden zurzeit Kitas und Schule beraten, wie sich die Projekte ausgestalten können. Zu jedem Projekt gehört eine Information für die Eltern über das gesamte Präventionsvorhaben. Denn auch Eltern sollen ihre Fragen und Wünsche äußern und Beratung erfahren. Im Anschluss an die geförderten Projekte findet eine Kinder- und Erwachsenensprechstunde statt. Vor Ort wird mit den Fachkräften in den Einrichtungen, den Beratungsstellen, der Schulsozialarbeit sowie der Schulpsychologie eng zusammengearbeitet. Langfristig baut sich daraus ein stabiles Beratungs- und Präventionsnetz in Lippe auf.

Aber nicht nur in Zusammenarbeit mit externen Partnern ist die Fachstelle aktiv. In zwei Arbeitskreisen wurden für alle Verwaltungsbereiche des Kreises Lippe interne Verfahrensabläufe bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung erarbeitet. Kerstin Alexandra Plischka berät jetzt mit den Leitungen der Fachbereiche die weitere Entwicklung und Umsetzung. Bei der Einschätzung von Verdachtsfällen unterstützt eine Kinderschutzfachkraft aus der Fachstelle Kinderschutz oder die dafür ausgebildeten Fachkräfte im Kreis Lippe. Sie beraten und geben den Verwaltungsmitarbeitenden Orientierung und mehr Sicherheit, wie sie bei Verdachtsfällen handeln können.

Im ersten Jahr gelang der Fachstelle ein weiterer Erfolg, denn Lippe nimmt seit Januar 2020 am Bundesmodellprojekt „Wir vor Ort gegen sexuelle Gewalt“ (WvO) teil. Zwei pädagogische Fachberaterinnen bieten in einer Fachberatungsstelle im Integrationszentrum in Blomberg Beratung und Prävention an. Der Standort ist optimal für den lippischen Südosten. Hier liegt auch der Projektschwerpunkt und dank „Wir vor Ort gegen sexuelle Gewalt“ gibt es für die Städte Blomberg, Horn-Bad Meinberg, Schieder-Schwalenberg und Lügde ein zusätzliches Angebot. Für die zweite Jahreshälfte sind Präventionsprojekte in den Grundschulen von Lügde, einem Familienzentrum in Lügde und einer Schule in Blomberg geplant. Träger des Modellprojekts ist die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung, -vernachlässigung und sexualisierter Gewalt e.V. (DGfPI).

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