23. Nov 2021

Lemgoer Rüdiger Frodermann erhält das Verdienstkreuz am Bande

Durch jahrzehntelanges Engagement im sozialen Bereich hat Rüdiger Frodermann auszeichnungswürdige Verdienste erworben. Im Rahmen einer Feierstunde nahm er deshalb jetzt das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus den Händen von Landrat Dr. Axel Lehmann entgegen. „Ihrem unermüdlichen Engagement in der Rumänienhilfe ist es zu verdanken, dass zahlreiche Menschen dort ein menschenwürdiges Zuhause gefunden haben“, betonte Dr. Lehmann in seiner Laudatio.

Rüdiger Frodermann lebt für die Rumänienhilfe. Ein Bericht über behinderte und vernachlässigte Waisenkinder in Rumänien Ende 1989 gab den Anstoß dafür. Seinerzeit war er noch als Heilerzieher in den „Von Bodelschwinghschen Anstalten“ in Bethel beschäftigt. Er kannte das Leben und die Arbeit mit behinderten Kindern aus seiner täglichen Erfahrung. Das Leid dieser Waisenkinder in Rumänien erschütterte ihn daher umso mehr.

Der Lemgoer ließ sich von seinem Arbeitgeber unentgeltlich beurlauben, ergriff die Initiative für einen Hilfsgütertransport und machte sich im Januar 1990 mit einem gemieteten LKW sowie einigen Helfern auf den Weg nach Rumänien. Ein zweiter Hilfstransport folgte bereits im März 1990. Bei der Fahrt nach Rumänien im August 1990 lagen Rüdiger Frodermann 50 geistig behinderte Kinder, die regelrecht verwahrlost in einer abbruchreifen Ruine in dem Ort Colţesţi hausen mussten, besonders am Herzen. Er und seine Mitstreiter kauften in dem Ort Alba Iulia mehrere Häuser, wo die Waisenkinder untergebracht werden konnten.

Noch im gleichen Jahr haben Rüdiger Frodermann und seinen Mitstreitenden die Initiative gegründet, die seit 1993 den Namen „agape“ trägt. Die Initiative engagierte sich innerhalb der evangelischen Kirchengemeinde Lockhausen bis sie 1998 in den gemeinnützigen Verein „agape e.V.“ umgewandelt wurde. In der Zeit von 1990 bis 1992 organisierte der Ordensträger nebenberuflich und unentgeltlich weitere Hilfstransporte nach Rumänien. Von 1993 bis 1998 lebte er mit seiner Familie in Rumänien, um sich voll und ganz auf die Arbeit vor Ort konzentrieren zu können. Noch heute verbringt er im Jahr mehrere Monate vor Ort, um die Projekte zu unterstützen.

Dem unermüdlichen Einsatz von Rüdiger Frodermann ist es zu verdanken, dass 1993 in Şercaia das erste Kinderdorf „Canaan“ entstand. Mehr als 50 geistig und mehrfach behinderte Kinder konnten durch die Renovierung eines alten Pfarrhauses sowie eines alten Bauernhauses dort untergebracht werden. Um einen Partner zu haben, der direkt vor Ort tätig sein kann, gründete man in der dortigen evangelischen Kirchengemeinde den Verein „Diakonia Făgăraş e.V.“. Mit den Jahren baute man ein Familienunterstützender Dienst sowie eine ambulante Altenpflege auf. Außerdem errichtete man Werkstätten und Therapieeinrichtungen, wodurch rund 50 Arbeitsplätze geschaffen werden konnten.

Der Ordensträger hat sich als Supervisor ausbilden lassen und ist für die Leitung und Organisation von Fort- sowie Weiterbildungen der dort beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich. 1998 kehrte er nach Deutschland zurück und konnte als Teilzeitkraft wieder bei den „Von Bodelschwinghschen Anstalten“ in Bethel arbeiten und gleichzeitig seine ehrenamtliche Arbeit für Rumänien weiterführen. Seit 2003 ist er hauptberuflich als Geschäftsführer für den agape-Verein tätig.

Bild: Rüdiger Frodermann (Mitte) erhält für sein Engagement für die Rumänienhilfe das Verdienstkreuz am Bande aus den Händen von Landrat Dr. Axel Lehmann (rechts). Zur Ordensverleihung begleitet ihn Ehefrau Marion Becker (2. von links), zu den Gratulanten gehören Lemgos Bürgermeister Markus Baier (1. von links) und Dr. Reiner Austermann, Bürgermeister Lemgo a.D. (2. von rechts). Foto: Kreis Lippe

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