Jedes Jahr wird ein Wildtier des Jahres gekürt: 2024 hat der Europäische Igel diese Ehre erhalten. Gleichzeitig ist der Igel auf der Roten Liste der bedrohten Arten hochgestuft worden und wird dort nun als „potenziell gefährdet“ geführt.
Deshalb geben wir hier ein paar Tipps, wie jeder und jede Einzelne etwas dazu beitragen kann, dass Igel sich auch weiterhin in Lippe wohlfühlen.
Der kleine stachelige Vierbeiner sucht sich jeden Herbst ein Plätzchen, um den Winter zu überstehen. Meistens finden sie Unterschlupf im Laub in naturnahen Gärten und Parks. Als nachtaktiver Insektenfesser spielt er eine wichtige Rolle im Ökosystem und ist sogar im heimischen Garten nützlich, indem er unter anderem Schädlinge wie Schnecken frisst. Doch seine Lebensräume schwinden: Aufgeräumte Gärten, Straßenverkehr und andere Umweltfaktoren setzen ihm zunehmend zu.

Leider ist die Zahl der möglichen Winterquartiere in den letzten Jahren stark zurückgegangen, da immer mehr Wert darauf gelegt wurde, alle im Herbst herunterfallenden Blätter aufzusammeln und zu entsorgen.
Deshalb hat der Kreis Lippe am Beispiel der Stadt Bielefeld ein Projekt ins Leben gerufen, um dem Igel mehr Schutz zu bieten. An ausgewählten Standorten entstehen Igelburgen – sichere Winterquartiere aus natürlichen Materialien.
Ziel ist es, an geeigneten Standorten wie Friedhöfen, Park- oder Grünanlagen Igelburgen zu platzieren, um die Winterquartiersituation zu verbessern. Ein zentraler Bestandteil dieses Vorhabens ist die Auswahl passender Flächen. Hierbei setzt der Kreis Lippe auf die Unterstützung der Gemeinden, da sie als lokale Partner das notwendige Wissen haben, um geeignete Standorte auszuwählen.
Der Bau einer Igelburg ist sehr einfach und erfordert nur wenige Materialien.
Insgesamt werden sechs große Holzstücke für das Grundgerüst benötigt, dazu etwas Einstreu, zwei bis drei kleinere Bretter, einige Äste und viel Laub.
Der ideale Zeitpunkt für den Aufbau einer Igelburg ist September/Oktober. Eine genaue Anleitung zum Aufbau im eigenen Garten gibt es direkt hier unten:
Um eine Igelburg zu bauen, wird eine Mulde mit einer Schicht aus Einstreu (Laub oder Hackschnitzel) gefüllt. Das verhindert Staunässe und isoliert gegen Kälte. Darauf werden jeweils zwei Holzstücke (circa 70 cm lang und mindestens 10 cm Durchmesser) parallel platziert. Insgesamt werden sechs Holstücke gestapelt. Zusätzlich können Bretter flach als Dach draufgelegt werden.


Anschließend werden Äste über den Balken und Brettern verteilt. Sie bilden das Gerüst für die letzte Schicht. Die letzte Schicht besteht aus einer dicken Lage Laub, mit der das Bauwerk abgedeckt wird. Das sorgt für eine gute Isolierung gegen Kälte und tarnt die Igelburg.


Um das Thema Artenschutz und Artenvielfalt kümmert sich beim Kreis Lippe die Untere Naturschutzbehörde:
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