14.11.2014

„Vorurteile sind kulturelle Phänomene“ – Kommunales Integrationszentrum organisiert Vortragsabend zum Thema Sinti und Roma

Es ist ein kulturelles Problem, das in den meisten Fällen von Menschen in einer Gesellschaft von Generation zu Generation übertragen wird: Das Vorurteil. Das Kommunale Integrationszentrum (KI) Kreis Lippe und das Terno Drom e.V., der interkulturellen Jugendselbstorganisation von Roma und nicht-Roma in Nordrhein-Westfalen, haben in einer gemeinsamen Veranstaltung im Feuerwehrausbildungszentrum in Lemgo versucht, eben für dieses Problem Lösungsansätze zu finden und die Voreingenommenheit abzubauen.

„44 Prozent der deutschen Bevölkerung haben eine negative Einstellung gegenüber Sinti und Roma“, sagt Margit Monika Hahn, die damit den Hauptschwerpunkt des Abends vorstellte und sich auf eine Langzeitstudie von Prof. Dr. Andreas Zick aus dem Jahr 2011 bezog. Hahn betonte, dass das Problem ein kulturelles Phänomen sei: „Leider sind gewertete Meinungen oft Abweichungen von der Realität.“

Der Informationsabend richtete sich an Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialdienstes des Kreises Lippe. Unter den etwa 50 Teilnehmern war auch Heinrich Zertik, Mitglied des Deutschen Bundestages. „Das ist genau der richtige Weg“, sagte Zertik über den Vortragsabend des KI, um zu ergänzen: „Wir müssen die Feindbilder aus den Köpfen der Menschen bekommen.“ Sofern möglich, werde Zertik, der in Berlin auch im Bundesausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe vertreten ist, die Vortragsreihe in Zukunft zu unterstützen.

Das Kommunale Integrationszentrum plant bereits für die kommenden Monate weitere Vortragsreihen. Zudem wird das Team im Frühjahr 2015 in Hamm unter der Leitung von Wolfgang Müller, Amtsleiter für soziale Integration, auf einer Veranstaltung zum Thema „Zuwanderung Südosteuropa – Chancen und neue Perspektiven“ referieren. Weitere Informationen zum KI sowie deren Arbeit gibt es im Internet unter www.kreis-lippe.de.

 

Möchte Vorurteile gegenüber Sinti und Roma abbauen:
Möchte Vorurteile gegenüber Sinti und Roma abbauen:
Margit Monika Hahn vom Kommunalen Integrationszentrum Kreis Lippe.