14.02.2018

2. Jahresempfang der Gleichstellungsstelle des Kreises Lippe – 250 Frauen kommen raus aus ihrer Komfortzone

Selbstbewusstsein ist zweifellos erstrebenswert, stellt aber gerade Frauen oft vor Herausforderungen: Die einen finden, sie bräuchten dringend mehr davon. Die anderen stellen verblüfft fest, dass ihr selbstbewusstes Auftreten nicht überall Anerkennung findet. Der 2. Jahresempfang der Gleichstellungsstelle des Kreises Lippe stellte nun das Thema „Selbstbewusstsein“ in den Mittelpunkt. Eingeladen war dafür die Kommunikations- und Diversity-Trainerin Barbara Materne. Sie richtete in ihrem Vortrag „Selbstbewusstsein und die stereotype Wahrnehmung von Geschlecht“ den Fokus auf eigene Stärken und Potenziale der Frauen und den souveränen Umgang mit unbewussten Denkmustern.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Jörg Düning-Gast, Verwaltungsvorstand des Kreises Lippe, der beeindruckt von der gestiegenen Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr war. Das Publikum war dabei breit gefächert: Mit dabei waren Frauen aus der Politik, von mittelständischen Unternehmen, aus der Verwaltung, aber auch Selbstständige, Gleichstellungsbeauftragte und Ehrenamtliche. Insgesamt 250 interessierte Frauen aus ganz Lippe waren der Einladung der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises, Nicole Krüger, gefolgt.

Jahresempfang Gleichstellungsstelle 2018

Gemeinsam mit 250 Frauen beim 2. Jahresempfang der Gleichstellungsstelle (v. l.): Nicole Krüger (Gleichstellungsbeauftragte Kreis Lippe), Jörg Düning-Gast (Verwaltungsvorstand Kreis Lippe), Barbara Materne (Referentin).

Krüger sieht in der Verbindung der beiden Themen Selbstbewusstsein und Geschlechterstereotype eine besondere Bedeutung: „Es ist nichts Außergewöhnliches mehr, wenn Frauen privat und im Beruf ihren Mann stehen“, und verdeutlicht damit, dass selbst in Sprichwörtern und Redewendungen noch bestimmte Rollenvorstellungen stecken, was in der Gesellschaft als „typisch Mann“ oder „typisch Frau“ angesehen wird. „Diese oftmals augenzwinkernden Unterschiede zwischen den Geschlechtern stellen ein beliebtes Thema dar. Sie zeigen zugleich aber auch die benötigte Aufmerksamkeit, wenn es um darum geht bestehende Nachteile abzubauen und Chancengleichheit für Frauen und Männer umzusetzen“, erklärt Krüger.

Die Referentin des Abends, Barbara Materne, die unter anderem vor zwölf Jahren das Zentrum für Gender Studies an der Universität Siegen mit aufbaute, ermutigte durch ihren interaktiven Vortrag die anwesenden Frauen: „Traut euch raus aus der Komfortzone!“ Die Komfortzone als Wohlfühlzone vermittelt Sicherheit. Sie zu verlassen, bedeutet unter Umständen, Ängsten ausgesetzt zu sein, denn dort wartet das Unbekannte. Daher werden Herausforderungen vermieden oder hinaus gezögert. Materne gelang es, fundiert, lebensnah und pointiert praktische Schritte für den „Sprung“ aus dieser Komfortzone darzustellen.

Bei dem abschließenden „Come together“ nutzten viele Frauen die Möglichkeit zum Netzwerken und setzen damit direkt eins der Instrumente um, die Materne mit „Raus aus der Komfortzone“ meinte.